Teesdorfer besuchte 23 Gipfelkreuze im Burgenland an nur einem Tag

Beeindruckende Leistung

Das Burgenland gilt nicht gerade als Bergparadies. Und doch sind auf 23 Gipfel Kreuze zu finden. Diese hat der Teesdorfer Rolf Majcen nun alle am 11. April aufgesucht.

Rolf Majcen beim Gipfelkreuz am Seeberg bei Oggau.

Rolf Majcen beim Gipfelkreuz am Seeberg bei Oggau.

© www.rolf-majcen.com

Der Teesdorfer Extremsportler Rolf Majcen hat in den vergangenen Monaten alle Gipfelkreuze im Burgenland recherchiert und kam auf die Anzahl von 23. „Zugegeben, zwei, drei sind dabei, die zwar nur auf einem sehr kleinen Hügel stehen, dennoch habe ich sie auch noch in die Wertung genommen, um nicht den Anschein zu erwecken, etwas 'übersehen' zu haben“, sagt er.

Mit seiner Aktion hat er somit auch einen kleinen Beitrag zur Landeskunde geliefert, denn bislang gab es noch keine Zusammenfassung aller Gipfelkreuze im Burgenland.

Sein Ziel war es dann, auf alle diese 23 Gipfelkreuze an nur einem Tag zu laufen. Und dieser Tag war nun am Donnerstag, dem 11. April. In einer 16-stündigen Tour erreichte er alle seine Ziele, wobei er die Verbindungen dazwischen mit dem Auto zurückgelegt hat.

Der Start erfolgte in Neusiedl am See um 5 Uhr Früh bei sternenklarem Himmel, von dort ging es mit Stirnlampe hinauf zum Gipfelkreuz am Kalvarienberg (159m). „Der Blick über die beleuchteten Kirchen von Neusiedl und Jois zum Leithagebirge erinnerte mich an Bergdörfer in den Dolomiten“, erinnert sich Majcen. Von Neusiedl fuhr er nach Donnerskirchen – „Morgenrot über dem Neusiedlersee. Wie schön!“.

Dann fuhr er zur Kirche in Oggau, lief von dort zum Seebergkreuz am Seeberg (211m) und „ ich sah die rote Sonne über dem Neusiedlersee. Beeindruckend!“

Nur kurze Zeit später hielt Majcen bei St. Margarethen und stieg zum großen Gipfelkreuz am Kogel (224m) hinauf. Er schwärmt über die „traumhafte Fernsicht vom Schneeberg bis zum Ruster Hügelland!“

Mit dem Fahrzeug ging es weiter nach St. Georgen im Leithagebirge und von dort im Laufschritt zum riesigen Gipfelkreuz am Hetscherlberg (259m). „Der Platz dort oben ist großartig und die Fernsicht auch!“, freut sich der Teesdorfer.

„Fernsicht vom Feinsten!“

Schön fand er das Wurthkreuz am Wurthberg (327m) bei Bad Sauerbrunn und mächtig das Kreuz am Hohen Stein (420m) bei Wiesen, seine nächsten beiden Ziele. Wieder gab es „zweimal viel Aussicht!“

Dann fuhr der Sportler nach Forchtenstein, eilte auf den Hausberg (485m) mit der „3 Kreuzen“, wurde mit Traumblick zur Burg Forchtenstein belohnt und stieg danach zum bekannten Gipfelkreuz am Heuberg (748m) auf. Majcen: „Fernsicht vom Feinsten!“

Weiter ging es für Majcen ins Mittelburgenland. „Von Oberpetersdorf hatte ich einen etwas längeren Anstieg hinauf zum Goldvaterberg (510m), wo ich das zerbrochene Gipfelkreuz aus Birkenästen als 'Gipfelkreuzdoktor' geflickt und wieder aufgestellt habe, danach ging es zum Coronakreuz am kleinen Lampelberg (350m) zwischen Oberpetersdorf und Kobersdorf“, zählt er auf.

Der Pauliberg (761m) bei Landsee war sein nächstes Ziel. „Das wunderschöne direkt bei Felsen verankerte zierliche Gipfelkreuz kann man nur über unwegsames Gelände erreichen“, berichtet Majcen.

Nächste Station war das Bischofkreuz auf der Erhebung (300m) zwischen Raiding und Horitschon (Gfangerwald), Aufstieg und Abstieg erfolgte durch die Weingärten - „ein Traum und die Aussicht eine Pracht!“, schwärmt er.

Dann hielt der Gipfelstürmer in Steinberg-Dörfl und stieg sehr steil hinauf zum Burgstallkreuz am Burgstallberg (350m). „Der dort angelegte Steig führt durch einen mystisch wirkenden Wald, einzigartig!“, berichtet er.

Anschließend ging es mit dem Auto auf die Geschriebenstein-Passhöhe, von wo aus Rolf Majcen die Gipfelkreuze am Geschriebenstein (884m) und am Großen Hirschenstein (862m) in einem 75-minütigen Laufschritt „einsammelte“.

Nach den beiden 800ern im Günser Gebirge ging es nach Bernstein. „Ich stieg vom Wenzelanger auf den Kienberg (805m), der dritten 800er meiner Tour, dessen Gipfelkreuz angeblich das erste Gipfelkreuz ist, das man im Burgenland errichtet hatte“.

Nach etwas längerer Fahrt kam der Teesdorfer in Tobaj an, stieg zum großen Gipfelkreuz am Tobajer Kogl (272m) auf, freute sich über die Sicht zur Burg Güssing und fuhr danach das kurze Stück nach Strem, um zum großen Stremer Bergkreuz am Lahmberg (316m) zu laufen.

Schlusspunkt im Grenzgebiet zu Slowenien

„In Mogersdorf kam ich bei Sonnenuntergang an, erlebte den Anstieg zum wohl größten Gipfelkreuz im Burgenland am Schlößlberg (324m) im Schein der roten Sonne und fuhr danach nach Grieselstein, um von dort im zum Teil unwegsamen Gelände auf den Stoagupf (360m) zu steigen. Ich erreichte das kleine aus Stein gefertigte Gipfelkreuz bei Einbruch der Dunkelheit und stieg im starken Licht meiner Stirnlampe wieder ab“, erzählt er.

Von Jennersdorf ausgehend lief er dann bei Dunkelheit auf den Tafelberg (363m). Majcen schildert: „Das mächtige Gipfelkreuz am höchsten Punkt war beleuchtet! Es waren wunderschöne Momente so eine herrliche Stimmung nach all dem schon Erlebten vorzufinden!“

Zum Schluss lief er noch ganz im Landessüden von Bonisdorf auf den Stadelberg (418m) und über 132 Stufen zur Plattform der dort (schon in Slowenien) errichteten Aussichtswarte.

Majcens Eindruck um 20.45 Uhr: „Alles war so ruhig. Nur das Geschrei der Eulen unterbrach die Stille. Ich ließ die vergangenen 16 Stunden Revue passieren. 23 Gipfelkreuze. Vom Nordburgenland auf einer landschaftlich einzigartigen, unglaublich schönen Route bis in das Südburgenland. 36 km im Laufschritt und über 1.500 Höhenmeter. Einfach nur glücklich sein!“

Teesdorfer besuchte 23 Gipfelkreuze im Burgenland an nur einem Tag

© www.rolf-majcen.com

Auf die Frage nach dem Warum antwortet Rolf Majcen: „Es ging bei dem Projekt nicht um körperliche Leistung, sondern um das Gesamterlebnis und den Zugang zu dieser Aktion: Kaum einer wird alle Gipfelkreuze im Burgenland kennen, wohl keiner war bei allen Gipfelkreuzen, sicher keiner hat alle an einem Tag besucht.“

Sein Projekt sei spontan entstanden im Zuge der Vorbereitungen für seine im Herbst geplante Multimediashow über die Berge des Burgenlands.

Majcen: „Ich liebe die Natur“

„Ich liebe die Natur und die Berge“, sagt der Teesdorfer Extremsportler, der beruflich seit 2005 „Legal & Compliance Officer der FTC Capital GmbH“ in Wien ist.

„Ich war Bergsteigen in den Alpen, Anden, Berge in Afrika, Rocky Mountains, Kaukasus, Mount Fuji, Norwegen, China und in vielen anderen Gebirgsgruppen. Die Bergtour durch das Burgenland war für mich eine wundervolle Ergänzung zu meinen alpinen Erlebnissen“, sagt er.

Das Schöne an den Erhebungen im Burgenland sei „die extreme Weitsicht und die ganz besonderen Naturlandschaften. Du fühlst einfach unglaublich viel Ruhe, Harmonie. Es ist ganz anders, als wenn man in den hohen Bergen unterwegs ist. Und trotzdem kannst du bergauf- und bergabsteigen, viel Glück empfinden und mit Begeisterung unterwegs sein“, schildert Rolf Majcen.

Zur Person

  • Rolf Majcen, geboren 1966 in Graz, arbeitet als Jurist im Bankwesen mit langjähriger Erfahrung im nationalen und internationalen Investmentgeschäft.
  • Er publizierte zahlreiche Beiträge in einschlägigen in- und ausländischen Fachzeitschriften und ist Buchautor.
  • Außerdem ist Rolf Majcen Extremsportler mit Spitzenplätzen bei verschiedenen großen Turm- und Hochhausläufen, Teilnehmer an Langstrecken-Radmarathons, Gipfelbesteigungen in den Alpen, den Anden und in Afrika sowie zahlreichen Wettkämpfen im Skibergsteigen.
  • Über seine sportlichen Erfolge publizierte er in Bergzeitschriften und gestaltete er Diavorträge.
  • Im Vorjahr rodelte sich Majcen ins Guinness Buch der Rekorde, indem er mit seiner Rodel 1.815 Höhenmeter in den Dolomiten ohne Stopp absolvierte.