Klinik Gols: Gestaltungsbeirat prüft Planungen vor Ort
Begehung
Der Bau der geplanten Klinik in Gols nimmt weitere Formen an. Mitglieder des Gestaltungsbeirates besuchten am Mittwoch jenes Areal, auf dem die Klinik entstehen soll, und informierten sich gemeinsam mit Planungsverantwortlichen über den aktuellen Stand des Projekts. Im Mittelpunkt standen Fragen des Natur-, Klima- und Landschaftsschutzes sowie die Einbindung der Klinik in die Kulturlandschaft des Seewinkels.
© Gesundheit Burgenland
Auf der Fläche der künftigen Klinik Gols verschafften sich Vertreterinnen und Vertreter des Gestaltungsbeirates bei einem Lokalaugenschein einen Eindruck von den laufenden Planungen. Laut Gesundheit Burgenland soll der Beirat sicherstellen, dass ökologische Vorgaben frühzeitig in die Umsetzung einfließen und sich das Gebäude möglichst harmonisch in die Landschaft einfügt.
Der Gestaltungsbeirat wurde im April 2025 von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil eingerichtet. Er spricht Empfehlungen zu Natur- und Landschaftsschutz sowie zum Schutz des Grundwassers aus. Ziel sei es, bei Planung und Bau hohe Standards in der ökologischen Bauweise und beim Klimaschutz einzuhalten.
Vor Ort nahmen unter anderem Vertreter des Naturschutzes, der Welterbe-Region, der Planungsteams und der Gemeinde Gols teil. Gemeinsam mit Generalplaner Franz Ederer, Projektleiter Christian Hofstädter und den Freiraumgestaltern wurden aktuelle Pläne besprochen. Dabei überprüften die Beteiligten auch, wie bereits eingebrachte Empfehlungen des Beirates in die Planungen eingeflossen sind.
Bereits bei der Präsentation des Siegerprojekts Ende 2025 hatte Doskozil die Verbindung von Architektur und Naturbezug betont. Nun unterstreicht er erneut die Bedeutung ökologischer Kriterien: „Klima-, Landschafts- und Naturschutz sind uns beim Bau der Klinik Gols ein ganz wesentliches Anliegen. Deshalb ist die Expertise des Beirates unverzichtbar und fließt von Beginn an in alle Planungen mit ein. Das Siegerprojekt lebt von der behutsamen Einbettung in die Landschaft und geht ganz bewusst auf die ökologischen Gegebenheiten vor Ort ein“, heißt es von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesundheit Burgenland.
Auch die Vorsitzende des Gestaltungsbeirates, Hannelore-Ursula Horak, verweist auf die enge Zusammenarbeit mit den Planungsteams: „Wir nehmen unseren Auftrag sehr ernst“, betont sie. Und weiter: „Der Gestaltungsbeirat steht in engem fachlichem Austausch mit den Planungsteams. Es gibt unzählige Details, die in diese umfassende Planung miteinbezogen werden müssen. Wir sind dankbar und froh, dass wir – im Sinne der Naturlandschaft – mitwirken dürfen.“
Die Standortwahl für die Klinik beschäftigt seit Jahren Naturschutzorganisationen, Bürgerinitiativen und die Landespolitik. Geplant ist der Bau auf den sogenannten Golser Wiesäckern beim Kreisverkehr zwischen Gols und Weiden am See. Die Umweltorganisation WWF, die Bürgerinitiative „Ja zum Krankenhaus – Nein zur Verbauung der Golser Wiesäcker“, die Grünen sowie einzelne politische Stimmen kritisierten den Standort wegen möglicher Auswirkungen auf Naturraum, Wasserhaushalt und geschützte Arten. Wiederholt verwiesen Kritikerinnen und Kritiker auf die Nähe zu Natura-2000-Schutzflächen und forderten alternative Standorte oder eine neuerliche Standortprüfung. Das Land Burgenland und Vertreter der Gesundheit Burgenland verteidigten die Entscheidung hingegen mehrfach mit Verweis auf die zentrale Lage und die angestrebte Erreichbarkeit der Klinik innerhalb von rund 30 Minuten aus dem gesamten Bezirk.
Für den neuen Geschäftsführer und Unternehmenssprecher der Gesundheit Burgenland, Florian Schlechtleitner, bot die Begehung erstmals die Gelegenheit, das Projekt direkt am vorgesehenen Standort kennenzulernen. „Für mich ist diese Begehung heute besonders spannend, da ich die Planungen bisher nur vom Reißbrett kenne. Die Planungsarbeiten kommen sehr gut voran. Bis Ende Juni werden noch Nutzergespräche geführt, die sich sehr konstruktiv gestalten“.
Bis Ende Juni sollen laut Gesundheit Burgenland weitere Gespräche mit Nutzerinnen und Nutzern stattfinden. Im Herbst soll anschließend der endgültige Vorentwurf auf Basis des Wettbewerbsentwurfs des Generalplaners vorliegen und damit ein weiterer Schritt zur Umsetzung gesetzt werden.
Für die neue Klinik sind 132 stationäre Betten vorgesehen, darunter zwölf Intensivbetten, 46 ambulante Betreuungsplätze und vier Operationssäle. Das medizinische Angebot reicht von einer zentralen ambulanten Erstversorgung über Innere Medizin inklusive AG/R, Anästhesiologie und Intensivmedizin bis zur Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie spezialisierten Bereichen wie Urologie, elektiver Orthopädie und Hernien-Chirurgie. Zudem sollen rund 400 Arbeitsplätze in der Region entstehen.