Gedenken an die jüdischen Kobersdorfer

Beim Mahnmal

Der Verein „Gedenken an die im Jahr 1938 vertriebenen jüdischen Einwohner von Kobersdorf – Mahnmal“ lud wie jedes Jahr am 12. März zur Gedenkfeier ein. Dabei gedachte man den jüdischen Opfern der Shoah aus Kobersdorf.

Hans Schnabl, Gabi Tremmel-Yakali, Vizebürgermeisterin Natascha Thurner, Obfrau Lydia Steiner und Erwin Hausensteiner nach der Kranzniederlegung beim Mahnmal in der Schlossgasse.

Hans Schnabl, Gabi Tremmel-Yakali, Vizebürgermeisterin Natascha Thurner, Obfrau Lydia Steiner und Erwin Hausensteiner nach der Kranzniederlegung beim Mahnmal in der Schlossgasse.

© Elisabeth Tritremmel

Der Verein rund um Obfrau Lydia Steiner lud zu einem schlichten Gedenken an die Vertreibung der jüdischen Kobersdorfer durch das Naziregime im Jahr 1938. In diesem Jahr gab es 66 jüdische Familien (217 Einwohner) in Kobersdorf. Auch heuer stand eine Lesung aus dem Buch „Die ehemalige jüdische Gemeinde Kobersdorf“ von Erwin Hausensteiner auf dem Programm, wobei heuer das Schicksal von Samuel Hacker aus der Schlossgasse 15 beleuchtet wurde.

Matthias und Livia Stubits lasen die Textpassagen, die das Leben von Hacker nachzeichneten. Er wurde 1901 als Eigentümer des Hauses in der Schlossgasse 15 eingetragen, wobei nicht ganz nachvollziehbar ist, ob er es geerbt hat oder es ihm überschrieben wurde. Samuel Hacker blieb zeitlebens ledig . Sein Schicksal nach dem Anschluss ist laut Hausensteiners Recherchen nicht bekannt. Laut Arisierungsdokumenten sei Hacker 1938 bereits verstorben gewesen - in diesem Jahr war er 77 Jahre alt.

Das Haus Schlossgasse 15 wurde zuerst an Private vermietet und schließlich an die Gemeinde Kobersdorf verkauft. Schließlich wurde die Liegenschaft von der benachbarten Fleischerei Berger erworben und abgetragen.