Besuch im Pflegestützpunkt: Am 1. April startet das Landes-Konzept

Besichtigung in Müllendor

In zwei Wochen wird die Organisation der Pflege im Burgenland auf das neue System umgestellt: Die 28 Regionen wurden auf sechs Träger aufgeteilt, weitere Stützpunkte sollen bald in Betrieb gehen. Einer davon wurde in Müllendorf fertiggestellt, und dort gaben Land und Volkshilfe jetzt einen Einblick in den künftigen Pflege-Alltag. Hier finden auch Sie einen kompletten Überblick zu den Regionen!

Lokalaugenschein in Müllendorf (v.l.): Landesrat Leonhard Schneemann, Volkshilfe-Burgenland-Präsidentin Verena Dunst, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gemeindevorständin Rosemarie Harter, Bürgermeister Werner Huf, Pflegedienstleiterin Karin Csencsits und Pflegeberatungs-Leiterin Waltraud Kölly-Schranz.

Lokalaugenschein in Müllendorf (v.l.): Landesrat Leonhard Schneemann, Volkshilfe-Burgenland-Präsidentin Verena Dunst, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gemeindevorständin Rosemarie Harter, Bürgermeister Werner Huf, Pflegedienstleiterin Karin Csencsits und Pflegeberatungs-Leiterin Waltraud Kölly-Schranz.

© Gregor Hafner, HAFNER_GREGOR

Was in der Theorie - und zum Teil in der Praxis - schon seit Längerem vorbereitet wurde, wird ab 1. April die Regel: Dann startet die organisatorische Umstellung der Versorgung auf das neue Pflegestützpunkt-System. Zunächst bedeutet das, dass für die Betreuung in den 28 festgelegten Regionen jeweils eine von insgesamt sechs Träger-Organisationen im vollen Umfang zuständig sein wird.

In jeder Pflegeregion sollen damit Hauskrankenpflege, Pflegeassistenz, Heimhilfe und Tagesbetreuung „aus einer Hand“ kommen. Wie bereits berichtet, wird die Volkshilfe Burgenland neun Regionen betreuen, das Hilfswerk fünf Regionen, Caritas, Rotes Kreuz und Soziale Dienste Burgenland jeweils vier und die Diakonie zwei Regionen.

Das Land im Überblick: So sind die Pflegeregionen aufgeteilt

Besuch im Pflegestützpunkt: Am 1. April startet das Landes-Konzept

© Land Burgenland

Dem neuen System liegt beim Land Burgenland ein zentraler Gedanke zugrunde: „Uns war wichtig, Pflegepolitik vom freien Markt zurück in die öffentliche Verantwortung zu holen“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Die 71 Herzstücke des Pflegekonzeptes stellen die Stützpunkte dar: Spätestens bis 2029 soll bei allen „zumindest der Baustart erfolgt sein“.

In Schattendorf und Stinatz läuft der Betrieb, 13 weitere Pflegestützpunkte werden heuer eröffnet. Vier Stützpunkte befinden sich im Bau, an elf Standorten steht der Baubeginn bevor (siehe Liste weiter unten). Einer der neuen Pflegestützpunkte steht in Müllendorf und wird in Kürze in Betrieb gehen. Zusammen mit Landeshauptmann Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann luden am Montag Volkshilfe und die Gemeinde zur Besichtigung.

Vom „Dorfplatz“ und dem Aktivraum im Zentrum der Anlage über einen Behandlungs- und Ruheraum bis zu Büros soll im Haus „Leben stattfinden“, wie Landesrat Schneemann und die Vertreterinnen der Volkshilfe bei der gemeinsamen Begehung in Müllendorf betonten. Das bekommt auch aus Sicht von Bürgermeister Werner Huf zusätzliche Bedeutung, da es in der Gemeinde derzeit keine klassische, ganzjährige Gastro-Einrichtung gibt. „Die Türen sind immer offen, es gibt keine fixen Besuchszeiten. Die Leute sollen gern hierher kommen!“

So funktioniert der Pflegeplan

Das Land will mit dem Konzept nichts weniger als „einen neuen Standard in der Pflegeversorgung in Österreich“ schaffen, mit „klaren Zuständigkeiten“ und „langfristiger Versorgungssicherheit“. Zum Pflegeplan hat es in der Vergangenheit auch immer wieder kritische Stimmen gegeben, politisch wird vor dem Start im April noch kommende Woche diskutiert: Dann steht die Pflege auch im Landtag wieder auf der Tagesordnung.

Für die künftige Aufstellung ist aber bereits alles fixiert, die Umsetzung läuft, wird vonseiten des Landes auf den schrittweisen und regional abgestimmten Ausbau verwiesen. Die insgesamt 71 Pflegestützpunkte unterteilen sich in 28 Haupt- und 43 kleinere Nebenstützpunkte, die allesamt als Zentren „für alle Bereiche der nicht-stationären Pflege“ fungieren sollen. Die einzelnen Versorgungsregionen umfassen 8.000 bis 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Pflegestützunkte in Sicht

Inklusive Schattendorf und Stinatz werden bis Ende dieses Jahres 15 Pflegestützpunkte in Betrieb sein, und zwar jene in Müllendorf, Kobersdorf, Minihof-Liebau, Unterkohlstätten, Grafenschachen, Deutsch Jahrndorf, Gols, Trausdorf, Königsdorf, Gerersdorf-Sulz / Rehgraben, Mannersdorf an der Rabnitz, Frauenkirchen und Heiligenkreuz im Lafnitztal.

Im Bau befinden sich derzeit die Pflegestützpunkte in Stadtschlaining, Neudörfl, Olbendorf und Markt Sankt Martin.

Im Lauf des Jahres soll in elf weiteren Gemeinden der Baubeginnerfolgen: Großpetersdorf, Neusiedl am See, Hirm, Steinbrunn, Unterwart, Bocksdorf, Rechnitz, Wallern, Oggau, Horitschon und Wimpassing.