Best of Nova Rock 2025
Rückblick
Beim Nova Rock blieben die Festivalbesucher heuer sowohl von Gatsch als auch von Staubstürmen verschont - eine Seltenheit beim größten Musikfestival Österreichs. „Typisch Nova Rock“ waren dagegen die ausgelassene Stimmung bei den Stages, eine sympathische Prise Anarchie am Zeltplatz und viele unvergessliche Festivalmomente.
Das war das Nova Rock 2025.
© Julian Fözö, JULIAN FOEZOE
Tag 1: „Ruhig“ war es nur für die Einsatzkräfte
Mit dem Nova Rock in Nickelsdorf startete heute wieder das größte Rockfestival Österreichs. Tag eins begann entspannt, auch was die Anreise betrifft. Auf zwei Bühnen wurde auch schon ordentlich gerockt - mit Korn, Spiritbox, The Ghost inside und vielen mehr.

© Klaus Zwinger
Neu war in diesem Jahr nicht nur das Design der ab Donnerstag bespielten Red Stage, deren Seitenteile als Adlerflügel gestylt sind. Erstmals sorgte ein Horrorlabyrinth für Gruseln. Kulinarisch wurde auch heuer Kost abseits des üblichen Festival-Fast-Foods servieren, etwa in der my Burgenland-Arena.

© Julian Fözö, JULIAN FOEZOE
Für das Nova Rock ungewohnt still und ernst war es allerdings auch an Tag 1, und das aus traurigem Anlass. Die Festivalgäste gedachten mit einer Schweigeminuten den elf Todesopfern, ihren Angehörigen und den zahlreichen Verletzten nach dem Amoklauf in einer Grazer Schule.
Tag 2: Unsterbliche Legenden, höhere Frauenquote und ein Handydieb
Nach dem geglückten Start hat das Nova Rock am zweiten Tag einige Highlights der diesjährigen Ausgabe im Programm: Iggy Pop rockte die Blue Stage, Cradle of Filth die rote „Adlerbühne“, Rise Against und Linkin Park bescheren auf den Pannonia FIelds ein starkes Finale zur Halbzeit.
Mit der neuen Linkin Park-Sängerin Emily Armstrong und zahlreichen anderen weiblichen Sängerinnen und Musikern stieg heuer dazu die Frauenquote auf der Bühne deutlich.
Wie jedes Jahr mussten heuer wieder zahlreiche Pannenhelfer wegen verlorener Autoschlüssel ausrücken oder Starthilfe geben. Auch das Rote Kreuz hatte einiges zu tun, und das obwohl das Wetter heuer besonders festivalfreundlich ausfiel: trocken und nicht zu heiß. In den ersten beiden Festival-Tagen wurden bereits 522 Personen medizinisch versorgt, 98 Patiententransporte am Gelände durchgeführt und 25 Personen ins Krankenhaus überstellt.

© Rotes Kreuz
Besonders viel Ärger zog ein Handydieb auf sich. In der Menge wurden scheinbar zahlreiche Smartphones gestohlen. Einen mutmaßlichen Täter konnte die Polizei aber am Gelände ausforschen und rund 30 Handys sicherstellen. Diese können bei der Polizei abgeholt werden.

© Julian Fözö, JULIAN FOEZOE
Tag 3: Unendlich Power in Nickelsdorf
Auch nach zwei exzessiven Tagen Nova Rock sind die Fans noch nicht müde. Ob Masken-Metal mit Slipknot, Power-Metal mit Powerwolf , Hardcore mit Thrice oder „Quetschn-Synthie-Pop“ mit der Folkshilfe - der dritte Festivaltag steht im Zeichen der Abwechslung.
Rund um die zwei Hauptbühnen und die Red Bull Stage wurde weiter viel Party und Spaß geboten. Der Kreativität ließen die Rockfans nicht nur mit Kostümen aller Art freien Lauf, am Campingplatz wurde beispielsweise bereits auf selbstgebastelten Pferden geritten oder symbolisch geheiratet ... Nova Rock, eben. Die Stimmung ist bestens.
Auf den Bühnen gab's unter anderem Eurovision-Vibes mit einem Auftritt von Baby Lasagna - beim Vorjahres-ESC wurde der Kroate Zweiter, heute heizte er mit Pop, Elektro und Metal ein. Und es gab auch ein bisschen Wehmut bei einem der letzten Konzerte von Refused, die sich derzeit auf Abschiedstour befinden.
Auf der Red Stage waren unter anderem Krautschädl, Tschebberwooky, Irie Révoltés oder Biffy Clyro zu hören, zum Abschluss von Tag drei gibt's hier noch Folkshilfe oder SDP zu hören. Die Red Bull Stage bringt ebenfalls Spannendes und mit Thrice einen weiteren Headliner.
Nova Rock-Stammgäste wissen: Genau so viel Action wie bei den Stages gibt es in Nickelsdorf abseits der großen Bühnen: Roller Disco, Riesenrad, Bungee Jumping und mehr. Eine Reportage über das „Nova Rock abseits der Bühne“ findet ihr hier:
Tag 4: Frühschoppen, Blasmusik und Ausklang
„Der heimliche Headliner“ wird Wendi's Böhmische Blasmusik mittlerweile genannt - was die Nickelsdorfer auch auf eigenen T-Shirts verewigt haben. Denn der traditionelle Blechsound mit modernem Anstrich sorgt für Ausnahmezustand im Publikum.
Auch auf den weiteren Stages war das Energielevel und die Stimmung nicht von schlechten Eltern, die Acts hatten zugegeben größere Namen als „Wendi's Böhmische Blasmusik“: Me first and the Gimme Gimmes, Idles oder Danko Jones; Dream Theater, Heaven shall burn, Dragonforce und mehr; Wanda, Alligatoah oder der Closing Act Electric Callboy heizten zum Abschluss nochmals ordentlich ein.
Das Nova Rock 2025 im Rückspiegel
Das Nova Rock 2025 ist Geschichte - im wahrsten Sinne des Wortes. In Nickelsdorf wurden heuer 220.000 Gäste gezählt, freut sich Veranstalter Ewald Tatar. Damit war die heurige Ausgabe jene mit den zweitbesten Besucherzahlen seit der Gründung in der 20-jährigen Festivalgeschichte.
Vier Festivaltage mit jeweils rund 50.000 Besucher – und trotz dieser Menschenmassen kam es aus polizeilicher Sicht zu keinen größeren Zwischenfällen. Die Landespolizeidirektion Burgenland meldet eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Einsatzkräften aus ganz Österreich. Während des Festivals waren rund um die Uhr bis zu 200 Beamte zusätzlich zum Sicherheitspersonal des Veranstalters im Einsatz.
262 Anzeigen gab es wegen Diebstahls, damit macht das Delikt den größten Teil der Polizeistatistik aus. Hinzu kamen noch 35 Anzeigen wegen Suchtgiftdelikten.
Bei der Abreise wurden zudem 1.500 Autofahrer überprüft. Bei 1.312 Alkomat- und Alkovortests waren die Lenker in 49 Fällen durch Alkohol oder Suchtmittel beeinträchtigt. Acht Personen wiesen mehr als 0,5 Promille auf, zwei lagen über der Grenze von 0,8 Promille. Bei 39 Personen wurde eine Beeinträchtigung durch Suchtmittel festgestellt, zwei weitere standen unter Medikamenteneinfluss.
Erste Headliner für 2026 schon fix
Für 2026 ist das Nova Rock erneut über vier Tage angesetzt – von 11. bis 14. Juni. „Es gibt vier Acts, die nur als Headliner auftreten wollen. Und ich will auf keinen verzichten“, sagte Tatar. Fix zugesagt haben Bring Me The Horizon und The Offspring. Zwei Headliner hält der Nova Rock-Boss vorerst noch geheim.

© APA/FLORIAN WIESER, FLORIAN WIESER