Podersdorfs Erfolgskonzept als Inspiration für andere Gemeinden
Besuch aus Gastein
Podersdorf am See hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zu einer der erfolgreichsten Tourismusgemeinden des Burgenlands entwickelt. Die konsequente Neuausrichtung des Strandbads PODOBEACH als Erlebniswelt und die gezielten Investitionen in Freizeitangebote zahlen sich aus: Besucherzahlen steigen, Nächtigungen nehmen zu und nun wird das Konzept sogar von anderen Destinationen als Vorbild herangezogen.
Vorstand Benjamin Rogl, Technischer Leiter Christian Hochreiter, Marketing-Chef Markus Papai von den Gasteiner Bergbahnen
© PTF
Als in den 1970er Jahren eine Folge der österreichischen Kultserie „Ein Wiener geht nicht unter“ in Podersdorf gedreht wurde, war das eine Sternstunde für den Tourismusort und der Neusiedler See wurde als das „Meer der Wiener“ so richtig berühmt, obwohl der Begriff schon in den 1920er Jahren von findigen burgenländischen Werbechefs erfunden wurde. Das 70er-Jahre-Flair blieb lange Zeit am Tourismusort haften. In den vergangenen Jahren gelang es Podersdorf aber endgültig dieses Image abzulegen und stattdessen als moderne und hippe Destination wahrgenommen zu werden. Podersdorf ist „fresh“ geworden, um es in der heutigen Jugendsprache auszudrücken. Und das hat sich bis in den Westen Österreichs herumgesprochen.
Hoher Besuch aus Gastein
Am 5. März besuchte eine hochrangige Delegation der Gasteiner Bergbahnen das PODOBEACH Strandbad, um sich über das Konzept und die Umsetzung zu informieren. Vorstand Benjamin Rogl, Technischer Leiter Christian Hochreiter und Marketing-Leiter Markus Papai ließen sich vor Ort das Erfolgsmodell erklären. Besonders beeindruckt zeigte sich die Delegation von der Familien-Erlebniswelt PODOplay, die auf 18.000 Quadratmetern Motorikpark, Kletterwand, Wasserwelt und weitere Attraktionen bietet. 1,5 Millionen Euro investierte die Gemeinde, für die 2021 eröffnete Attraktion.
Die Gasteiner Bergbahnen planen, in ihrer Region ein ähnliches Freizeitangebot zu schaffen. Ob und wann das Projekt umgesetzt wird, stehe noch nicht fest, aber fest steht: Der Besuch in Podersdorf könnte der Startschuss für ein neues Kapitel im Gasteiner Tourismus sein, heißt es in einer Aussendung.
Von der Badeanstalt zum Erlebnisbad
Seit 2020 investiert die Gemeinde gezielt in die Weiterentwicklung des Strandbads. Das Ziel: weg vom klassischen Badeort, hin zu einem modernen Freizeit- und Sportzentrum. Allein in die Neugestaltung des Aktivbereichs unter dem Namen PODOactive flossen im Vorjahr erneut 300.000 Euro. Der neu eröffnete Calisthenics Park und der 3x3 Basketball Court sind nur zwei der Highlights, die das Sportangebot erweiterten und vor allem junge Menschen zum Outdoor-Training animieren. Die regelmäßige Austragung von Turnieren unterstreicht die sportliche Ausrichtung.
Parallel dazu entwickelt sich auch der Familienbereich stetig weiter. Mit der Erweiterung der beliebten Kugelbahn um eine zweite Duell-Bahn wurde die Erlebniswelt PODOplay zuletzt um eine weitere Attraktion ergänzt. 2024 zählte das Strandbad PODOBEACH fast 300.000 Besucherinnen und Besucher, während die Übernachtungszahlen in Podersdorf auf über 407.000 stiegen – ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Saisonverlängerung und Zukunftspläne
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist die strategische Saisonverlängerung. Während viele Strandbäder mit Ende des Sommers schließen, bleibt PODOBEACH bis weit in den Herbst geöffnet. Zuletzt sorgte eine Halloween-Erlebniswelt für zusätzliche Gäste. „Wir haben es geschafft, die Aufenthaltsdauer und die Auslastung in der Nebensaison deutlich zu steigern“, erklärt Tourismus-Chef Rene Lentsch in einem früheren BVZ-Interview.

© David Pokorny, DAVID POKORNY
Die längste Hüpfburg Europas
Die Vision für die kommenden Jahre ist klar: Weitere kleinere Projekte sollen Familien- und Aktivbereich stärker vernetzen, langfristig steht die Neugestaltung der Mole beim Leuchtturm an. Ein besonderes Highlight erwartet Gäste bereits 2025: Die längste Hüpfburg Europas wird im Frühjahr im Strandbad Station machen und das Freizeitangebot weiter bereichern.
Podersdorf zeigt eindrucksvoll, wie gezielte Investitionen und ein innovatives Tourismuskonzept eine Gemeinde nachhaltig beleben können. Die wachsende Aufmerksamkeit anderer Tourismusdestinationen bestätigt, dass der eingeschlagene Weg als Erfolgsmodell gilt.