Mähroboter unter falschem Namen bestellt
Betrugsprozess
Ein Rumäne und ein Ukrainer wurden angeklagt, weil sie einem Baumarkt einen Mähroboter, Umwälzpumpen und andere Waren im Wert von 2.800 Euro betrügerisch herausgelockt haben sollen.
Der 31-jährige Ukrainer wurde vom Vorwurf des Bestellbetrugs freigesprochen.
© BVZ/Kirchmeir
Am 22. August 2024 sollten sich die beiden Männer am Landesgericht Eisenstadt vor Richterin Karin Lückl verantworten, aber nur einer von ihnen, ein 31-jähriger vertriebener Ukrainer, der jetzt mit Frau und Kind im Bezirk Neusiedl lebt, war tatsächlich da.
Aufgefallen war der Bestellbetrug bei einer Grenzkontrolle, als der Rumäne mit einem Transporter bei Nickelsdorf ausreisen wollte.
„Er hatte verschiedene Waren der Firma Hornbach geladen, wobei die Adressen auf den Paketen auf verschiedene Personen lauteten“, berichtete eine Polizistin, die damals an der Grenze Dienst hatte.
Rumäne konnte bei Ausreise keine Rechnungen vorlegen
Rechnungen für die Waren, darunter ein Mähroboter und zwei Umwälzpumpen, sowie eine Videosprechanlage und sieben Wifi-Regler, konnte der Rumäne nicht vorlegen.
„Eine der Adressen befand sich in Zurndorf“, so die Polizistin. „Wir fuhren hin und fragten nach. Dort wohnt ein Ehepaar, das sagte, eine Person mit dem Namen, der auf dem Paket angegeben war, lebe nicht hier.“
Auf den Paketen befanden sich zusätzliche Aufkleber mit dem Namen des Ukrainers. „Wir fanden heraus, dass die Lieferungen über einen Zustelldienst umgeleitet wurden“, so die Polizistin. Der Ukrainer konnte die Pakete mit einem QR-Code bei Abholstationen übernehmen.
Dieser bekannte sich vor Gericht zu dem Betrugsvorwurf nicht schuldig. Den Rumänen kenne er als Transporteur, dieser habe ihm von seinem ukrainischen Wohnsitz verschiedene Haushaltsgegenstände und auch einen Kinderwagen gebracht.
„Er bat mich zweimal, Pakete bei GLS abzuholen. Ein anderer Mann schickte mir einen Code, damit konnte ich die Pakete abholen“, so der Angeklagte. Diesen Mann kenne er nur von den Telefonaten.
Bei verschiedenen Paketstationen Lieferungen abgeholt
Bei verschiedenen Paketstationen im Bezirk Neusiedl habe er im Februar und März 2024 sechs oder sieben Pakete abgeholt. Ein Paket sei zu ihm nach Hause zugestellt worden, weil die Packung zu groß gewesen sei.
„Es ruft Sie jemand an, den Sie nicht kennen, und fragt Sie, ob er auf Ihren Namen Pakete bestellen kann!“, wunderte sich die Richterin. „Ich wollte nur helfen“, meinte der Angeklagte. „Er sagte, ich soll meinen Namen angeben. Er wollte, dass ich die Sachen abhole.“
„Ist es normal für Sie, für Leute, die Sie nicht kennen, auf Ihren Namen Pakete in Empfang zu nehmen?“, hakte die Richterin nach.
„Uns haben viele Leute geholfen, ich wollte auch helfen“
„Wir kommen aus der Ukraine. Uns haben viele Leute geholfen, ich wollte auch helfen“, argumentierte der Angeklagte.
Der Erstangeklagte, der Rumäne, der nicht zum Gerichtsprozess gekommen war, habe dann die Pakete bei ihm abgeholt und wollte sie über die Grenze bringen.
„Hätte ich gewusst, dass mit den Paketen etwas nicht stimmt, hätte ich meinen Namen nicht hergegeben“, sagte der Angeklagte.
Die Richterin sprach ihn vom Betrugsvorwurf frei. „Das Ganze ist zwar mysteriös, aber im Zweifel wird man keinen Schuldnachweis erbringen können“, sagte sie. Für den Ukrainer spreche auch, dass dieser mit der Polizei kooperierte und mithalf, die Angelegenheit aufzuklären.
Gegen den Rumänen wird das Verfahren fortgesetzt, er wird zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben.