Zu viele Sparbücher eingelöst: Ein Schuldspruch und Diversionen
Betrugsprozess
Auf einen Großteil ihres Ersparten wollte eine Familie aus dem Bezirk Oberpullendorf nach dem Commerzialbank-Crash nicht verzichten. Mit Tricks umging man bei der Einlagensicherung den Höchstbetrag von 100.000 Euro. Elf Personen wurden angeklagt. Am Donnerstag gab es ein Urteil und sieben Diversionen.
Für sieben der elf Angeklagten endete der Betrugsprozess mit einer Diversion.
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Auf den zwei Anklagebänken im Saal 1 des Landesgerichts Eisenstadt hatten am Mittwoch, 23. April 2025, sechs Frauen und fünf Männer Platz genommen. Hauptangeklagter war ein ehemaliger Mitarbeiter der Commerzialbank, der im Juli 2020 einer Bankkundin und ihrer Familie seine Hilfe angeboten hatte.
Mit Unterstützung seiner Familienmitglieder und anderer Personen, darunter ungarische Staatsbürger, löste der ehemalige Bankmitarbeiter Sparbücher der vermögenden Commerzialbank-Kunden bei der Einlagensicherung ein.
Am Donnerstag, 24. April 2025, wurde der ehemalige Bankmitarbeiter zu 19 Monaten Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Die angeklagte 79-jährige Bankkundin erhielt eine Diversion: Wenn sie eine Geldbuße bezahlt, wird das Verfahren gegen sie eingestellt. Den Schaden von 99.500 Euro wollte sie bereits am Mittwoch bei der Einlagensicherung Austria (ESA) gutmachen - der Anwalt der Frau wollte ein entsprechendes Bargeldpaket an die Vertreterin ESA übergeben. Diese lehnte die Übergabe jedoch ab.
Das Geld soll jetzt auf anderem Weg an die Einlagensicherung übermittelt werden.
Sechs weitere Angeklagte erhielten ebenfalls Diversionen mit Geldbußen. Für drei Angeklagte wurde der Prozess auf September vertagt.