„Du warst ein Glücksfall“: Chef-Wechsel bei Rotem Kreuz Oberpullendorf

Bezirksversammlung

Angela Pekovics wurde von Rudolf Haider an der Spitze der Rot Kreuz-Bezirksstelle Oberpullendorf abgelöst. Der neue Bezirksstellenleiter und sein Team wurden mit 100 Prozent der Stimmen gewählt.

Der neue Bezirksstellenleiter Rudolf Haider bedankte sich bei seiner Vorgängerin Angela Pekovics mit einem Blumenstrauß.

Der neue Bezirksstellenleiter Rudolf Haider bedankte sich bei seiner Vorgängerin Angela Pekovics mit einem Blumenstrauß.

© Michaela Grabner

Mit Standing Ovations, Geschenken und einer Riesenportion an anerkennenden Worten (siehe Zitatebox) wurde Rot Kreuz-Bezirksstellenleiterin Angela Pekovics bei der außerordentlichen Bezirksversammlung der Rot Kreuz-Bezirksstelle Oberpullendorf am Freitag aus ihrer Führungsposition verabschiedet. „Du warst und du bist ein Glücksfall für das Rote Kreuz“, streute etwa ihr Vorgänger als Bezirksstellenleiter, Franz Stifter, Pekovics in seiner Laudatio Rosen. Er war es, der sie 2009 in sein Team geholt hatte, ihm folgte Pekovics 2016 zunächst als Vizepräsidentin im Roten Kreuz nach und 2023 schließlich auch als Bezirksstellenleiterin.

In dieser Funktion pflegte Pekovics auch eine gute Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, allen voran den Feuerwehren des Bezirks, wofür sich Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Reidl nicht nur mit wertschätzenden Worten, sondern auch mit dem Verdienstzeichen in Gold des Burgenländischen Landesfeuerwehrverbands bedankte.

„Ich bin kein Mensch, der schnell einmal gerührt oder überrascht ist, aber was ich heute an Wertschätzung und Überraschung erfahren durfte, geht mir sehr nahe. Ich habe eine wundervolle und erfüllende Zeit beim Roten Kreuz gehabt. Ihr seid mir zur Familie geworden und zu einer Familie gehört man immer“, bedankte sich Pekovics, die aber ganz ihrem vielfach angesprochenen sonnigem Naturell entsprechend gleich eine Bemerkung mit Augenzwinkern nachschob: „Ich gehöre zur Pensionistengeneration Z, zur neuen Pensionsgeneration, die bis 70 durchgearbeitet hat, auch da bin ich wieder Vorreiterin.“

100 Prozent für Rudolf Haider und sein Team

Bei den Neuwahlen wurde Rudolf Haider, über den Bezirk hinaus als langjähriger und seit Kurzem pensionierter Geschäftsführer des Umweltdiensts Burgenland bekannt, zum neuen Bezirksstellenleiter gewählt. Er erhielt ebenso wie sein Team 100 Prozent Zustimmung.

„Angela hat mich mit ihrem unwiderstehbaren Charme gefragt, ob ich mir vorstellen kann, ihre Funktion im Roten Kreuz zu übernehmen.  Es war keine Kopfentscheidung, sondern eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Es liegt vielleicht ein Zauber darin, etwas unentgeltlich und freiwillig zu tun. Menschen zu helfen, selber dabei Freude zu haben und das mit Gleichgesinnten zu tun. Die Mischung wird es wohl sein. Und so sagte mein Bauchgefühl: Ja.“, so Rudolf Haider, der sich selbst als „Teamplayer“ sieht und sich zusätzlich zu den bisherigen Stellvertretern Angelika Mileder und Julian Heissenberger zwei weitere ins Team geholt hat: Petra Herz und Matthias Pallisch. „Jeder bringt seine fachliche Expertise aus seinem Berufsleben mit, das ist für das Rote Kreuz Oberpullendorf ein klarer Mehrwert“, meint Haider.

Freude, Einsatz, Elan und guter Teamspirit sind die tragenden Säulen, wie er sich die Arbeit vorstellt. Sein Ziel ist es, mit Aufmerksamkeit und Einsatz den erfolgreichen Kurs des Roten Kreuzes Oberpullendorf auf guter stabiler „Flughöhe“ zu halten.

Dank und Anerkennung für drei verdiente Rot Kreuzler

Aus dem Bezirksausschuss ausgeschieden sind Monika Steiner aus Weppersdorf, die seit 41 Jahren beim Roten Kreuz tätig ist, und Eduard Pultz aus Deutschkreutz, seit 51 Jahren Mitglied. Helmut Hedl aus Frankenau hat sein Amt als Ortsstellenleiter nach 20 Jahren zurückgelegt. Ihnen allen wurde Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Um 6.000 Freiwilligenstunden mehr als 2023

Vor ihrem Abschied konnte die scheidende Bezirksstellenleiterin noch eine beeindruckene Leistungsbilanz der Rot Kreuz-Bezirksstelle für 2024 präsentieren. Allein im Rettungsdienst wurden 16.135 freiwillige Stunden im Rettungsdienst erbracht, um 4.500 Stunden mehr als noch im Jahr 2023. Weitere 11.600 Freiwilligenstunden wurden in allen anderen Leistungsbereichen erbracht, so dass im Jahr 2024 insgesamt 27.735 Freiwilligenstunden verbucht werden konnten, um rund 6.000 mehr als 2023. Möglich wurde dies unter anderem dadurch, dass auch die Zahl der Freiwilligen um 100 gestiegen ist. Allein im Rettungsdienst sind 44 junge Menschen neu tätig.

„Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass es eine Institution wie das Rote Kreuz gibt, die Sicherheit gibt und zu wissen, dass jemand da ist, wenn man Hilfe braucht“, meinte Bundesminister außer Dienst Niki Berlakovich. Und Landesrat Heinrich Dorner betonte: „Die Leistungsbilanz ist unglaublich beeindruckend. Da fehlen mir die Worte im positiven Sinn. Wenn man das hochrechnet geht es um eine halbe Million Euro, die von der öffentlichen Hand nicht aufgebracht werden muss.“ Auch Präsidentin Friederike Pirringer gratulierte: „In der heutigen Zeit steht oft das Ich im Vordergrund, für uns aber das Wir. Zusammenhalten und das Gefühl da zu sein um zu helfen - wir reden nicht lange, sondern gehen, tun und machen - das macht das Rote Kreuz aus.“

Zitate zu Angela Pekovics' Abschied

„Ich möchte dir Danke sagen, du hast sechzehn Jahre in der Rot Kreuz-Familie verbracht und viel Kraft und Engagement eingebracht.“ Oberpullendorfs Bürgermeister Johann Heisz

„Man hat gespürt, dass du deine Aufgabe mit Herzblut machst. Es war klar, der Frau geht es um was, die will, dass das ein Erfolg ist. Wenn man zu euch kommt, hat man das Gefühl, dass man wirklich in eine Familie kommt.“ Bundesminister außer Dienst Niki Berlakovich

„Du bist eine Strahlefrau, ein Sonnenschein. Wenn man dich sieht, gibt es immer gute Stimmung. Diesen Faktor hast du auch bei schwierigen, fordenden Aufgaben gut eingebracht.“ Landesrat Heinrich Dorner

Du bist ein Mensch, der ehrlich, direkt, strukturiert ist, der mitdenkt, der manchmal 'jo owa' sagt, aber immer konstruktiv. Du warst auch als Vizepräsidentin immer da, wenn wir dich gebraucht haben. Danke sagen heißt wertschätzen, was selbstverständlich getan wird, aber niemals selbstverständlich ist.“ Rot Kreuz-Präsidentin Friederike Pirringer

„Der Charme von Angela ist das, was uns alle begleitet.“ Jürgen Unterberger (Blutspendezentrale)

„Durch deine Art der Leitung hast du einen großen Beitrag geleistet, dass Demokratie gelingen kann.“ Regina Petrik (Generalsekretärin der Katholischen Aktion Österreich)

„Es gibt Menschen wie dich, die Eindruck hinterlassen, du hast eine Atmosphäre des Miteinanders geschaffen.“ Rot Kreuz-Dienstführender Franz Lang

„Du warst und bist ein Glücksfall für das Rote Kreuz.“ Vorgänger Franz Stifter