BFV wendet sich in der „Causa Pangl“ an die Staatsanwaltschaft
Bgld. Fußballverband
Vor der außerordentlichen Hauptversammlung des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) am kommenden Dienstag bringt der Verband eine Sachverhaltsdarstellung in der „Causa Pangl“ bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt ein. Ex-Präsident Georg Pangl stellt klar, er habe ein reines Gewissen und wolle die Sachlage den Vereinen gegenüber am Dienstag selbst „darlegen und restlos aufklären“.
Am Dienstag wird beim Burgenländischen Fußballverband gewählt, am heutigen Freitag brachte der BFV eine Sachverhaltsdarstellung in der "Causa Pangl" ein.
© Fenz
Im Sport-Hotel-Kurz in Oberpullendorf soll am besagten 17. Juni (Beginn ist um 19 Uhr), wenn man so will, seitens der Vereine der Deckel auf das gesetzt werden, was im Rahmen der Bestimmungen bereits legitim erfolgt ist. Johannes Wutzlhofer, er ist seit Dezember 2024 BFV-Präsident, steht bei der außerordentlichen Hauptversammlung offiziell zur Wahl. Erst beerbte er Georg Pangl nach dessen Rücktritt statutenmäßig vom Vorstand gewählt, aber nach außen interimistisch. Seit dem Frühjahr hat sich der Anspruch seiner Tätigkeit als Präsident auf Zeit verändert. Darum hat Wutzlhofer auch klargestellt, für die volle ausständige Funktionsperiode bis zur nächsten Hauptversammlung im März 2028 zur Verfügung zu stehen.
Er ist der vom Wahlausschuss vorgeschlagene Kandidat. Gegenkandidaten gibt es nicht. Bei der Gelegenheit wird es mit Heinz Manninger einen neuen Rechtsmittelreferenten zur Wahl geben, da Wutzlhofer auch diese (ursprüngliche) Funktion innehat und künftig nur noch offiziell BFV-Präsident sein soll.
Sollte ein Verein noch einen spontanen Antrag stellen und einen Kandidaten vorschlagen, dann müsste erst abgestimmt werden, ob dieser Antrag überhaupt zugelassen wird – und dafür wäre eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder (das sind die Vereine sowie die Mitglieder des Vorstands) nötig.
Ex-Präsident Georg Pangl wandte sich zuletzt mit einem Schreiben an die Vereine und stellte dabei klar, dass er vor Ort sein und auch als Kandidat für die Wahl des Präsidenten zur Verfügung stehen werde – wenn die Vereine das wollen. Die Info von Georg Pangl an die Vereine im Wortlaut:
„Sehr geehrte Damen und Herren, werte Vereinsvertreter!
Wie mir gesagt wird, sind viele von Ihnen am Überlegen, ob Sie am 17.6. nach Oberpullendorf fahren und an der aoHV des BFV teilnehmen sollen. Sinngemäß „weil es eh nichts Wichtiges ist, Herr Wutzlhofer wird Präsident, da der Pangl nicht antritt.“
Um diesbezüglich Klarheit zu schaffen, teile ich Ihnen mit, dass ich in Oberpullendorf anwesend sein werde. Wenn Sie als Vereinsvertreter der Meinung sind, dass der im Vorjahr rechtmäßig gewählte Präsident in der Person von Georg Pangl mit seiner Erfahrung im burgenländischen Fußball noch was zu tun haben soll, dann werde ich als Kandidat für die Wahl des Präsidenten zur Verfügung stehen.
Der Rücktritt im November war ein Fehler und erfolgte im Schock und mit viel Unverständnis, da es in den 35 Jahren Tätigkeit auf allen Ebenen des Fußballs noch nie Vorhaltungen in Bezug auf meine Arbeit gab. Diese habe ich so wie bisher auch im BFV eingebracht und mein Bestes versucht.
Auf die Richtigstellung des Protokolls der Gruppe Süd, die alternativlos war, folgten Ihre ermutigenden und motivierenden Rückmeldungen, die schlussendlich zur Abhaltung der aoHV geführt haben.
Ich bedaure meine Fehler und kann Ihnen versichern, künftig alle notwendigen Unterschriften und Beschlüsse einzuholen. Dennoch werde ich mir von niemanden die Motivation nehmen lassen, für die Vereine mit großem Einsatz weiterzuarbeiten.
Auf die Frage, „Tust du dir das nochmal an?“ ist die Antwort ein klares JA, WENN SIE ALS VEREINSVERTRETER DAS WOLLEN. Und auch einfach deswegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil Sie sich „das Gott sei Dank seit Jahren und Jahrzehnten antun“, für Ihren Verein zu arbeiten und somit für die Gesellschaft einen unschätzbaren Beitrag leisten.
Sie werden in jedem Fall richtig entscheiden und es wird so kommen, wie es kommen soll.
Ich wünsche Ihnen und Ihrem Verein alles Gute!
BFV geht nun selbst in die rechtliche Offensive
Zur Vorgeschichte vor diesem besagten Schreiben: Der Ex-Präsident sieht sich nachträglich vom Präsidium Ende November zum Rücktritt gedrängt, die Verbands-Führung wiederum beschwört das neue Miteinander. Nachdem Pangl bereits am 21. April aktiv ein ausführliches Schreiben an alle BFV-Vereine schickte, weil er eine Richtigstellung rund um ein Protokoll der Gruppe Süd-Sitzung vom Dezember 2024 verfasste, reagierte man dann seitens des Präsidiums, um „Klarheit zu schaffen“. Zur Sprache kamen Verfehlungen des ehemaligen Verbands-Chefs. Die hätte man bewusst außen vor gelassen, damit Ruhe einkehrt. Das sei in weiterer Folge nicht mehr möglich gewesen. Wutzlhofer sprach von „Geschäften, bei denen auch Georg Pangl persönlicher Profiteur war. Compliance ist hier ein ganz wichtiges Thema.“ Auch der „autokratische Führungsstil“ und ausgeübter Druck auf Mitarbeiter, um gewisse Infos nicht an das Präsidium weiterzugeben, wurden genannt. Wutzlhofer: „Das war eine systematische Vorgehensweise.“
Nun geht man seitens der BFV noch einen Schritt weiter, wie der Verband am Freitagabend per Pressemitteilung bekanntgab. Es wird eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt eingebracht. Die Info des BFV im Wortlaut:
„Gerne würde sich der BFV ausschließlich um sportlichen Aspekte kümmern. Die Verfehlungen des vormaligen BFV-Präsidenten Georg Pangl haben den BFV jedoch dazu veranlasst, zu reagieren und eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt einzubringen. Nach eingehender Prüfung der vorliegenden Dokumente sind die Präsidiumsmitglieder zur Überzeugung gekommen, dass Georg Pangl dem BFV nicht nur finanziellen Schaden zugefügt, sondern sich in seiner Zeit als BFV-Präsident auch persönlich ungerechtfertigt bereichert hat. Die zur Anzeige gebrachten Sachverhalte betreffen Reisekosten- und Diätenabrechnungen, die mehrjährige Anmietung von Fahrzeugen von einem oberösterreichischen Unternehmer, die Abrechnung von Büchern der Pangl Football Group GmbH an den BFV und den Abschluss von Verträgen für nicht nachvollziehbare Leistungen. Alle vorgenannten Sachverhalte erfolgten jeweils ohne Einbindung bzw. Zustimmung der erforderlichen Gremien.
Dabei hat Georg Pangl es nicht nur unterlassen das Präsidium und den Vorstand zu informieren und Zustimmungen einzuholen, sondern hat bewusst an diesen Gremien vorbei gearbeitet und es den Mitarbeitern des BFV sogar untersagt das Präsidium zu den einzelnen Rechtsgeschäften zu informieren.
Georg Pangl wurde mehrfach vom BFV die Chance gegeben, den verursachten Schaden einvernehmlich zu lösen und wieder gut zu machen. Dieser Aufforderung ist Georg Pangl leider nicht nachgekommen, weshalb nunmehr der Schritt der Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft gesetzt werden musste.
Der Vorstand des BFV muss für die Vereine verantwortungsvoll agieren. Dazu gehört auch, die Gelder des Verbandes für den Fußball bestmöglich einzusetzen und Schäden vom BFV abzuhalten. Aus diesen Gründen war es einhellige Meinung aller Präsidiumsmitglieder den nunmehrigen Schritt zu setzen.
Die aktuelle Auseinandersetzung soll rasch und klar zu einem Ergebnis gebracht werden, um wieder alle Ressourcen für die Vereine zur Verfügung zu haben – im Sinne der Mitglieder und Klubs, des burgenländischen Nachwuchsbereichs, und des Ansehens und Image des burgenländischen Fußballs!“
Pangl: „Werde die Sachlage aufklären, sofern man mich lässt“
Georg Pangl selbst stellte auf BVZ-Nachfrage zum Thema klar: „Ich habe ein reines Gewissen und werde den Vereinen am Dienstag - sofern man mich lässt - die Sachlage aus meiner Sicht darlegen und restlos aufklären.“