Globale Krisen bremsen burgenländischen Arbeitsmarkt
Bilanz für Mai 2026
Der burgenländische Arbeitsmarkt zeigt im Mai 2026 ein herausforderndes Bild, das maßgeblich von der internationalen politischen Lage beeinflusst wird.
7.667 Personen sind derzeit im Burgenland arbeitslos gemeldet. Weitere 1.939 Personen befinden sich in Schulungen.
© Daten AMS/Grafik Notebook LM
Laut aktuellen Daten des AMS Burgenland waren Ende des Monats insgesamt 9.606 Personen entweder arbeitslos gemeldet oder befanden sich in Schulungsmaßnahmen. Dies entspricht einem Anstieg von 3,6 % im Vergleich zum Mai des Vorjahres.
Arbeitslosigkeit und Beschäftigung im Detail
Die Zahl der rein Arbeitslosen stieg um 4,7 % auf 7.667 Personen, während die Zahl der Teilnehmer an Schulungen mit 1.939 Personen leicht rückläufig war (-0,5 %). Die geschätzte Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag bei rund 114.000, was ein leichtes Minus von 0,4 % zum Vorjahr bedeutet. Die Arbeitslosenquote im Burgenland kletterte damit auf 6,3 % (+0,3 Prozentpunkte).
Gegensätzliche Trends bei den Zielgruppen
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei den Langzeitbeschäftigungslosen, deren Zahl massiv um 9,2 % anstieg. Auch Personen über 50 Jahre (+4,7 %) und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen (+5,5 %) sind überdurchschnittlich betroffen.
Ein Lichtblick zeigt sich hingegen bei den Jugendlichen unter 25 Jahren, wo die Arbeitslosigkeit leicht um 0,4 % sank.
Branchenspezifisch verzeichnete das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Plus von 21 % den stärksten Zuwachs an Arbeitslosen, während die Warenherstellung mit einem Rückgang von 8,4 % eine positive Tendenz aufwies.
Regionale Unterschiede und Stellenmarkt
Innerhalb des Burgenlandes variiert die Situation stark: Während der Bezirk Eisenstadt den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnete (+7,3 %) und der Bezirk Oberpullendorf den Zweithöchsten (+6,5%) konnte der Bezirk Mattersburg als einziger einen leichten Rückgang (-0,6 %) vermelden.
Trotz der schwierigen Gesamtlage stieg der Bestand an gemeldeten offenen Stellen auf 1.571 (+2,3 %), wobei der größte Bedarf bei Arbeitskräfteüberlassern und im Tourismus besteht.
Am Lehrstellenmarkt zeigt sich ein Überhang: 144 offenen Lehrstellen stehen 108 suchende Jugendliche gegenüber.
Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland, macht für die gedämpfte Stimmung primär externe Faktoren verantwortlich: Der anhaltende Iran-Krieg treibe die Inflation und bremse die erhoffte Konjunkturbelebung. Eine allgemeine Trendumkehr am Arbeitsmarkt sei daher derzeit noch nicht absehbar.