30 Jahre Mix aus Holz und Sonne in Unterrabnitz für über 100 Abnehmer

Biosolar Unterrabnitz

Die Biosolar Unterrabnitz feierte ihr 30-jähriges Bestehen. Waren es anfangs 45 Abnehmer, so sind es heute rund 100 private Haushalte, einige Firmen sowie alle öffentlichen Gebäude der Gemeinde.

Leo Riebenbauer, Lukas Kuderer (Österreichischer Biomasserverband), Anton Taschner (Obmann vom Biomasse Heizwerkeverband Burgenland), Michael Zellinger (autonomize) Vizebürgermeister Christoph Zöchbauer, Rudolf Haspel, Gerhard Heiss, Altlandesrat Paul Rittsteuer, Franz Jandrisits, Altbürgermeister Willi Heißenberger und Obmann Josef Lang.

Leo Riebenbauer, Lukas Kuderer (Österreichischer Biomasserverband), Anton Taschner (Obmann vom Biomasse Heizwerkeverband Burgenland), Michael Zellinger (autonomize) Vizebürgermeister Christoph Zöchbauer, Rudolf Haspel, Gerhard Heiss, Altlandesrat Paul Rittsteuer, Franz Jandrisits, Altbürgermeister Willi Heißenberger und Obmann Josef Lang.

© Michaela Grabner

4,8 Kilometer Leitungsnetz, 58.000 Liter Pufferspeicher, zwei Heizkessel mit 600 und 500 kW und das Ganze kombiniert mit 541 Quadratmeter Sonnenkollektoren: Das ist die Biosolar Unterrabitz. Rund 100 private Haushalte, einige Firmen sowie alle öffentlichen Gebäude der Gemeinde werden von der Biosolar ganzjährig mit Wärme und Warmwasser versorgt. Die benötigten Hackschnitzel werden zu 100 Prozent von den Mitgliedern geliefert. Erst im vergangenen Jahr wurden im Zuge der Sanierung des schadhaften Dachstuhls rund 400.000 Euro investiert und Sonnenkollektoren montiert, um die Warmwasseraufbereitung zu unterstützen.

Obmann Josef Lang zitierte das Leitbild fürs Mittelburgenland aus dem Jahr 2023, worin die Wichtigkeit unterstrichen wird, „benötigte Energie nachhhaltig und erneuerbar zu erzeugen und eine möglichst große Energieunabhängigkeit zu schaffen.“ „Das haben meine Wenigkeit, Altbürgermeister Willi Heißenberger und einige Gleichgesinnte bereits vor 30 Jahren erkannt und danach gehandelt“, so Lang anlässlich 30 Jahre Biosolar Unterrabnitz - er war in drei Jahrzehnten neben Gerhard Schiefer der einzige Obmann.

„Ihr ward nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen“

Die Heizzentrale in Unterrabnitz wurde 1995/96 als eine der ersten im Burgenland errichtet. 17 Millionen Schilling wurden damals investiert, 7,5 Millionen davon von EU, Bund und Land gefördert. „Ihr ward nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen“, gratulierte Altlandesrat Paul Rittsteuer, der damals die Förderungen freigegeben und das Projekt unterstützt hatte. „Dass das Projekt möglich war, verdanken wir Idealisten und den 40 Familien, die bereit waren, dem Projekt zu folgen.“

Auch Lukas Kuderer vom Österreichischen Biomasserverband und Anton Taschner, Obmann vom Biomasse Heizwerkeverband Burgenland, gratulierten zum Jubiläum, betonten, dass durch Projekte wie diese regionale Wertschöpfung erzeugt, Wälder gepflegt und gesund erhalten und Unabhängigkeit von Energieimporten erzielt werden und hoben die Pionierleistung der Unterrabnitzer hervor. „Sie haben sich schon zu einer Zeit für ein nachhaltiges, erneuerbares Energiesystem entschieden, als noch viele Gasnetze ausgebaut wurden“, so Kuderer. Und Taschner erklärte: „In Sieggraben haben wir drei Jahre später gebaut und uns hier die Tipps geholt.“

Zahlreiche Schulen und Gemeinde-Abordnungen aus dem Burgenland, Firmen aus andere Bundesländern sowie Interessierte aus denNachbarstaaten Ungarn und Deutschland sowie aus Frankreich, Polen, Portugal, Schottland und Südkorea haben die Biosolar Unterrabnitz im Laufe der vergangenen Jahrzehnte schon besucht, um von diesem Energiemodell zu lernen.

Vizebürgermeister Christoph Zöchbauer betonte, dass das 30-jährige Jubiläum ein guter Zeitpunkt sei, um danke zu sagen an die Obmänner und Vorstandmitglieder, die tolle Arbeit und viel für die Bevölkerung und Unterrabnitz geleistet haben. Obmann Lang verlas auch eine Grußbotschaft von Bürgermeister Franz Schiefer, der krankheitsbedingt nicht an den Feierlichkeiten zum Jubiläum teilnehmen konnte. Darin hieß es unter anderem: „Die uneigennützige und vorausschauende Arbeit manifestierte sich vor 30 Jahren in der Entstehung dieses Heizwerks - eines der ersten im Burgenland - und ist nun durch die Installierung von über 500 Quadratmetern der neuesten Sonnen-Kollektoren auch ein Vorreiter österreichweit bei der Nutzung der Sonnenenergie.“