Neujahrswünsche der Landespolitik: „Gesundes und erfolgreiches 2025“
Botschaften der Parteien
An „gemeinsame Erfolge“ und „historische Projekte“ erinnert Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in seiner Neujahrsbotschaft. Mit dem SPÖ-Team will er bis zum Wahlsonntag weiterarbeiten. Trotz Kräftemessens betonen auch ÖVP, FPÖ, Grüne, NEOS und Liste Hausverstand den fairen Wettbewerb. Den Herausforderungen will man zusammen mit der Bevölkerung begegnen. Der Wahlkampf ist aber allgegenwärtig.
© Kaiser;dall:e
Als Jahr der Herausforderungen, „aber auch des Fortschritts und der gemeinsamen Erfolge“ bezeichnet Landeshauptmann Hans Peter Doskozil das abgelaufene 2024: „Das Burgenland stand einmal mehr für Stabilität und Solidarität – vom Ausbau der Gesundheitsversorgung über die Etablierung eines neuen Pflegemodells und den Kampf gegen die Teuerung, bis hin zum Thema Sicherheit. Diesen Weg werden wir im neuen Jahr fortsetzen. Gerade in schwierigen Zeiten ist das Land ein verlässlicher Partner der Burgenländerinnen und Burgenländer. Sie sind es, die dieses Land zu einem besonders lebenswerten Ort machen.“
© Wolfgang Millendorfer
Als Beispiele für „historische Projekte“ nannte Doskozil unter anderem die Eröffnung der neuen Klinik Oberwart und die Planung des Klinik-Neubaus Gols, ebenso wie das Modell der Pflegestützpunkte, des Öffi-Systems inklusive Anruf-Sammeltaxi oder des „Fanclubs Burgenland“ für den Strom-Fixpreis.
Allen Menschen im Land wünscht der Landeshauptmann „ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2025“; bis zum Tag der Landtagswahl werde die Regierung „intensiv für die Anliegen der Burgenländerinnen und Burgenländer weiterarbeiten“.
Neues Motto: „Sozial statt social“
„Die Burgenländerinnen und Burgenländer können wirklich stolz darauf sein, wie sich unser Heimatland entwickelt hat“, sagte auch Landtagspräsident Robert Hergovich in seiner Neujahrsbotschaft und zollte „Dank, Respekt und Anerkennung“ für die „gemeinsame Leistung. Man müsse sich zudem grundsätzlich mit der Frage auseinandersetzen, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickle: „Wir sollten uns jedenfalls darin einig sein, dass ein respektvolles Miteinander besser ist als eine gesellschaftliche Spaltung“, so Hergovich.

© Landtag Burgenland
Das Burgenland könne in dieser Frage gerne als Modell gesehen werden und zeige sich „resistent gegen negative Entwicklungen und Einflüsse“: Mit Blick auf den Zusammenhalt müsse das Motto „sozial statt social“ lauten.
ÖVP-Landesobmann Christian Sagartz hat wieder ein neues Motto zum Jahresbeginn bereit: „Gemeinsam für ein neues Miteinander“, so sieht er die Landtagswahl am 19. Jänner als „Aufbruch“. Er meint, der Jahreswechsel sei „der perfekte Moment, um einen Richtungswechsel einzuleiten“. Die „Politik des Miteinanders“ müsse stärker gelebt werden, so Sagartz.

© Privat, ÖVP Burgenland
Sagartz unterstreicht aus seiner Sicht zudem die Bedeutung dieser Wahl: „Es geht um die nächsten fünf Jahre und die Zukunft des Burgenlandes. Wir wollen 2025 zu einem Jahr des Aufbruchs und der positiven Veränderung machen“
Einen „Neustart“ und „Einigkeit statt Streit“ schickt FPÖ-Spitzenkandidat Norbert Hofer für 2025 und den Wahlkampf voraus. Er meint, es sei an der Zeit, die „Streitsucht“ zu beenden: . „Das Land ist zerstritten – mit dem Nachbarn in Wien, mit unseren ungarischen Nachbarn und mit wichtigen Akteuren in zahlreichen Bereichen.“ So zumindest urteilt Hofer, der mit seinem Antreten zur Wahl „als Troubleshooter und nicht als Troublemaker“ gelten will.

© Wolfgang Millendorfer
Als weitere Anliegen nennt Hofer die „Verbesserung der Pflege- und Gesundheitsversorgung“, der Personalmangel sei „eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“, ebenso sollen lange Wartezeiten auf dringende Operationen und Behandlungen verkürzt werden. Mit einem „Kassasturz“ im Land und der Abschaffung der Baulandmobilisierungs-Abgabe nennt Hofer zwei weitere Dauerbrenner der Oppositions-Kritik.
Zuerst der Wahlkampf, dann das Miteinander ...
Den Slogan „Lieber Grün als grantig“ will Landessprecherin und Spitzenkandidatin Anja Haider-Wallner auch zu ihrem persönlichen Motto für das neue Jahr machen, wie sie sagt: „Ja, ich ärgere mich auch oft, aber ich versuche, etwas Gutes daraus zu machen und Veränderungen zum Positiven einzuleiten. Das treibt mich an, daraus schöpfe ich Kraft.“ Gerade jetzt nach all den Krisen sei es wichtig, „den Blick fürs Wesentliche zu haben, den Interessensausgleich, mit Fokus auf die Menschen, die’s schwer haben, und unsere Kinder und Enkelkinder“.

© Gregor Hafner, HAFNER Gregor
Um Ideen und Projekte umzusetzen, brauche es Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg, so Haider-Wallner. „Es braucht ein Abrüsten der Worte und mehr Respekt vor einander. Man kann inhaltlich unterschiedlicher Meinung sein, aber nach einer harten Diskussion und dem Ringen um gute Lösungen muss man auch ein Glaserl Wein miteinander trinken können“, wünscht sich die grüne Spitzenkandidatin „einen fairen Wahlkampf und mehr Miteinander danach“.

© Wolfgang Millendorfer
„Alles erdenklich Gute zum Jahreswechsel – und Frieden“, wünscht der freie Abgeordnete Géza Molnár stellvertretend für seine Liste Hausverstand: „Was wir uns alle wünschen, das ist, dass unsere Nachbarschaft und Europa friedlicheren Zeiten entgegengehen, und der schreckliche Krieg und das sinnlose Sterben in der Ukraine und Russland ein Ende finden.“
In seiner Botschaft greift Molnár auch das politisch diskutierte Thema „aktiver Friedenspolitik“ und Vermittlungen für einen Waffenstillstand auf. „Schweigen und Nichtstun“ seien „keine Option“.
30 Jahre EU-Beitritt
NEOS-Landessprecher Christoph Schneider nimmt den Jahreswechsel zum Anlass für eine Erinnerung: 30 Jahre ist es her, dass Österreich der Europäischen Union beigetreten ist. Anlässlich des Jubiläums haben die NEOS einen Neujahrslauf an der Grenze zu Ungarn organisiert. Schneider war dabei und teilte dazu ein Video auf Instagram.

© NEOS, Privat
Das Burgenland ohne die EU wolle er sich nicht vorstellen, meint Schneider, und die NEOS würden „zu 100 Prozent für das starke, gemeinsame Europa“ stehen: „Ich wünsche allen Burgenländerinnen und Burgenländern ein frohes neues Jahr 2025. Ein Jahr, in dem wir auf 30 Jahre EU-Beitritt zurückschauen dürfen, und ein Jahr, in dem wir die Chance haben, das rote Netz im Burgenland zu zerreißen und endlich Kontrolle in den Landtag zu wählen", lässt auch Schneider den Hinweis auf den Wahlkampf nicht aus.