Keine Grenzen für den Fertigbau
Branche mit Vielfalt
Die klassischen Fertighausfirmen sind absolute Spezialisten für Ein- und Zweifamilienhäuser. Aber ihre Kompetenzen gehen weit darüber hinaus, denn die Vorteile des Fertighaus sind bei großvolumigen Wohnbauten ebenso gefragt wie beispielsweise bei Sanierungen.
Eine echte Alternative zum klassischen Haus: Ein gar nicht so kleines microHOME, das in jederHinsicht enorm flexibel ist.
© Genböck
Die neue Bundesregierung hat sich viel vorgenommen, auch in Sachen Bodenversiegelung. Der „effektive“ Bodenverbrauch soll auf 2,5 Hektar pro Tag reduziert werden. Erreichen will man das unter anderem durch höhere Bebauungsdichten, durch adäquates Widmen von Bauland nach tatsächlichem Bedarf oder durch die verstärkte Nutzung von Bestandsgebäuden.
Ein Thema, das schon in den letzten Jahren zum Teil recht heftig und kontrovers diskutiert wurde. Während die einen eine rigorose Reduktion beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern vorschlagen, wollen die anderen die Sache etwas differenzierter angehen und bei den „wahren“ Verursachern der Zersiedelung ansetzen. Untermauert wird das mit durchaus aussagekräftigen Zahlen. Ein Beispiel: Lediglich 0,4 Prozent der österreichischen Staatsfläche sind demnach von Einfamilienhäusern zersiedelt.
An Alternativen mangelt es nicht
Dass es aber hoch an der Zeit ist, sich Gedanken über alternative Wohnkonzepte zu machen, wird von keiner Seite in Frage gestellt. Auch der Österreichische Fertighausverband steht Alternativen zum klassischen Einfamilienhaus offen gegenüber. „Wir machen uns in der Fertighausbranche ja schon seit langer Zeit Gedanken über Themen wie Nachverdichtung und Flächenoptimierung“, bestätigt der Geschäftsführer des Verbandes, Christian Murhammer.
„Und viele unserer Unternehmen realisieren bereits recht erfolgreich Projekte wie die Sanierung von Bestandsgebäuden, An- oder Aufbauten und großvolumige Bauten.“ Denn die Vorteile des Fertigbaus – von den kurzen Bauzeiten bis hin zu Fixpreisgarantien – sind längst auch in diesen Bereichen gefragt.
Wobei man im Verband das potenzielle Betätigungsfeld noch viel breiter sieht. „Es gibt unzählige Grundstücke, oft mitten in den Ortskernen, die unbebaut vor sich hinvegetieren oder auf denen Bauruinen stehen, die schon seit langer Zeit nicht mehr bewohnt sind. Mit den Vorteilen der Vorfertigung könnten diese Objekte und Baulücken revitalisiert werden“, sagt Murhammer.
Eine andere Möglichkeit sieht er in den zahlreichen am Land verteilten Einkaufszentren. Auf deren Dächern könnte man problemlos Wohnungen errichten. Das wäre mit dem Fertigbau ebenso leicht machbar wie die Sanierung und Erweiterung alter Gebäude.
Allerdings bleibt es trotz allem oft nur bei der Theorie, ärgert sich Murhammer. „Leider scheitern wir manchmal an bürokratischen Hürden, weil uralte Bauordnungen und -vorschriften nur ein oder zwei Geschoße erlauben, weil Flachdächer verpönt sind oder die Vorschriften bezüglich des Abstands zur Grundstücksgrenze Zubauten unmöglich machen, obwohl diese Abstände schon lange nicht mehr nötig sind. Da müsste die Politik unbedingt für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen, die Bauordnungen entstauben und die Raumordnungen anpassen!“
Sparen mit Vorteilen
Immerhin kleine Auswirkungen auf die Bodenversiegelung haben auch jene Maßnahmen, die sich in erster Linie aus einem Sparzwang ergeben, dem Baufamilien aufgrund der allgemeinen Rahmenbedingungen unterliegen. Denn Kosten lassen sich am einfachsten sparen, wenn kleinere Häuser auf kleineren Grundstücken gebaut werden.
Mit optimierten Grundrisslösungen und flexiblen Wohnraumnutzungen passiert das in der Regel ohne dadurch auf allzu viel Komfort verzichten zu müssen. Auch der Trend zum Doppelhaus wird durch den Kostendruck beflügelt, bringt aber ebenfalls eine Menge an Vorteilen. Man teilt unter anderem die Kosten für das Grundstück, die Aufschließungskosten und viele laufende Ausgaben, kann aber trotzdem die Vorteile eines Einfamilienhauses genießen.