Kulturzentrum Mattersburg Sieger des Österreichischen Betonpreises
Brutalismus
Das Mattersburger Kulturzentrum landete in der Kategorie Revitalisierung auf Platz eins. Mit der Sanierung des Brutalismus-Baues ist ein „eindrucksvoller Dialog zwischen Alt und Neu gelungen“, so die Begründung der Jury.
Das KUZ Mattersburg wurde während der Jahre 2020 bis 2022 umgebaut.
© Wolfgang Thaler
Beton Dialog Österreich, die Interessensgemeinschaft der Zement-, Betonfertigteil- und Transportbetonhersteller in Österreich, hat am 24. Juni 2025 im Technischen Museum Wien zum zweiten Mal den Österreichischen Betonpreis vergeben.
82 Bauprojekte aus ganz Österreich – von Wohnbauten bis hin zu Infrastruktur- und Forschungsprojekten mit Beton – wurden eingereicht und wurden in drei Kategorie bewertet. Eine deutliche Steigerung zur erfolgreichen Erstauflage im Jahr 2023, bei der 57 Projekte um den ersten Platz ritterten.
„Der Österreichische Betonpreis hat sich als wichtigste Auszeichnung des Landes für das nachhaltige Bauen mit Beton etabliert. Die Fülle und die Vielfalt der teilnehmenden Projekte zeigt, welche Innovationskraft in dem Baustoff steckt. Die ausgezeichneten Bauwerke sind Leuchtturmprojekte, die uns den Weg zum nachhaltigen Bauen der Zukunft aufzeigen“, freut sich Christoph Ressler, Vorstand von Beton Dialog Österreich. Die Fachjury unter dem Vorsitz von Anja Fischer, Architektin aus Wien, hat die besten Bauprojekte in einem zweistufigen Verfahren genau geprüft.
„Im Mittelpunkt standen für uns die Kriterien, die auch bei der Ausschreibung des Österreichischen Betonpreises gefordert waren: Nachhaltigkeit, Funktionalität, Ausführungsleistung, Kreislauffähigkeit, Ressourcenschonung, Innovation und Design. Bei den ausgezeichneten Projekten konnte der Baustoff Beton in allen diesen Kriterien klar punkten“, lobt Anja Fischer.
Das Kulturzentrum Mattersburg landete in der Kategorie „Revitalisierung“ auf Platz eins. „Wie langlebig und flexibel Beton sein kann, zeigt der Sieger in der Kategorie Revitalisierung. Mit dem Projekt Kulturzentrum Mattersburg ist ein eindrucksvoller Dialog zwischen Alt und Neu gelungen. Die Sanierung des Brutalismus-Baus aus dem Jahr 1976, dessen Abriss bereits zur Diskussion stand, erfolgte mit großer Sorgfalt und Respekt vor der ursprünglichen architektonischen Sprache“, so die Jury.
Der hinzugefügte Neubau aus Beton trete in einen gleichwertigen, fein abgestimmten Austausch mit dem Hauptgebäude und zeuge von einem zeitgemäßen, nachhaltigen Anspruch. Die gelungene Kombination aus Erhalt, Transformation und Weiterentwicklung verleihe dem Ensemble nicht nur neue Relevanz, sondern mache es zu einem Vorbild für den sensiblen Umgang mit Bauten der Nachkriegsmoderne.
Sieger Kategorie Revitalisierung: Projekt Sanierung Kulturzentrum Mattersburg
Einreichendes Unternehmen: Wopfinger Transportbeton Ges.m.b.H.
Architekt: Holodeck Architects ZT GmbH
Bauherr: LIB – Landesimmobilien Burgenland GmbH
Transportbetonlieferant: Wopfinger Transportbeton Ges.m.b.H.
Ausführendes Unternehmen: Bauunternehmung Grant Gesellschaft m.b.H.
Zum Kulturzentrum Mattersburg:
Das KUZ Mattersburg wurde nach den Plänen von Architekt Herwig Graf errichtet. Die Bauzeit nahm drei Jahre in Anspruch, eröffnet wurde es am 22. Mai 1976 und war somit das erste Kulturzentrum im Burgenland.
Im Jahre 2014 wurde es aufgrund baulicher Mängel geschlossen. Rund um den Neubau oder Sanierung entbrannnten heftige Diskussionen und es war einige Zeit Stillstand.
Ende 2017 wurde ein neuer Anlauf genommen: Ein überarbeitetes Konzept, veränderte die Planung. Ab Mitte 2018 lagen alle Bescheide vor, im Frühjahr 2019 wurden notwendige Abbrucharbeiten vorgenommen, der eigentliche Baubeginn erfolgte 2020. Die Eröffnung des Umbaues ging im Jahre 2022 über die Bühne.