Johanna Sebauer präsentiert ihr Werk „Das Gurkerl“ im Literaturhaus
Buchpremiere
Am Dienstag, den 12. Mai, lädt das Literaturhaus Mattersburg zur Buchpremiere der burgenländischen Autorin und Bachmann-Preisträgerin Johanna Sebauer, die ganz im Zeichen eines kleinen Fests rund um „Das Gurkerl“ steht.
Die Bachmann-Preisträgerin Johanna Sebauer stellt am 12. Mai ihr Werk das „Gurkerl“ im Literaturhaus Mattersburg vor.
© zVg
Die satirische Erzählung, die bereits beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt erstmals öffentlich vorgetragen und mit dem Publikums- und 3sat-Preis ausgezeichnet wurde, erscheint an diesem Tag in Buchform. Die Veranstaltung versteht sich bewusst nicht nur als Lesung, sondern auch als Gesprächsanlass. Die Autorin nimmt in „Das Gurkerl“ ein vermeintlich banales Missgeschick zum Anlass, die mediale Empörungskultur zu beleuchten: Als einem bedeutenden Redakteur beim Biss in ein knackiges Gurkerl Essig ins Auge spritzt, entfacht dies eine Kettenreaktion. Aus dem kleinen Unfall wird eine Kolumne, dann einThema für Leserbriefe und Interviews, bis es schließlich eine öffentliche Debatte auslöst. Bald werden Gurkerl verboten, Proteste formieren sich und die Redaktion spaltet sich in feindliche Lager. Mit beißender Ironie kommentiert Johanna Sebauer mit „Das Gurkerl“, kongenial illustriert von Nikolaus Heidelbach, unsere heutige Empörungskultur.
Johanna Sebauer wurde 1988 in Wien geboren, aufgewachsen ist sie in Marz. „Ich habe Politikwissenschaft in Wien und Journalismus in Aarhus, Santiago de Chile und in Hamburg, wo ich auch lange gewohnt habe, studiert und während dieser Zeit meine ersten literarischen Gehversuche unternommen, Kurzgeschichten veröffentlicht und Lesungen abgehalten“, schildert die Autorin.
Es folgten diverse Stipendien, Residenzen und Preise, darunter auch der Burgenländische Literaturpreis 2019. Ihr erster Roman „Nincshof“ über eine fiktive Gemeinde und deren Bewohnerinnen und Bewohner am Neusiedler See, wurde mit dem Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals 2023 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für das Hamburger Buch des Jahres 2023. Es wird demnächst auch auf den Bühnen der Burgenländischen Kulturzentren zu sehen sein. „Das das Buch auf die Bühne kommt, ist natürlich wahnsinnig toll für mich und ich freue mich schon sehr, diesen Prozess zu beobachten, wie man ein Theaterstück eigentlich so macht“, freut sich die Autorin.
Beim Bachmann-Wettbewerb 2024 erhielt ihre Erzählung „Das Gurkerl“ nicht nur den 3sat-Preis, sondern auch den Publikumspreis. Am 14. Juli wird ihr zweiter Roman „Popóm“ erscheinen. Die Handlung rankt sich um den Endzwanziger Hendrik Popom, dem nichts so richtig gelingen will, bis plötzlich der doppelt so alte Popóm - sein zweites Ich - in sein Leben tritt ... In dem Buch entfaltet sich das klassische Literaturmotiv des Doppelgängers vor der Kulisse einer immer unübersichtlicheren Gegenwart.
Nach etlichen Jahren in Hamburg lebt Johanna Sebauer derzeit wieder in Marz, „in dörflicher Überschaubarkeit“, wie sie selbst sagt. Die Lesung am 12. Mai im Literaturhaus startet um 19 Uhr, Eintritt freie Spende. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung unter lisa.schwarz@literaturhausmattersburg.at erforderlich.