3 Spitzenkandidaten, 7 Fragen und 21 Antworten
Bürgermeisterwahl
Am 13. September wählen die Deutschkreutzerinnen und Deutschkreutzer ihren neuen Ortschef. Vorgezogener Wahltag ist am 4. September. Die BVZ hat die drei Kandidat:innen befragt.
Manfred Kölly (LBL), Eva Heidenreich (ÖVP) und Jürgen Hofer (SPÖ) stellen sich in wenigen Tagen der Wahl zum Bürgermeister.
© BVZ/ÖVP/SPÖ
Jürgen Hofer (SPÖ): Eine solide Finanzpolitik ist die Grundlage für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde. Diesen Weg möchte ich konsequent fortsetzen. Mir ist wichtig, verantwortungsvoll mit Steuergeld umzugehen, Förderungen bestmöglich zu nutzen und notwendige Projekte umzusetzen, ohne die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig können wir dabei auf die gute Zusammenarbeit mit dem Land Burgenland bauen.
Eva Heidenreich (ÖVP): Wir müssen mit den finanziellen Mitteln verantwortungsvoll umgehen und klare Prioritäten setzen. Notwendige Investitionen müssen weiter möglich sein, gleichzeitig müssen wir genau darauf achten, was wir uns leisten können und wo Förderungen beantragt werden können. Mir ist wichtig, dass wir nicht auf Kosten der nächsten Generation leben, sondern Deutschkreutz finanziell solide aufstellen und trotzdem dort investieren, wo es für die Menschen und die Zukunft notwendig ist.
Manfred Kölly (LBL): Unsere Gemeinde ist keine Konsolidierungsgemeinde, die finanziellen Mittel sind vorhanden. Das einstimmig beschlossene Budget 2026 muss nun konsequent umgesetzt werden. Ich setze mich für die Stärkung von Wirtschaft und Tourismus, die Nutzung von Förderungen und eine klare Priorisierung von Projekten ein. Dafür braucht es Struktur, Haushaltsplanung, Zusammenarbeit und vor allem neue Ideen und Visionen für unsere Gemeinde.
Jürgen Hofer (SPÖ): Unsere Vereine und die vielen ehrenamtlich Engagierten sind ein wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens . Als interimistischer Bürgermeister ist es mir gelungen, unseren Vereine mit außerordentlichen Bedarfszuweisungen finanziell unter die Arme zu greifen. Mir ist aber auch wichtig, ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein und gute Rahmenbedingungen für ihre wertvolle Arbeit zu schaffen.
Eva Heidenreich (ÖVP): Unsere Vereine mit den unzähligen ehrenamtlichen Helfern sind ein unverzichtbarer Bestandteil. Mir ist wichtig, dass die Gemeinde für sie ein verlässlicher Partner ist, sie bei ihren Anliegen unterstützt und unkomplizierte Rahmenbedingungen schafft. Das fängt beim unbürokratischen Beantragen einer Förderung bei der Gemeinde an und hört beim Anmelden einer Veranstaltung auf. Vor allem möchte ich auch den regelmäßigen persönlichen Austausch mit unseren Vereinen vertiefen.
Manfred Kölly (LBL):Vereine sind mir heute genauso wichtig wie in meinen 19 Jahren als Bürgermeister. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gemeinschaft und machen unsere Gemeinde lebenswerter. Deshalb möchte ich ihnen wieder mehr Möglichkeiten zur Mitgestaltung geben, regelmäßige Gespräche führen, eine jährliche Bürgerversammlung etablieren und neue Angebote für junge Menschen schaffen, etwa durch die Einrichtung eines Jugendzentrums.
Jürgen Hofer (SPÖ): Deutschkreutz soll auch künftig eine familienfreundliche Gemeinde bleiben. Deshalb müssen wir weiterhin in Bildung, Kinderbetreuung und ein gutes Umfeld für junge Familien investieren. In den vergangenen Monaten konnten wir bereits wichtige Maßnahmen in Schule und Kindergarten umsetzen, von Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen über neue Laptops bis hin zu Verbesserungen im Kindergarten. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei die Mittelschule. Ich werde mich weiter dafür einsetzen, den Schulstandort abzusichern und notwendige Sanierungen voranzutreiben.
Eva Heidenreich (ÖVP): Als Mutter weiß ich ganz genau, dass Deutschkreutz eine Gemeinde sein muss, in der sich Familien wohlfühlen und Kinder gut aufwachsen können. Dazu gehören eine verlässliche Kinderbetreuung, gute Rahmenbedingungen im Kindergarten und in der Schule sowie attraktive Freizeit- und Spielmöglichkeiten. In den vergangenen Jahren wurden von uns dazu zahlreiche Vorschläge auf den Tisch gelegt, diese fanden im Gemeinderat jedoch leider aus parteipolitischen Gründen nicht die benötigte Mehrheit.
Manfred Kölly (LBL): Leistbares Wohnen für Jungfamilien muss durch Kooperationen mit Siedlungsgenossenschaften aktiv gefördert werden. Wichtig sind attraktive Wohnsiedlungen mit Spielplätzen, Grünflächen und ausreichend Bäumen. Das Schwimmbad sollte mit einer neuen Rutsche, Sprungturm und Beschattung im Kleinkindbereich familienfreundlicher werden, ein Campingplatz könnte zusätzliche Gäste bringen. Förderungen für Tafelklassler hätten im Gemeinderat beschlossen gehört und im Bereich Kindergarten sollten regelmäßig Gespräche mit der Pfarre über die Zukunft geführt werden. Ebenso müssen Sicherheitsthemen im Ortszentrum und Schulbereich (Stichwort Rollerproblematik) gemeinsam mit den Elternvertretern angegangen werden.
Jürgen Hofer (SPÖ): Deutschkreutz verfügt über eine gute Infrastruktur, dennoch gibt es viel zu tun. In den letzten Monaten konnten wir bereits wichtige Projekte in den Bereichen Bildung, Verkehrssicherheit und Gemeindeeinrichtungen umsetzen. Diesen Weg möchte ich fortsetzen: notwendige Sanierungen und Verbesserungen Schritt für Schritt angehen, die Sicherheit und Lebensqualität weiter erhöhen und dabei stets auf solide Finanzen achten.
Eva Heidenreich (ÖVP): Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist für mich der Bahnhof. Die ÖVP hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass dieser saniert und ausgebaut sowie der Güterbahnhof aus dem Ortsgebiet verlegt wird. Damit schaffen wir eine deutlich höhere Lebensqualität für die Anwohner. Großen Handlungsbedarf sehe ich bei neuen Hausplätzen. Hier möchte ich endlich etwas weiterbringen, um Abwanderung zu verhindern.
Manfred Kölly (LBL):Deutschkreutz braucht eine klare Zukunftsstrategie. Ich würde gerne den Hauptplatz neu gestalten, ein modernes Ärztezentrum errichten, die Pflegeangebote ausbauen und mit einem Wasserauffangbecken sowie mehr Photovoltaik-Anlagen auf unseren Dächern auf den Klimawandel reagieren. Auch der Ausbau des Gewerbeparks sollte ein Thema sein, wie auch die Weiterentwicklung von Vinatrium und Schloss sowie ein zukunftsorientierter Schulstandort mit einem eigenen Schwerpunkt (z.B. Sport oder Neue Kommunikation) . Ein Bürger-Windrad könnte die Gemeinde nachhaltiger und energieunabhängiger machen.
Jürgen Hofer (SPÖ): An erster Stelle steht für mich, die Gemeinde finanziell solide weiterzuführen und gleichzeitig dort zu investieren, wo es für die Menschen einen konkreten Nutzen gibt. Dazu gehören unsere Infrastruktur, die Schule und der Kindergarten sowie Maßnahmen für mehr Sicherheit und Lebensqualität. Diesen Weg möchte ich gemeinsam mit den Deutschkreutzerinnen und Deutschkreutzern konsequent weitergehen.
Eva Heidenreich (ÖVP):An erster Stelle steht für mich die Weiterentwicklung unsere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Zweitens möchte ich neuen Wohnraum in Form von Hausplätzen schaffen, damit vor allem junge Menschen und Familien die Möglichkeit haben, in Deutschkreutz zu bleiben und ihre Zukunft auszubauen. Der dritte Schwerpunkt ist eine sinnvolle Attraktivierung unseres Ortskerns. Dazu gehören für mich ein lebendiges Zentrum, eine sinnvolle Nutzung bestehender Infrastruktur und neue Impulse für das Vinatrium und die Weinlounge.
Manfred Kölly (LBL):Für mich stehen an erster Stelle Kindergarten und Schule. Aber auch ein neues Gemeindezentrum und leistbare Hausplätze sind sehr wichtig. Hier braucht es Gespräche mit Siedlungsgenossenschaften
Jürgen Hofer (SPÖ): Ich bin ein bodenständiger Mensch, der zuhört, sein Wort hält und Verantwortung übernimmt. Ich arbeite sachlich, ehrlich und mit vollem Einsatz für unsere Gemeinde. Ich möchte nicht große Versprechen machen, sondern gemeinsam mit den Menschen für Deutschkreutz arbeiten. Wer Ruhe, Stabilität, Verlässlichkeit und einen klaren Blick nach vorne möchte, den bitte ich um sein Vertrauen.
Eva Heidenreich (ÖVP): Weil mir die Menschen und unsere Gemeinde am Herzen liegen. Ich möchte eine Bürgermeisterin sein, die zuhört, für die Menschen da ist und Entscheidungen mit Herz und Hausverstand trifft. Dabei sind mir Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und ein respektvolles Miteinander besonders wichtig.
Manfred Kölly (LBL):Weil ich Erfahrung habe, Zeit habe und bereits gezeigt habe, dass es möglich ist, in Deutschkreutz die Lebensqualität aufrecht zu erhalten. Ich möchte keinen Stillstand und kein parteipolitisches Denken mehr.