Deutschkreutzer Drama in zwei Akten

Burgenlandliga

Deutschkreutz sieht trotz früher Führung gegen Sankt Margarethen in der Schlussphase bereits als sicherer Verlierer aus. Für den ersten Heimsieg reichte es zwar nicht, mit einer dicken Portion Moral und dem nötigen Quäntchen Glück sprang letztendlich aber zumindest noch ein Pünktchen heraus.

Deutschkreutz-Goalie Bruno Horvath stand gegen Sankt Margarethen gleich mehrere Male im Mittelpunkt - sowohl im eigenen als auch im gegnerischen Strafraum.

Deutschkreutz-Goalie Bruno Horvath stand gegen Sankt Margarethen gleich mehrere Male im Mittelpunkt - sowohl im eigenen als auch im gegnerischen Strafraum.

© Mia Wlaschits, MIA WLASCHITS

Deutschkreutz - Sankt Margarethen 3:3.Die doch noch immer angespannte Personalsituation der Deutschkreutzer sollte vorerst einmal keine großen Wirkungen zeigen. Im dritten Heimspiel der Saison war zu Beginn wieder ein Gesicht zu erkennen, das den Rot-Schwarzen ähnelte. In der Abwehrreihe stand man kompakt, im Angriffsdrittel wurde gewohnt schnell umgeschalten. Eine jener Situationen bescherte den Hausherren auch die nicht unverdiente Führung. Nach einem Eckball für die Gäste zündeten Noel Kustor und Benjamin Petö den Turbo, letzterer bediente den dritten Ungarn im Bunde, Milan Ignacz, der zu seinem Premierentreffer einschob. In der Folge blieben die Gastgeber das aktivere Team, zeigten sich allerdings einmal zu passiv. Prompt wurde man bestraft. Dominik Csomos egalisierte mit der einzigen nennenswerten Chance der Gäste.

Schlitzohr Thomas Jusits mit einem Geistesblitz

„Zur Pause haben wir angesprochen, dass noch alles drin sei“, sagte FCBD-Coach Roman Fennes und fügt hinzu: „Und schon waren wir 2:1 hinten“. Die Deutschkreutzer Defensive schaute nicht unbedingt gut aus. Mario Wenzl war nach einem Diagonalball am handlungsschnellsten. Nach gut einer Stunde sahen sich die Hausherren mit einem Zwei-Tore-Rückstand konfrontiert. Ein Eckball fiel auf der ersten Stange eigentlich ungefährlich runter, rutschte aber durch mehrere Spieler durch und prallte von Hausherren-Goalie Bruno Horvath ins Tor. Fennes bewertete den Gegentreffer ursprünglich als Slapstick, wurde dann aber aufgeklärt. „Es hat jemand beim Eckball geschrien, dass es sein Ball sei. Auf die Frage, wer das war kam keine Antwort. Die lieferte mir Jusi (Anm. Thomas Jusits). Er meinte, dass mir niemand eine Antwort geben wird, weil er es gewesen sei.“ Der Übungsleiter konnte seinem ehemaligen Schützling allerdings nicht böse sein: „Andere hätten das vielleicht als grobe Unsportlichkeit gesehen, ich bin einfach froh, dass es noch solche Schlitzohren gibt.“ Zumal es da noch das altbekannte Sprichwort „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ gibt.

Deutschkreutzer Drama in zwei Akten

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Geschichten, die nur der Fußball schreibt

Denn Fennes spürte, dass die Partie noch nicht gelaufen war. „Ich hatte das Gefühl, dass uns nur der Anschlusstreffer gelingen muss.“ Die Hausherren stellten auf Dreierkette um, forcierten nun die zweiten Bälle. Schlussendlich war allerdings eine Standard für das 2:3 verantwortlich. Capitano Christopher Lipowsky nickte eine Freistoßflanke von Tobias Gager am zweiten Pfosten ein. „Dann waren wir massiv am Drücker“, vernahm Fennes. Kurioser hätte der Lucky Punch jedoch nicht passieren können. Christian Stutzenstein bringt einen letzten Ball aus dem Halbfeld zur Mitte, der aufgerückte Goalie Horvath kommt daraufhin zum Abschluss. Beim 3:1 schon die Hauptprotagonisten, wechselten die beiden nun die Rollen: Unglücksrabe Jusits sprang der Ball an die Hand, unmissverständlich gab es Elfmeter. Den verwertete Goalgetter Kustor eiskalt, ehe der Schlusspfiff ertönte. Zwar wurde es nichts mit dem ersten Heimsieg, Fennes sah ohnehin das große Ganze: „Ich bin megastolz auf die Jungs. Sie haben sich aufgerappelt, nie aufgegeben und gezeigt, was mit Moral alles möglich ist.“

Statistik

FC blaufränkisch Deutschkreutz - SV Waha Sankt Margarethen 3:3 (1:1).-
Torfolge:1:0 (19.) Ignacz, 1:1 (38.) Csomos, 1:2 (47.) Mario Wenzl, 1:3 (60., Eigentor) Horvath, 2:3 (85.) Lipowsky, 3:3 (90+4., Handelfmeter) Kustor.
Reserve:0:1 (Granabetter).
SR:Kaplan.- Deutschkreutz, 219.
Deutschkreutz:Horvath; Stutzenstein, Lipowsky, Godovitsch, Tröscher; Eric Neubauer (75. Scherz), Tobias Gager; Thumberger, Ignacz, Petö; Kustor.
Sankt Margarethen:Michael Wenzl; El Baali, Jusits, Philipp Wenzl (69. Kucher), Fortunits; Bosnjak; Mario Wenzl (81. Gergö Fönyedi), Jovanovic (81. Dörfler), Weixelbaum, Grvala; Csomos.