Halbturner Rumpftruppe bejubelt Last-Minute-Tor und Punkt beim Leader

BURGENLANDLIGA

Der Mattersburger SV ließ zahlreiche Chancen liegen und kassierte in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich gegen ersatzgeschwächte Halbturner. Noch bitterer als das Ergebnis war für den Tabellenführer die Folge eines Luftduells, bei dem sich ein Mattersburger einen Stirnhöhlenbruch zuzog.

Halbturner Rumpftruppe bejubelt Last-Minute-Tor und Punkt beim Leader

© Martin Ivansich

MSV - Halbturn 2:2. Mit einer echten Rumpftruppe hat der USV Halbturn beim Tabellenführer Mattersburger SV für eine große Überraschung gesorgt und ein 2:2 im Pappelstadion erkämpft. Angesichts zahlreicher Ausfälle sprach Halbturn-Trainer Peter Herglotz von einer „mörderischen Leistung“.

Gleich mehrere Stammkräfte fehlten: Jakub Sulc, Adrian Lehotsky, Noah Leopold, Tobias Hoffmann, Jonas Zinkl und Lukas Burian standen nicht zur Verfügung, auch der Einsatz von Tormann-Routinier Rene Summer war lange fraglich - er konnte aber schlussendlich auflaufen.

Die Vorgabe von Herglotz – die ersten 20 Minuten ohne Gegentor zu überstehen – wurde erfüllt. Mattersburg hatte zwar mehr Ballbesitz, doch die Gäste verteidigten diszipliniert. In der 29. Minute fiel dennoch das 1:0: Nach einem wunderbaren Stanglpass von Max Schranz stand Niklas Lang richtig und traf aus kurzer Distanz. Nur 60 Sekunden ein ähnliches Bild. Wieder war es Schranz, der auf der Außenbahn nicht zu stoppen war, diesmal bediente er Justin Strodl und der scheiterte knapp am 2:0.

Halbturn zeigte sich aber keineswegs geschockt. Nach einem Freistoß kam Jan Schneider per Kopf knapp zu kurz, wenig später köpfelte Ivan Hlushko eine Hereingabe in die Arme des Keepers. „Das war ein großer Sitzer“, hatte Coach Herglotz schon hier den Torschrei auf den Lippen.

Nach der Pause belohnte sich Halbturn für den Aufwand: Hlushko setzte sich auf der Outlinie richtig stark durch, spielte ideal zur Mitte, wo Fabian Ziniel zum 1:1 einschob (49.).

Secco-Elfertor reichte nicht für Sieg

Der MSV drückte in der Folge auf die neuerliche Führung. Zunächst wurde ein Treffer von Niklas Lang wegen Abseits aberkannt - eine hauchdünne Entscheidung nach einer knappen Stunde. Wenige Minuten köpfelte Sebastian Trenkmann aus drei Metern am leeren Tor vorbei - ein Riesensitzer. Dann aber jubelten die Hausherren. Nach einem Foul von Oliver Praznovsky an Nedim Muratcehajic im Strafraum gab es Elfmeter, den Joker Lukas Secco zum 2:1 verwertete (72.). Zehn Minuten später folgte eine bittere Szene.

Halbturner Rumpftruppe bejubelt Last-Minute-Tor und Punkt beim Leader

© Martin Ivansich

Mattersburgs eingewechselter Mittelfeldmotor Adnan Garib krachte bei einem Luftduell mit Halbturns Jan Schneider zusammen und musste ausgetauscht werden - die Diagnose: Stirnhöhlenbruch.

Der MSV verabsäumte es in der Folge, den Vorsprung auszubauen. Halbturn blieb dran, kämpfte weiter – und wurde spät belohnt. In der Nachspielzeit setzte sich erneut Hlushko durch, sein Ball kam zu Ziniel, der mit seinem zweiten Treffer den umjubelten 2:2-Endstand fixierte (93.). „Ich bin megastolz auf diese Mannschaft. Mit dieser Besetzung hier einen Punkt zu holen, ist unglaublich“, so Herglotz, der ergänzte: „Das ist wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag an einem Tag.“

MSV-Trainer Josef Kühbauer: „Wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu entscheiden, und beim 2:2 haben wir uns nicht geschickt angestellt. Das Ergebnis ist diesmal aber nebensächlich, wichtig ist, dass sich Adnan Garib rasch erholt.“ Für den Routinier ist vorerst eine Pause angesagt, bis Genaueres abgeklärt ist. Auch eine Operation steht im Raum. Neben Garib gab es noch einen zweiten verletzungsbedingten Ausfall der Heimelf. Max Schranz musste mit Verdacht auf Bänderverletzung im Knie zur Halbzeit runter. Für den MSV waren es am Ende also mehr als zwei verlorene Punkte.

Spielstatistik

Mattersburg– Halbturn 2:2 (1:0).-
1:0 (29.) Lang, 1:1 (49.) Ziniel, 2:1 (72., Elfmeter) Secco, 2:2 (93.) Ziniel.
SR: Wisak. Zuschauer: 475.
Mattersburg: M. Stöger; Schranz (HZ. Kaiser), T. Stöger, Leitgeb, Grimmer; Muratcehajic, Ortner; Trenkmann, Strodl (74. Garib, 83. Wölfer), Pöttschacher (60. Müller); Lang.
Halbturn: Summer; Kruzliak, Praznovsky, Hamm, Bauer; Ziniel, Schneider, Ujlaky, Ecker (46. Talos), Hlushko; Bruck (76. Reeh).
Reserven: 0:1.