Ist der Punkt genug oder zu wenig für St. Margarethen und Siegendorf?

Burgenlandliga

Siegendorf trauerte zwei verlorenen Punkten nach. Für St. Margarethen fühlte sich das 1:1 in einem emotionalen Derby durch den Ausgleich in der Nachspielzeit wie ein Sieg an.

St. Margarethen und Siegendorf lieferten sich ein umkämpftes Derby: Tamas Bedics beim Tackling gegen Ahmed El-Baali von St. Margarethen

St. Margarethen und Siegendorf lieferten sich ein umkämpftes Derby: Tamas Bedics beim Tackling gegen Ahmed El-Baali von St. Margarethen

© Günther Pavlovics

St. Margarethen - Siegendorf 1:1.750 Zuschauer sorgten für eine tolle Kulisse und gute Stimmung. Die Spieler dankten es ihnen aber nicht mit einem Fußballfeuerwerk. Zu viel stand auf dem Spiel. Dem Verlierer des Derbys würde das Abstiegsgespenst im Nacken sitzen. Und so gab es ein vorsichtiges Abtasten mit nur wenigen Tormöglichkeiten. Und es gab natürlich zwei unterschiedliche Analysen nach dem Schlusspfiff.

Siegendorfs Spielertrainer Dominik Wydra sagte: „Am Ende ist das Ergebnis bitter. Wir waren in der zweiten Halbzeit besser, hatten drei, vier gute Möglichkeiten." Für Siegendorf ist es bitter, dass man in der Nachspielzeit noch zwei Punkte liegen hat lassen. „Mit einem Blick auf die Tabelle ist es doppelt bitter", sagt Wydra. Klingenbach, Bad Sauerbrunn und Kohfidisch haben durch ihre Siege weitere zwei Punkte zwischen sich und den 14. aus Siegendorf geschoben. Der Abstand zu St. Margarethen blieb mit vier Punkten gleich, statt auf einen Zähler zu schmelzen.

Siegendorf wurde nach der Pause besser

Vor dem 1:0 hatte Lukas Grozurek seine Klasse aufblitzen lassen, einen Ball halbvolley in den Strafraum gebracht, wo ihn der junge Japaner Shoma Shimooka über die Linie drückte. Wydra hatte das Spielsystem so ausgelegt wie gegen Neudorf, als man 5:0 gewonnen hatte. Nur Andreas Dostal hatte seinen angeschlagenen Bruder Lukas in der Startelf ersetzt. Nach dem Führungstor ließen die Siegendorfer aber ihre Möglichkeiten liegen. Wydra gab sich dabei auch selbstkritisch: „Ich selbst bin am Fünfer einmal allein von dem Tormann gestanden, habe den Ball aber nicht ordentlich getroffen."

Und so durfte sich am Ende auf Franz Lederer, der Trainer von St. Margarethen, freuen. „Die Stimmung nach dem Spiel war gut. Der späte Ausgleich war wie ein gefühlter Sieg." Dabei hatte seine Mannschaft im Spielverlauf vor allem vor der Pause die besseren Momente. Bei einem Stanglpass von Florian Dörfler kamen Martin Weixelbaum und Mario Wenzl einen Tick zu spät. Wenzl durfte die Solospitze geben, weil diesmal Dominik Csomos gesperrt war. Auch Mittelfeldspieler Jakub Hronec fehlte wegen seiner fünften Gelben Karte. Dafür stand Innenverteidiger Bastian Kucher nach seiner Verletzungspause erstmals im Frühjahr in der Startformation. Und Tobias Schindler spielte auf der Seite statt Gergö Fönyedi.

Joker David Granabetter traf nach drei Minuten

„Zweite Halbzeit war dann hüben wie drüben nicht berauschend", sagte Lederer. Nur dass man ein Tor zugelassen hat. Im Finish warf er dann alles nach vorne, auch Abwehrchef Thomas Jusits. Der 39-Jährige bewies seine Rolle als Führungsspieler, erkämpfte mit Willen und Routine den Ball im Siegendorfer Strafraum und spielte ihn zur Mitte. Dort drückte ihn David Granabetter über die Linie. Der war aus der Startelf gerutscht, weil Philipp Wenzl aus dem Abwehrzentrum auf die Seite gezogen wurde. Lederer hatte den Rechtsverteidiger in der 89. Minute als weiteren Stürmer gebracht, als Joker stach Granabetter nur drei Minuten später.

„Der Punkt war Gold wert, nicht für die Punkte, aber für die Moral", sagte Lederer. St. Margarethen konnte zum zehnten Mal in Folge gegen Siegendorf nicht gewinnen.

Statistik

St. Margarethen - Siegendorf 1:1 (0:0).

0:1 (68.) Shimooka, 1:1 (92.) Granabetter.

SR: Divkovic. - Greabochstadion, 750.

St. Margarethen: Michael Wenzl; Fortunits, Jusits, Kucher, Philipp Wenzl; Schindler (69. Gergö Fönyedi), Martin Weixelbaum, Igor Bosnjak, Dörfler (89. Granabetter); El-Baali; Mario Wenzl (78. Janisch).

Siegendorf: Krepelka; Keinz (72. Luhn), Wydra, Bamba, Bedics; Josic; Andreas Dostal (72. Ruf), Marko, Uchida, Shimooka (84. Ladani); Grozurek.

Reserve: 2:1 (Wind, Zankovitsch; Giczi).