Reißleine gezogen: SCO trennt sich von Cheftrainer Christian Staffler

Burgenlandliga

Das Frühjahr in Oberpullendorf verlief alles andere als nach Plan. Überraschend ist die Entlassung von Christian Staffler aber dennoch.

Nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren gehen Christian Staffler und der SC Oberpullendorf getrennte Wege - eine Entscheidung, die doch ein wenig überraschend daherkommt.

Nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren gehen Christian Staffler und der SC Oberpullendorf getrennte Wege - eine Entscheidung, die doch ein wenig überraschend daherkommt.

© Martin Ivansich

Lässt man das bisher durchwachsene Kalenderjahr 2026 außen vor, wäre es keineswegs eine Übertreibung, Christian Staffler als Erfolgscoach zu betiteln. Im Dezember 2023 zum SC Oberpullendorf gestoßen, führte er die Bezirkshauptstädter zum Vizemeistertitel in der II. Liga Mitte hinter Landesliga-Krösus Mattersburg, ehe er sie in der darauffolgenden Saison zum Champion machte. Dort hörte der Erfolgslauf allerdings nicht auf. Auch in der Burgenlandliga blieb man - wie zwei Jahre zuvor - der erste Verfolger Mattersburgs.

Zumindest bis ins neue Jahr - denn im Frühjahr ist man das zweitschlechteste Team. Weswegen man einige Plätze einbüßen musste und eine Endplatzierung im Tabellenmittelfeld keine große Überraschung mehr wäre. Anders als seine Entlassung nach der 2:3-Niederlage gegen Bad Sauerbrunn. Die kommt trotz einer Ergebniskrise aus heiterem Himmel. Nicht nur für Staffler selbst ist dies der Fall. Im Vorstand des Klubs habe man bis zuletzt mit dem Übungsleiter auch über den Sommer hinaus geplant, wie Vorstandsvorsitzender Michael Heger berichtet.

Eine Trennung schweren Herzens

Der Fußball sei aber unvorhersehbar, sagt er. „Es war anders geplant, aber im Fußball kommt oft vieles anders. Die Gesamtsituation und die Entwicklung der letzten Wochen in allen Bereichen - insbesondere das Spiel gegen Bad Sauerbrunn - waren ausschlaggebend.“ Leicht fiel es der Führungsetage im Fenyös-Stadion jedenfalls nicht. Bis in die tiefen Nachtstunden habe man überlegt, bis man letztendlich zum Entschluss kam. „Mir persönlich tut es leid, dass ich ihm die Nachricht heute überbringen musste. Wir haben den Zeitpunkt jetzt einfach als notwendig betrachtet“, sagte Heger, der sich am Samstagvormittag um 11 Uhr mit seinem nunmehrigen Ex-Coach auf ein persönliches Gespräch traf.

Die Erfolge seines Coaches kann er nämlich nur schwer abstreiten. „Vor seinen Leistungen habe ich großen Respekt. Den Weg, für den wir uns entschieden haben, hat er bedingungslos mitgemacht.“ Umso schwerer fiel dem Klubboss das Gespräch. „Das ist nichts Böses. Oft muss man einfach solche Entscheidungen treffen. Der Rest ist Dankbarkeit für eine zweieinhalbjährige Zusammenarbeit mit einem Menschen, der gut zu uns gepasst hat und absolut erfolgreich war mit uns. Das Verhältnis zu ihm ging für mich weit über Trainer und Sportlicher Leiter hinaus“, klingt der Abschied mehr nach einer letzten Liebeserklärung.

Großes Fragezeichen bis zur Sommerpause

Die Liebe kann bekanntlich aber schmerzhaft sein. Im Oberpullendorf soll trotz einer schweren Trennung aber nun wieder Alltag einkehren. Mit möglichen Nachfolgern habe sich Heger noch nicht ansatzweise auseinandergesetzt. „In der Hinterhand habe ich natürlich keinen. Momentan werden wir das intern machen“, verrät er und verweist damit auf seine Co-Trainer Attila Dunaveczki und Philipp Moser. Was im Sommer passiert, weiß er noch nicht. Dass die Suche nach einem neuen Cheftrainer durchaus mühsam sein kann, ist er sich aber bewusst: „So spontan, wie das jetzt war, gehe ich nicht davon aus, dass wir bis Sommer jemanden haben. Danach sollte es aber bald so weit sein, da müssen wir schnell sein.“

Für Interimscoach Dunaveczki steht jetzt jedenfalls eine emotionale Partie an. Oberpullendorf gastiert am Freitagabend beim ASV. Der Ungar wurde von Siegendorf noch vor der ersten Meisterschaftsrunde der laufenden Spielzeit als Chefcoach entlassen.