Rochaden als Aushängeschild beim SCO

Burgenlandliga

Der SC Oberpullendorf profitiert im Moment nicht nur einem großen, sondern auch hochmotivierten Kader.

Tobias Blazovich (r.) war einer von vier Spielern, die gegen Rotenturm einen Treffer erzielten und etatmäßig nicht zum Stammpersonal gehören.

Tobias Blazovich (r.) war einer von vier Spielern, die gegen Rotenturm einen Treffer erzielten und etatmäßig nicht zum Stammpersonal gehören.

© Strodl

Vergangene Woche gab es bereits am Mittwoch das erste von zwei Testspielen für Christian Staffler und seine Jungs. Der Chefcoach gastierte mit den Bezirkshauptstädtern in der nördlichsten Bezirkshauptstadt - gegen Neusiedl traf Staffler auf alte Bekannte. Ein Jahr lang war er bei den Seestädtern beschäftigt. Seine Rückkehr hätte wohl aber besser laufen können.

0:5 hieß es am Ende gegen den Ostligisten. Mahnende Worte gab es vom Übungsleiter dafür nicht, konstruktive Kritik durfte es aber schon sein. “In den ersten 20 Minuten haben wir es ganz schlecht gemacht. Da war kein Tempo und keine Zweikämpfe drin. Dann zeigt dir ein Regionalligist schon, wie es geht“, resümierte Staffler, der sich mit seinen Jungs für den zweiten Probegalopp der Woche logischerweise mehr vornahm. In Oberwart ging es gegen Rotenturm.

Auch dort war es ein Treffer mit der Ex - allerdings für den Coach der Südburgenländer. Sandor Homonnai trainierte den SCO von Winter 2021 bis Winter 2022. Doch auch für ihn gab es gegen vertraute Gesichter nichts zu holen. Oberpullendorf siegte 5:0. “Das war natürlich eine andere Qualität, aber dennoch haben es die Jungs deutlich besser gemacht“, war Staffler zufrieden.

Während immer weniger Vereine auf zwei Testspiele binnen einer Woche setzen, zeigt der Vize-Winterkönig, dass es durchaus positive Effekte haben kann. Ein großer Kader ist dafür aber die Basis. Den hat man in Oberpullendorf auch. Gegen Neusiedl startete die Kampfmannschaft, gegen Rotenturm waren auch diverse junge Reservespieler mit von der Partie beziehungsweise starteten sogar von Beginn an. So kamen die allermeisten Spieler auf exakt 4 Minuten Einsatzzeit. Nur Kapitän Andreas Hofer kickte gegen Rotenturm über die volle Distanz, da jener gegen Neusiedl aufgrund seines Studiums verhindert war.

Doch nicht nur die Breite des Kaders machen bei den Mittelburgenländern zurzeit Freude, sondern auch wie sich die Elf Stafflers präsentiert. „Wir haben derzeit immer rund dreißig Leute am Training. Das ist natürlich bemerkenswert sagt vieles über die Motivation der Burschen aus“, freut sich der Cheftrainer, der nicht nur aus dem Trainingsalltag erfreuliche Neuigkeiten zu vermelden hat.

Neuzugang Toma Sabo macht beispielsweise einen tollen Eindruck. „Er wirkt extrem lernbereit und man sieht einfach, dass er ein richtig guter Kicker ist. Mit ihm müssen wir einfach an Tempo und Physis arbeiten, dass er sich komplett an die Liga gewöhnt“, analysiert Staffler.

Dazu wolle man im Fenyös-Stadion aber endlich diverse Spielformen trainieren. Bei den derzeitigen äußeren Bedingungen ist dies jedoch kaum möglich. „Letzte Woche war es wirklich eine reine Katastrophe“, gesteht der Coach, dessen Team am Freitag sogar nur einen Stadtlauf machen konnte. Doch auch daraus zog man positive Schlüsse: „Einen Tag vor dem Spiel war das gar nicht so schlecht“, so Staffler. Während die Vorbereitung also voll im Gange ist, sind die Transferplanungen nun endgültig abgeschlossen.

Man sei nun fertig, hält aber dennoch am Sprichwort „Sag niemals nie“ fest. Denn Staffler weiß, dass es schnell gehen kann:_„Sollte noch eine gröbere Verletzung passieren oder wirklich etwas so extrem Spannendes aufbrechen, dann kann es natürlich sein. Grundsätzlich ist aber nichts geplant.“

Den nächsten Test spielt der SCO übrigens heute. In Wiener Neustadt (14 Uhr) geht es gegen den Lokalmatador. Geplant ist zwar ein Duell mit der zweiten Garde der Fortuna, „es könnte aber durchaus auch die erste Elf auf uns warten“, verrät der Übungsleiter.