SC Oberpullendorf: Abrechnung mit der Ex kam teuer zustande

Burgenlandliga

Alex Damasdi traf im letzten Moment mitten ins Herz seines ehemaligen Klubs. Wenngleich er dadurch zwar den zweiten SCO-Sieg en suite fixierte, war die zu tragende Krux gegen Leithaprodersdorf kein bisschen leichter als erwartet.

Alexander Groß (r.) zollte wohl den größten Tribut einer intensiven Oberpullendorfer Vorstellung gegen Leithaprodersdorf. Der Linksverteidiger musste nach einer halben Stunde mit einer Kopfverletzung vom Platz genommen werden. Seine Kollegen belohnten sich schlussendlich allerdings mit einem 1:0-Heimerfolg - dem zweiten in Folge.

Alexander Groß (r.) zollte wohl den größten Tribut einer intensiven Oberpullendorfer Vorstellung gegen Leithaprodersdorf. Der Linksverteidiger musste nach einer halben Stunde mit einer Kopfverletzung vom Platz genommen werden. Seine Kollegen belohnten sich schlussendlich allerdings mit einem 1:0-Heimerfolg - dem zweiten in Folge.

© Martin Ivansich

Trainer Christian Staffler sprach in höchsten Tönen von Leithaprodersdorf, nannte die Nordburgenländer gar als Vorbild für seinen SC Oberpullendorf. Wer sich mit den besten Teams messen will, muss aber freilich auch etwas investieren. Für die Hausherren hieß es in jedem Fall, mental bestens eingestellt zu sein und zu wissen, dass einem gegen ein Topteam nichts geschenkt wird. Dementsprechend wenig überrascht zeigte sich Staffler, als genau jene Tugenden von Beginn an vonnöten waren. „Von der Intensität und dem Tempo her war die erste Halbzeit brutal.“

Unterbrechungen störten den Spielfluss kaum

Zwei Spieler machten mit besagter Intensität allerdings auf schmerzhafte Weise Bekanntschaft. SCO-Linksverteidiger Alexander Groß musste aufgrund eines Zusammenpralls und damit verbundener Benommenheit ausgewechselt werden, wenige Minuten später verletzte sich Leitha-Youngster Marco Pöschl in einem Laufduell am Oberschenkel, weswegen auch die Rettung kam. Für die beiden war die Partie zwar gelaufen, im Eisenstädter Krankenhaus kam es dann aber dennoch zu einem Wiedersehen der beiden Patienten.

Zurück im Fenyös-Stadion taten beide Auswechslungen wenig zur Sache, Hausherr und Gast lieferten sich einen sehenswerten Schlagabtausch - mit Vorteilen für die Heimischen. „Die erste Halbzeit war mindestens ausgeglichen, wobei das Chancenplus klar auf unserer Seite war“, beobachtete Staffler, der sich dahingehend schon minimal ärgern musste: „Vor dem Spiel hätte ich ein Unentschieden unterschrieben, aber zur Pause dachte ich mir schon, dass wir dieses Spiel gewinnen müssen.“

Damasdis großer Moment

Der Übungsleiter behielt schlussendlich zwar recht, bis dahin waren allerdings noch 45 Minuten zu spielen. Während der Beginn des zweiten Spielabschnitts noch ausgeglichen verlief, übernahm der Gast rund um die Ein-Stunden-Marke das Kommando und erhöhte den Druck, strahlte jedoch nur bei Standards wirklich Gefahr aus. Der SCO erwies sich in dieser Phase als kämpferisch und tapfer, weswegen die Geschichte eintrat, die nur der Fußball schreiben kann. Leithaprodersdorf-Kapitän Christian Ehrnhofer rutschte in einen Stanglpass, der Ball kam in seinen Rücken, er beförderte ihn mit der Hand weg. Klarer Elfmeter.

Alex Damasdi trat an und traf in der Nachspielzeit zum 1:0 gegen seinen ehemaligen Verein. Leithaprodersdorfs Trainer Mario Santner gratulierte dem Ungarn nach dem Spiel. „Er ist menschlich absolut in Ordnung, fußballerisch hat es bei uns eben nicht gepasst“, sagte der Coach. Damasdi war letzten Sommer aus der 2. Liga gekommen und verabschiedete sich im Winter nach Oberpullendorf.

Deren Trainer sagte: „Wir haben schon auch gelitten in diesem Spiel und mussten absolut an unsere Grenzen gehen.“ Staffler, der letztendlich aber aufatmen durfte: „Diese drei Punkte waren sicherlich nicht gestohlen. Ein sehr schöner Moment für alle.“ Gefallen findet man in der Bezirkshauptstadt wohl auch beim Blick auf die Tabelle. Sieben Punkte aus vier Spielen bedeuten nicht weniger als einen starken Saisonstart. „Das hätte ich vor der Saison blind unterschrieben“, sagt der Übungsleiter, der die Kirche aber im Dorf lässt: „Wir wissen schon, woher wir kommen und ändern deswegen nicht unsere Saisonziele. Wir werden bis zum Schluss noch jeden Punkt brauchen.“

Statistik

SC Oberpullendorf - SV Leithaprodersdorf 1:0 (0:0).-
Torfolge:1:0 (90+4., Handelfmeter) Damasdi.
Reserve:5:0 (Kovac 2, Samuel Fischer, Noah Sturm, Fasching).
SR:Nemeth.- Fenyös-Stadion, 200.
Oberpullendorf:Heinrich; Olah (70. Rainer), Berlakovich, Nyirö, Groß (30. Fabian Blazovich); Hofer, Frittum (70. Tobias Blazovich), Janyickij (70. Raphael Fischer); Rene Sturm, Damasdi, Frühwirth (53. Soljankic). Leithaprodersdorf: Haberl; Simeon Markhardt, Ehrnhofer, Berger, Koch; Beran, Dellantonio; Marco Pöschl (38. Toifl), Hauser (78. Schühler); Levi Markhardt, Vondryska (90. Borovits).