Verletzter Torjäger Michal Kozak kämpft - der Widrigkeit zum Trotz
Burgenlandliga
Michal Kozaks Kreuzbandriss ist für den Bad Sauerbrunner Torgarant nur eine extra Portion Motivation. Der ewige Jungspund denkt mit 37 jetzt schon an seine Rückkehr.
Michal Kozak hat noch lange nicht genug. Er hat kurz nach seiner Kreuzbandriss-Diagnose nur das Comeback für seine Kurortler im Visier.
© Annemarie Puchegger
Am 31. August knickte Bad Sauerbrunns Goalgetter Michal Kozak gegen Halbturn um und musste verletzt vom Platz. Dass er im Strafraum zu Boden ging, wurde vom Referee mit Gelb geahndet. Schwalbe war es jedenfalls fix keine, wie sich in weiterer Folge leidvoll zeigen sollte. Als die Vereinsverantwortlichen rund um Chefcoach Heinz Kremser die Hiobsbotschaft erreichte, dass Goalgetter Michal Kozak mit einem Kreuzbandriss wohl für sehr lange Zeit nicht auf Torejagd gehen kann, war erst einmal eine Schockstarre angesagt.
„Es ist ein ganz großer Verlust aus meiner Sicht, weil neben ihm niemand so oft und konstant getroffen hat“, weiß Kremser um die unersetzbaren Qualitäten seiner Tormaschine Bescheid. Tatsächlich ist das Toreschießen für Kozak täglich Brot, zählt der Slowake seit Jahren zu den torgefährlichsten Angreifern der Liga und durfte sich in bisher zweieinhalb Saisonen mit den Kurortlern gleich doppelt als Vizeschützenkönig in die Herzen der Blau-Weißen ballern. In allen Spielen erzielte er nie weniger als 32 Volltreffer.
Für Kozak selbst ist es natürlich ein herber Rückschlag. Trainer Kremser lobt die Teamplayer-Qualitäten seines Vollstreckers ebenso sehr wie seine Bodenständigkeit. Mit dieser geht Kozak auch so um, wie man es sich von einem vorbildhaften Altstar erwartet: „Es ist natürlich ein großes Pech für mich, aber so ist der Fußball. Auf solche Verletzungen kannst du dich natürlich nie vorbereiten und ich muss das jetzt einfach akzeptieren.“
Angesichts seiner beeindruckenden Zahlen als Stürmer bleibt der Angreifer jedoch bescheiden. Besonders in der abgelaufenen Spielzeit ließ es Kozal krachen: 22 Burgenlandliga-Tore waren die Basis, inklusive der Testspiele waren es 37 Treffer - Karriere-Bestwert: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich eine ganz gute letzte Saison gespielt habe und diese Ziele hatte ich auch für dieses Jahr.“ Es sind Ziele, die Kozak nun vorerst auf Eis legen muss.
Gealtert wie guter Wein
Stichwort 37 - so viele Jahre hat Kozak bereits am Buckel. Normalerweise würde eine derartige Verletzung in solch fortgeschrittenem Fußballeralter das Karriereende bedeuten. Kozak kann diese Annahmen nachvollziehen: „Ich weiß natürlich, dass in meinem Alter Fragen gestellt werden, ob ich so stark oder überhaupt noch zurückkomme.“ In seinem Fall kann er darüber aber nur lachen: „Einige Leute haben mir schon mit 31 Jahren gesagt, dass ich alt wäre. Ich habe aber schon immer gesagt, dass ich mir da keinen Kopf mache und einfach noch ein paar Saisonen spiele.“
Man könnte durchaus meinen, dass der Goaleador wie ein herrlicher Tropfen Wein gealtert ist und ähnlich wie dessen Genießer Lust auf mehr hat. „Was ich damit sagen will: Ich werde sicher lich nicht aufhören.“ Worte, die wohl in Kremsers Ohren wie eine Symphonie klingen. Dass der Stürmer aber überhaupt ans Weitermachen denken kann, ist wohl ebenso seiner Einstellung geschuldet wie der tadellosen Genetik. „Er hat mir, wenn er mal beim Training verhindert war, immer sein Laufprogramm geschickt - und das, obwohl ich es nie verlangt habe. Dadurch war er trotz des fortgeschrittenen Alters immer topfit“, schwärmt Kremser über seinen „Mister Verlässlichkeit.“
Wenn die Farben über der Rückkehr stehen
Verlässlichkeit steht auf Kozaks Tagesordnung genauso wie die Zuversicht, in noch unvorhersehbarer Zeit wieder im Wetterkreuzstadion aufzulaufen: „In den nächsten Monaten werde ich versuchen, alles richtig zu machen. Es wird sicherlich nicht leicht, aber mein Ziel ist es definitiv, dass ich wieder auf dasselbe Level komme. Ob das jetzt in neun, zehn, elf oder zwölf Monaten ist, ist jetzt nicht so wichtig.“
Worauf die lebende Tormaschine erheblich mehr Wert legt, ist die Ansage, dass seine Rückkehr dann auch tatsächlich in Blau-Weiß gefeiert werden darf. „Ich habe mit Bad Sauerbrunn einen Verein gefunden, der eine klare Idee hat und Fußball spielen will. Zudem haben wir mit Heinz einen erfahrenen Trainer, der menschlich top ist. Deswegen fühle ich mich in Bad Sauerbrunn auch sehr wohl und will natürlich weiter in der Landesliga spielen. Konkret gesprochen haben wir darüber noch nicht, aber es muss natürlich von beiden Seite Interesse bestehen. Dafür haben wir jetzt aber genug Zeit“, verrät der Torjäger.
Gegen eine Rückkehr beim SCBS hätte natürlich auch Übungsleiter Kremser nichts einzuwenden, der nicht mehr und nicht weniger als hohe Töne für seinen Torgaranten übrig hat: „Er ist bei uns ein allseits beliebter Spieler, weil er nie diesen „Goalgetter-Star“ raushängen lässt. Natürlich würden wir uns dementsprechend freuen, wenn er noch mal für uns spielt. Ich traue es ihm auch zu.“