Amtsleiterin nimmt Stellung: „Kein Gespräch in 13 Wochen“
Causa Schwarzarbeit
Nach 20 Jahren im Gemeindeamt wurde Karin Steinwendter als Amtsleiterin entlassen– sie kündigt nun Berufung an und kritisiert fehlende interne Gespräche.
© BVZ, Dieter Dank
Am 30. Oktober beschloss der Gemeinderat unter Ausschluss der Öffentlichkeit mehrheitlich die Entlassung von Amtsleiterin Karin Steinwendter. Sie war bereits im August nach Bekanntwerden von Schwarzarbeit – eine Küchenaushilfe im Kindergarten war nicht korrekt angemeldet und erhielt Barzahlungen aus der Gemeindekasse – nach einer Selbstanzeige freigestellt worden (die BVZ berichtete).
Am Donnerstag der Vorwoche erhielt Steinwendter das Kündigungsschreiben.
„Ich möchte nicht noch mehr Staub aufwirbeln, trotzdem halte ich die Entscheidung für nicht gerechtfertigt und die interne Prüfung für unzureichend. Es ist sehr demütigend und rufschädigend, was gerade passiert. In der Öffentlichkeit stehe ich nun als Schwerverbrecherin da, obwohl ich mich weder bereichert noch jemandem geschadet habe“, so Steinwendter, die am Freitag ihren Schreibtisch räumte. „Das war schlimm für mich, denn ich habe sehr gerne in der Gemeinde gearbeitet – auch wenn es zuletzt schwieriger wurde.“Steinwendter kritisiert fehlende AnhörungBesonders enttäuscht zeigt sich Karin Steinwendter, die 20 Jahre lang Mitarbeiterin des Gemeindeamtes in Deutschkreutz war, darüber, dass in den vergangenen dreizehn Wochen, in denen sie freigestellt war, seitens der Gemeinde und der Parteien kein Gespräch mit ihr gesucht wurde, in dem sie eine Stellungnahme zur Causa hätte machen können: „Das Prinzip mit einer Aushilfskraft im Kindergarten wurde schon seit dem Jahr 2019 in der Gemeinde so gehandhabt.“
Gegen die Entlassung möchte die ehemalige Amtsleiterin nun mithilfe der Gewerkschaft Berufung einlegen. „Es stehen sehr viele Deutschkreutzer hinter mir und sagen mir immer wieder, dass ich mir das nicht einfach so gefallen lassen soll. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Steinwendter.
Stelle noch nicht neu ausgeschrieben
Die Ausschreibung der Amtsleiterstelle soll laut Bürgermeister Andreas Kacsits (ÖVP) am kommenden Freitag in einer Vorstandssitzung des Gemeinderats besprochen werden.