Ströck-Charity-Galaabend schenkt Hoffnung
Charity-Gala
Ein glanzvoller Abend für eine unsichtbare Krankheit: Bei einer Charity-Gala der Familie Ströck wurde am Freitagabend im Schloss Kittsee auf ME/CFS aufmerksam gemacht. Die WE&ME Foundation, hinter der die Familie Ströck steht, setzt sich seit Jahren für Betroffene und bessere wissenschaftliche Erkenntnisse ein. Mit Musik, Kunst und prominenten Gästen wurde ein starkes Zeichen der Solidarität gesetzt. Am Ende kam die beeindruckende Spendensumme von 191.600 Euro zusammen. Geld, um Hoffnung zu schenken und Forschung voranzutreiben.
Im festlichen Ambiente des Schlosses Kittsee fand am Freitag der Charity-Galaabend der Familie Ströck statt.
© Nina Mayer
„Freunde, das Leben ist lebenswert.“ Als Kammersänger Herbert Lippert diese Worte an diesem besonderen Freitagabend im Schloss Kittsee sang, waren sie mehr als nur eine musikalische Botschaft. Denn für Menschen, die an ME/CFS erkrankt sind, kann sich das Leben von einem Tag auf den anderen grundlegend verändern. Was für Außenstehende oft unsichtbar bleibt, kann für Betroffene bedeuten, dass Arbeit, soziale Kontakte und selbst alltägliche Dinge plötzlich kaum oder gar nicht mehr möglich sind.
Deshalb stand am Freitagabend im Schloss Kittsee nicht nur die Kunst im Mittelpunkt, sondern vor allem eines: Aufmerksamkeit für ME/CFS, Solidarität mit den Betroffenen und Geld für dringend benötigte Forschung. Am Ende durfte man sich über eine beeindruckende Spendensumme von 191.600 Euro freuen.
Die wunderschöne Kulisse des Schlosses bot den festlichen Rahmen für die Charity-Gala der WE&ME Foundation gemeinsam mit OptimaMed. Vor dem Schloss wurden die Gäste mit einem Sektempfang willkommen geheißen, ehe sich die Türen zu einem Abend öffneten, der Wissenschaft, Musik, Kunst und gesellschaftliches Engagement miteinander verband.
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Wenn Krankheit das Leben verändert
ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom. Es handelt sich um eine schwere, komplexe Multisystemerkrankung, die unter anderem das Immun-, Nerven- und Hormonsystem sowie den Energiestoffwechsel betreffen kann. Charakteristisch ist unter anderem die sogenannte postexertionelle Malaise: Schon geringe körperliche oder geistige Belastungen können zu einer deutlichen und länger anhaltenden Verschlechterung des Zustands führen.
Darin liegt auch eines der großen Probleme: Man sieht den Betroffenen die Krankheit nicht zwangsläufig an. Während das Leben draußen weitergeht, müssen Erkrankte zu Hause im Bett oder in schweren Fällen sogar in abgedunkelten Räumen leben. Etwa 20 bis 25 Prozent der Erkrankten gelten als schwer oder sehr schwer betroffen und benötigen umfassende Betreuung.
Noch immer gibt es keine wirkungsvolle Therapie oder Heilungsmöglichkeit. Gleichzeitig bestehen große Lücken bei Versorgung, Wissen und Forschung.
„Aufmerksamkeit schaffen, Forschung stärken und Betroffenen eine Stimme geben“ – diese Notwendigkeit unterstrich auch Landesrätin Daniela Winkler bei der Gala. Gerade bei Erkrankungen, die für Außenstehende oft unsichtbar seien, brauche es mehr Verständnis und Wissen. Forschung sei der Schlüssel, um Ursachen besser zu verstehen und langfristig bessere Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen, betonte Winkler.

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Auch Musik kann Hoffnung schenken
Dass dieser Abend trotzdem ganz bewusst ein Fest des Lebens sein sollte, dafür sorgte das hochkarätige kulturelle Programm.
Eduard Kutrowatz nahm am Flügel Platz und garantierte musikalischen Hochgenuss. Kammersänger Herbert Lippert begeisterte nicht nur mit seiner Stimme und dem Lied „Freunde, das Leben ist lebenswert“, sondern stellte auch eines seiner selbst gemalten Werke für die Versteigerung zur Verfügung.
Auch Schauspielerin Maxi Blaha, Fagottist Prof. Michael Werba und Bariton Anton Puscha trugen zum künstlerischen Programm des Abends bei. So wurde aus der Charity-Gala ein Abend, an dem Kultur nicht bloß Unterhaltung war, sondern selbst zum Botschafter einer wichtigen Sache wurde.
Forschung braucht Aufmerksamkeit
Wissenschaftler der MedUni Wien und des AKH Wien gaben Einblicke in ihre Arbeit und zeigten, wie dringend weitere Forschung benötigt wird. In Wien laufen inzwischen mehrere Forschungsprojekte zu ME/CFS. So untersucht ein von der MedUni Wien geleitetes internationales Projekt die biologischen Unterschiede der Erkrankung und arbeitet an Grundlagen für eine bessere Diagnostik und künftig gezieltere Behandlungsstrategien.
Die WE&ME Foundation unterstützt konkrete Forschungsprojekte. Erst im September startete an der MedUni Wien ein neues, mit 450.000 Euro gefördertes Projekt, das die unterschiedlichen Krankheitsverläufe von ME/CFS untersuchen soll.

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Eine Familie macht sich stark
Für die Familie Ströck ist das Engagement für ME/CFS keine abstrakte Charity-Angelegenheit. Es ist eine persönliche Geschichte.
Die Familie, die in Kittsee ihre Wurzeln hat und hinter der bekannten Wiener Bäckereikette Ströck steht, ist selbst von der Krankheit betroffen: Zwei der drei Söhne von Gabriele und Gerhard Ströck leiden an ME/CFS. Die Familie gründete deshalb 2020 die WE&ME Foundation, ursprünglich unter dem Namen TEMPI Stiftung.
Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Forschung voranzutreiben, Wissen über die Erkrankung zu schaffen und die Situation der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Dabei geht es um weit mehr als um finanzielle Unterstützung: Die WE&ME Foundation will Forschung, Medizin und die Erfahrungen der Betroffenen zusammenbringen und damit langfristig bessere Behandlungsmöglichkeiten und letztlich eine Heilung ermöglichen.
Gerhard und Gabriele Ströck begrüßten ihre Gäste im Schloss persönlich und empfingen sie herzlich. Unterstützt wurden sie unter anderem von Gesundheitsminister a. D. Rudolf Anschober und Anton Kellner, CEO der SeneCura Gruppe, zu der auch die OptimaMed-Einrichtungen gehören. Gerade im Neuro-Rehabilitationszentrum Kittsee werde man zunehmend mit ME/CFS konfrontiert, erklärte Kellner im Vorfeld der Veranstaltung.

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Mit vereinten Kräften
Bürgermeister Johannes Hornek unterstrich die Verbundenheit der Gemeinde mit der Familie Ströck. Kittsee werde die Familie auch künftig unterstützen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, das Schloss weiterhin für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen und damit Raum für Begegnung, Kultur und gesellschaftliches Engagement zu schaffen.
Und so wurde aus einem Abend im prachtvollen Ambiente des Schlosses ein Abend mit einer klaren Botschaft: Eine Krankheit wird sichtbar, wenn Menschen hinschauen. Forschung bekommt Möglichkeiten, wenn Menschen sie unterstützen. Und Hoffnung bekommt eine Stimme, wenn viele gemeinsam dafür eintreten. 191.600 Euro sind dafür ein beeindruckendes Zeichen. Danke dafür!