Burgenländer vertritt Österreich beim Eurovision Song Contest 2026
COSMÓ
Der Halbturner Benjamin Gedeon vertritt Österreich beim Eurovision Song Contest (ESC). Als COSMÓ überzeugte der 19-Jährige mit seinem Song „Tanzschein“ sowohl Publikum (12 Punkte) als auch Fachjury (10 Punkte) bei der Live-Show am Freitagabend auf ORF 1 zum Vorentscheid. Das Burgenland freut sich mit dem ESC-Fixstarter, und das bis zur höchsten Stelle ...
Benjamin Gedeon alias COSMÓ
© Ellior Sopper
Aus rund 500 Bewerbungen wählte die ORF-Jury in einem Live-Casting im November des Vorjahres zwölf Acts aus. Nun stellten sich diese Finalistinnen und Finalisten einer internationalen Fachjury und dem Publikum. COSMÓ hielt sein Versprechen und bot jene „Show, die am meisten in die Beine geht.“ Mit seiner Tanznummer inklusive Choreografie zum Mitmachen setzte er sich schließlich vor Lena Schaur durch. Er punktete nicht nur bei der Fachjury, die mit 10 Punkten den zweithöchsten Wert an COSMÓ vergab. Den Ausschlag zum Sieg gab letztlich das Publikumsvoting - die Höchstwertung von 12 Punkten ging an den Halbturner.
Der Wettbewerbssong „Tanzschein“ entstand aus dem Wunsch nach mehr Bewegung und Energie. „Ich war im August im Prater laufen und da ist mir einfach das Wort „Tanzschein“ eingefallen. Zuerst war also das Wort, erst später ist die Geschichte drumherum entstanden“, so der Künstler im BVZ-Interview zur Entstehungsgeschichte des Songs. Verfeinert wurde der Titel gemeinsam mit der Singer-Songwriterin Ella Stern, produziert von Elias Stejskal.
Mit der Teilnahme am Eurovision Song Contest geht für Benjamin Gedeon ein Kindheitstraum in Erfüllung. Im Vorfeld des Vorentscheid sagte der 19-Jährige : „Eine ESC-Teilnahme ist ein Traum, der fast schon zu weit weg ist, aber gerade noch in greifbarer Nähe. Diese 1-Prozent-Chance möchte ich nutzen.“ Er hat sie genutzt.
Auf den großen ESC-Auftritt freuen sich viele im Burgenland, und Support hat COSMÓ sozusagen von höchster politischer Stelle: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat schon zur Vorentscheidungs-Show auf Social Media zum Mitvoten für den Burgenland-Kandidaten aufgerufen. Als die Entscheidung gefallen war, reihte sich Doskozil gleich in die Schar der Gratulanten ein.
„Ich freue mich riesig für Benjamin und seine Familie“, sagte der Landeshauptmann und versprach auch weiterhin seine Unterstützung. Doskozils Zusammenfassung für die ESC-Chancen: „Großartige Stimme, großartiges Auftreten, großartiger Repräsentant des Burgenlandes!“
Mit „Tanzschein“ wird Cosmó nun im Finale am 16. Mai in der Wiener Stadthalle auflaufen - hat Österreich doch nach dem Sieg von JJ in Basel 2025 mit „Wasted Love“ als Gastgeberland einen Fixplatz und muss mit 24 weiteren Nationen um den Titel kämpfen. „Ich habe den Song für meine Mama geschrieben“, verriet Cosmó nach der Verkündung des Ergebnisses. Und er habe mit der Frau Mutter auch schon dazu in der heimischen Küche getanzt. Das sollte also ein gutes Omen sein.
Der in Budapest geborene Cosmó, der eine ungarische Mutter und einen deutschen Vater hat, nimmt die nun mit seinem Sieg verbundene Ehre, Österreich international zu vertreten, durchaus ernst, wie er nach der TV-Show vor den Medien augenzwinkernd klarstellte: „Ich sehe es als zweiten Zivildienst.“ Allerdings gelte nach dem ersten bei der Caritas nun wohl zweifelsohne, „der ist jetzt schon ein krasserer“.
ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz zeigte sich jedenfalls zufrieden mit der Abstimmung: „Wenn die Mehrheit etwas entscheidet, ist das super, denn dann hat es funktioniert. [...] Es muss vor dem Fernseher zucken - und in dem Fall hat einiges gezuckt.“ Aber klarerweise stünden für den erst 19-jährigen Cosmó nun einige Monate bevor, die er jetzt in der Intensität gar nicht überblicken könne: „Er wird sich manchmal ansch***en dazwischen.“
Die Ergebnisliste zur Castingshow „Vienna Calling“ zur Auswahl des Österreich-Kandidaten für den 70. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle:
1 Cosmó „Tanzschein“: 22 Punkte (Jury: 10 Publikum: 12)
2 Lena Schaur „Painted Reality“: 20 Punkte (Jury: 12 Publikum: 8)
3 Bamlak Werner „We are not just one thing“: 14 Punkte (Jury: 4 Publikum: 10)
4 Kayla Krystin „I brenn“: 14 Punkte (Jury:8 Publikum: 6)
5 Nikotin „Unsterblich“: 11 Punkte (Jury:7 Publikum: 4)
6 Anna-Sophie „Superhuman“: 9 Punkte (Jury: 2 Publikum: 7)
7 Frevd „Riddle“: 8 Punkte (Jury:5 Publikum: 3)
8 Julia Steen „Julia“: 8 Punkte (Jury: 6 Publikum: 2)
9 Sidrit Vokshi „Wenn ich rauche“: 5 Punkte (Jury: 0 Publikum: 5)
10 Reverend Stomp „Mescalero Ranger“: 3 Punkte (Jury:3 Publikum: 0)
11 Philip Piller „Das Leben ist Kunst“: 2 Punkte (Jury:1 Publikum: 1)
12 David Kurt „Pockets full of snow“: 0 Punkte (Jury: 0 Publikum: 0)
Quelle: APA