Das Burgenland trennt - aber was passiert danach mit all dem Müll?

Darüber spricht das Land

Im Burgenland wird traditionell fleißig Müll getrennt, wie auch eine aktuelle Umfrage zeigt: Sowohl die ältere Generation als auch die Jugend denkt in Sachen Recycling nachhaltig mit. Was ist dabei zu beachten, und wohin kommt der Abfall, wenn er das Haus verlässt?

Sammeln, sortieren, wiederverwerten. Der ständige Kreislauf des Abfalls im Burgenland geht über alle Regionen.

Sammeln, sortieren, wiederverwerten. Der ständige Kreislauf des Abfalls im Burgenland geht über alle Regionen.

© Michael Fraller

Mit der Mülltrennung nehmen es die Burgenländerinnen und Burgenländer nach der neuesten Studie des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) genau: Laut einer von „Marketagent“ durchgeführten Umfrage liegt das Burgenland zusammen mit Niederösterreich im guten Mittelfeld der Bundesländer. 55,3 Prozent der Befragten trennen sehr genau, 32,6 Prozent „eher genau“. Bundesweit achten 85 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Mülltrennung.

Der burgenländische Müllverband sowie der Umweltdienst sind mit den laufenden Mengen an Müll gefordert, wie die jährliche Statistik zeigt. So wurden allein im Vorjahr 38.701 Tonnen Restmüll, 7.435 Tonnen Leichtstoffe oder 1.611 Tonnen an Metallverpackungen entsorgt.

Das Burgenland trennt - aber was passiert danach mit all dem Müll?

© Grafik: BVZ, Quelle: BMV

Als Geschäftsführer des Burgenländischen Müllverbandes (BMV) betont auch Johann Janisch, dass die Bevölkerung hierzulande aufgeschlossen sei, was Mülltrennung betrifft. Dasselbe gilt für Pfandsysteme, was im Vorfeld der österreichweiten Umstellung auf den Plastik- und Dosenpfand (siehe Infobox unten) derzeit auch beim BMV ein großes Thema ist.

Laut den Ergebnissen der besagten VOEB-Umfrage achten 92 Prozent der Babyboomer (58 bis 80 Jahre) auf die richtige Entsorgung von Abfall, während es bei der Generation Z (14 bis 30 Jahre) nur 74 Prozent sind. Dabei stellte sich auch heraus, dass Jüngere häufiger unsicher sind bei der Frage, welcher Abfall in welche Tonne gehört.

Nur 17 Prozent der Unter-30-Jährigen fühlen sich beim Thema Mülltrennung „sehr sicher“, die Babyboomer sind mit 50 Prozent echte Trenn-Profis. Aus der ARA-Studie des vergangenen Jahres ist hingegen ersichtlich, das die Unter-30-Jährigen besonders motiviert gelten, das Klima zu schützen. In Österreich trennen 85 Prozent der jungen Menschen ihren Abfall immer bis weitgehendst.

Das Engagement hinsichtlich der Abfalltrennung ist groß, denn die Generation Z hat sich vorgenommen, künftig noch besser zu recyclen, 60 Prozent wollen in Zukunft noch mehr Abfall sammeln. Bei der Sammlung von Kunststoffverpackungen gibt es noch Verbesserungsbedarf; ab 2025 werden Leichtverpackungen und Metalle dann ohnehin bundesweit im Gelben Sack gesammelt. Im Burgenland gilt derzeit noch: Der Joghurtbecher kommt in den Gelben Sack, der Aludeckel sollte in der Metalltonne entsorgt werden.

Das Burgenland trennt - aber was passiert danach mit all dem Müll?

© BMV

Recycling: Der Weg des Mülls im Burgenland

Der Hausmüll wird vom Umweltdienst Burgenland als Tochterunternehmen des BMV in den vier Sammelgebieten des Landes dezentral gesammelt und zu den Zentren in Großhöflein, Gols und Oberwart transportiert. Von dort wird er mit Großraumtransportern in das Kompostwerk Oberpullendorf befördert, wie BMV-Geschäftsführer Janisch erklärt. In dieser Müllverwertungsanlage erfolgt die Trennung und Deponierung des gesamten Restmülls.

Durch die richtige Mülltrennung können neue und innovative Produkte entstehen. Der Inhalt des gelben Sacks wird in eigenen Anlagen sortiert und es entstehen im Wesentlichen zwei Fraktionen. Dabei kommen 70 Prozent der Abfälle in die thermische Nutzung, das bedeutet, sie werden verbrannt, und daraus wird Energie für industrielle Prozesse erzeugt. 30 Prozent der Abfälle kommen in die stoffliche Verwertung, und es werden daraus wieder Kunststoffprodukte hergestellt.

In Biokompostanlagen wird der Biomüll kompostiert und in der Landwirtschaft als Dünger verwendet, wo er den Kunstdünger ersetzt. Küchenabfälle können beim biogenen Recycling zu Biogas gemacht werden, wodurch nutzbarer Strom und Wärme entstehen. Ebenso kann Altpapier in einem speziellen Prozess zu neuen Papierwaren wiederverarbeitet werden.

Das Bunt- und Weißglas wird in Recyclingwerken im Burgenland sowohl händisch als auch manuell von Verunreinigungen befreit und zerkleinert. Danach werden die Glasscherben eingeschmolzen und in eine neue Form gegossen. Altmetallabfälle werden getrennt und anschließend wird das Aluminium unter hohen Temperaturen geschmolzen und zu Pressbarren gegossen, wodurch neue Metalle gewonnen werden.

Der Sperrmüll ist Restabfall und kann in Sperrmüllsammlungen der Gemeinde entsorgt werden. Dieser Müll wird auf Materialien wie zum Beispiel Holz, Eisen, Pappe und Metall sortiert, der Rest wird in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt.

Das Burgenland trennt - aber was passiert danach mit all dem Müll?

© Wolfgang Millendorfer

Mülltrennung: Was gehört wo rein?

BMV und UDB setzen beim richtigen Trennen des Hausmülls auf Information (online auch auf www.bmv.at). Hier einige Fixpunkte, die man beachten sollte:

In denRestmüll kommen beispielsweise kaputte Haushaltsgegenstände, Glühbirnen oder Schue – jedoch keine Elektrogeräte, LED-Lampen oder alte Medikamente.

Kompostierbare Abfälle aller Art landen im Biomüll, auch Rasenschnitt aus dem Garten – in größeren Mengen hilft die Sammelstelle vor Ort.

Milchpackerln und Tiefkühlverpackungen kommen nicht in die Papiertonne, sondern in den Gelben Sack; ebenso wie etwa Styropor- oder Schaumgummi.

Mit 1. Jänner 2025 tritt eine neue Verordnung in Kraft, die auch Pfand auf PET-Flaschen und Alu-Dosenbringt: Beim Kauf von Plastikflaschen oder Alu-Dosen mit einem Volumen von 0,1 bis maximal drei Liter (ausgenommen Milch und Milchmischgetränke) werden dann 25 Cent Pfand bezahlt. Bei der Retournierung wird das Pfand rückerstattet. Zur ebenfalls angekündigten Umstellung der Leichtstoff-Sammlung folgt noch eine Info-Kampagne.