Die Top-Trends beim Grillen
Darüber spricht das Land
Duft trifft auf Aroma, Romantik auf Kreativität: Kulinarik vom Grill spielt ihre Faszination gerade jetzt im Sommer aus.
Der Grillverein Wulkaprodersdorf holt sich beim Grill-Seminar Inspiration.
© Grillverein privat
Grenzenlos scheint die Genussfreude beim Grillen zu sein, wenn man den Grillprofis zuhört: „Alles, was man in der klassischen Küche zubereiten kann, lässt sich auch auf oder mit dem Grill umsetzen - oft sogar mit noch mehr Charakter“, sagt Christoph Milletich-Hermanek von den Parndorfer Sizzle Neighbours. „Ein schönes Steak, Fisch, Wild, Gemüse oder ein Burger – am Grill entsteht nicht nur Geschmack, sondern Atmosphäre“, fügt der AMA Grilltrainer hinzu.
Barbecue ist bei den leidenschaftlichen Grillprofis längst mehr als Bratwurst und Kotelett vom Rost. „Es ist Handwerk, Kreativität und Genusskultur“, sagt Milletich-Hermanek. Vom schnellen Burger bis zur stundenlang gemokten Rinderbrust - erlaubt ist, was schmeckt und Freude macht.
Michael Urschler, Betreiber der Grillhütte Oberwart, legt aktuell gerne Wild auf den Grillrost: „Der interessante und intensive Geschmack harmoniert perfekt mit dem rauchigen Aroma.“
Dabei ist ein Grillevent keinesfalls ein Exklusiv-Treff für Fleischesser. Auch Vegetarier und Veganer werden kreativ verwöhnt, etwa mit einer Gemüsepfanne vom Grill, Kartoffelpuffern mit Sauce, Grillkäse, überbackenem Gemse oder gefüllten Champignons, wie Michael Urschler erwähnt.
„Momentan ist immer noch Pizza im Trend“, verrät Markus Gerstl. Der Siegendorfer veranstaltet Grillkurse und setzt großen und kleinen Festen als Grillcaterer die kulinarische Krone auf. Sein Tipp: Neapolitanische Pizza wie aus der italienischen Pizzeria gelingt auf speziellen Pizzagrills.
Was Grillen mit Leidenschaft bedeutet, das weiß man auch in Wulkaprodersdorf: Dort ist der Grillverein mit 17 Mitgliedern aktiv. Gegrillt wird auf privaten Terrassen oder bei Veranstaltungen wie dem Kindergartengartenfest oder am autofreien Tag. „Das Motto ist so einfach wie genial: Grillen kann man immer“, sagt Obmann Gregor Hafner.
„Grillen entschleunigt“, betont Christoph Milletich-Hermanek einen wichtigen Nebeneffekt. „Man steht nicht alleine in der Küche, sondern gemeinsam draußen, plaudert, lacht, probiert, wartet und freut sich darauf, was am Rost langsam seine Vollendung findet.“
Von der Vorspeise bis zum Dessert kommt alles vom Grill. Bei den Sizzle Neighbours ist Maximilian Auinger alias „Sweety“ zuständig für den fulminanten Abschluss. „Einmal überraschte uns Max mit einer gezuckerten Ananasscheibe vom Grill, serviert mit selbstgemachter Raffaello-Creme und getoppt mit kandiertem Speck.“, erinnert sich der Obmann des Parndorfer Grillvereins. „Die Kombination aus fruchtiger Süße, cremiger Kokosnote und knusprig-pikantem Speck war außergewöhnlich – mutig, überraschend und einfach genial.“
„Das Fleisch sollte man immer selbst würzen“, empfiehlt Markus Gerstl. „Die Gewürze sollte man dabei nicht mit Öl vermischen“, warnt er. Zu groß sei die Gefahr, dass das Öl vom Rost auf die Glut oder den Gasbrenner rinnt und ein Fettbrand entsteht.
Für Anfänger leicht zu bedienen sind Feuerschalen mit Aufsatz und Grillring, weiß Michael Urschler. Schnell und unkompliziert geht es mit dem Gasgrill, meint Christoph Milletich-Hermanek. Die Sizzle Neighbours kann man übrigens am 13. Juni beim Parndorfer Dorffest erleben. Serviert wird dort der Sizzler Smashed Burger und als Highlight gibt es ab 18 Uhr gesmokte Schweineripperl. Gute Gelegenheit für back to the roots - zu den Ursprüngen gemeinsamer Lebensfreude am Feuer!
Marinade für Wildfleisch (von Michael Urschler): 80ml Olivenöl, 110 ml Sojasauce, 3 Esslöffel (EL) Zitronensaft, 5 Zehen Knoblauch (fein gehackt oder gepresst) und zwei Teelöffel (TL) Oregano (getrocknet) in einer Schüssel vermengen, das Wildfleisch hineingeben, sodass es von allen Seiten mit Marinade bedeckt ist. Mit einem Deckel gut verschließen, mindestens zwei bis vier Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Geheimtipp: Optional Chiliflocken und Ahornsirup verwenden.
Chicken Wings mit Chili-Glasur und Sesam (von Markus Gerstl): 16 Hühnerflügerl mit 2 EL Pflanzenöl, 1 TL grobem Meersalz und 1/4 TL frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer marinieren lassen (20 Minuten).
3 EL süßer Chilisauce, 3 EL Sojasauce, 2 TL scharfer Chili-Knoblauch-Sauce, 1 TL Sesamöl und 1/2 TL fein gehacktem frischen Ingwer zu einer Glasur verrühren. 1 EL Sesamsamen 3 bis 5 Minuten goldgelb rpsten, danach in einen kühlen Behälter umfüllen.
Hühnerflügerl 6 Minuten über direkter mittler Hitze bei geschlossenem Deckel grillen (einmal wenden. Danach auf indirekte mittlere Hitze legen, mit der Glasur bestreichen und weitere 18 Minuten grillen (bei der Hälfte der Zeit die Hühnerflügerl wenden und nochmals mit Glasur bestreichen).
Hühnerflügerl vom Grill nehmen, mit den gerösteten Sesamsamen bestreuen und servieren.
Mango-Gurken-Salat( von den Sizzle Neighbours): 4 reife Mangos schälenund in kleine Würfel schneiden. 1 Gurke waschen, nicht schälen, aber entkernen und in kleine Würfel schneiden. 1 Chilischote, 1 Bund Minze oder Basilikum und 1 Zwiebel fein hacken und unter Mango und Gurke mischen. Von 1 Limette Zesten abziehen und untermischen, Saft auspressen.
Aus Limettensaft, 2 TL Honig, Salz und Pfeffer ein Dressing rühren und behutsam unter den Salat mischen.