E-Scooter als gefährlicher Spaß: So tut's nicht weh
Darüber spricht das Land
Sie prägen auch im Burgenland das Straßenbild und sind vor allem bei der Jugend beliebt: Mit Elektro-Scootern sind sie schnell unterwegs, das Unfallrisiko ist entsprechend hoch. Das sagen Expertinnen und Experten – und mit diesen Tipps ist man auf der sicheren Seite.
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„Scooter sind als Fortbewegungsmittel zunehmend beliebt – das sehen wir an der Zahl der Verletzungen, die wir in der Unfallambulanz des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt behandeln“, berichtet Primar Jochen Erhart, Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie.
Er rät E-Scooter-Nutzern, beim Fahren Schutzkleidung zu tragen – insbesondere einen Helm. „Nur so lässt sich das Verletzungsrisiko deutlich verringern und die Schwere möglicher Verletzungen minimieren“, empfiehlt der Primar.
Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bezeichnet E-Scooter als nützliche Ergänzung im Mobilitätsmix, wenn diese als Verkehrsmittel am Weg zur Arbeit oder zum Bahnhof verwendet werden. „Probleme bereiten jene, die E-Scooter als Spaßfahrzeug betrachten – oft noch dazu in alkoholisiertem Zustand. E-Scooter sind aber kein Spielzeug!“, mahnt der Verkehrsexperte.
Das „Tunen“ von E-Scootern sei, so Gratzer, strengstens verboten. Die strombetriebenen Roller dürfen maximal 25 km/h fahren. „Besondere Vorsicht gilt bei Haus- und Grundstücksausfahrten, weil die Gefahr besteht, übersehen zu werden“, so Gratzer. Als Verkehrsbeteiligter sollte man immer versuchen, den Augenkontakt mit dem anderen Fahrzeuglenker herzustellen.
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Aktuelle Zahlen zu Unfällen mit E-Scootern liegen nicht vor, die letzte Statistik stammt aus 2023. Damals wurden österreichweit 1.610 Personen mit einem E-Scooter bei Verkehrsunfällen verletzt, im Burgenland waren es 16. Davon wurden 13 leicht verletzt und drei schwer. Ein tödlicher E-Scooter-Unfall wurde im Burgenland nicht registriert.
Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) betreffen mehr als drei Viertel aller E-Scooter-Unfälle Alleinunfälle. Ein gutes Fünftel sind Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmenden. Dabei sind in sechs von zehn Fällen PKW die Gegner, zu je 15% Radfahrende und Zufußgehende. Was ist schuld am Unfall? Besonders häufig kommen E-Scooter-Fahrer zu Sturz, weil sie die Bodenbeschaffenheit oder den Bodenbelag falsch einschätzen. Auch die Fehleinschätzung der Verkehrssituation führt immer wieder zu Unfällen, etwa, wenn eine zu hohe Geschwindigkeit gewählt wird.
„Im Jahr 2024 mussten österreichweit etwa 7.500 E-Scooter-Fahrende nach einem Verkehrsunfall im Spital behandelt werden“, berichtet Ernestine Mayer vom KfV. Das ist ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zu 2023, mehr als eine Versechsfachung seit Beginn des E-Scooter-Booms 2019.

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Die wendigen Flitzer sind nicht nur ein Unfall-, sondern wegen der verbauten Akkus auch ein Brandrisiko. „Während es in anderen Bundesländern bereits zu Bränden durch E-Scooter gekommen ist, blieb das Burgenland bislang weitgehend verschont“, berichtet Martin Mittnecker, Leiter der Brandverhütungsstelle Burgenland.
Insbesondere von günstigen Modellen mit minderwertiger Akkutechnologie gehe Gefahr aus. Gegen den Billigkauf argumentiert auch Fahrradhändler Philipp Waldherr (Radsport Waldherr, Podersdorf): „Meine Empfehlung ist, im Fachhandel zu kaufen, weil da die E-Scooter auch repariert werden. Bei uns werden nur jene Marken repariert, die wir auch verkaufen."
E-Scooter im Straßenverkehr: Das muss beachtet werden
Die höchstzulässige Leistung darf bei E-Scootern 600 Watt nicht überschreiten. Es gilt eine maximale Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h.
Gehsteige, Gehwege und Schutzwege dürfen mit E-Scootern nicht benützt werden.
Ist eine Radfahranlage vorhanden, muss diese benützt und eine eventuell vorgeschriebene Fahrtrichtung eingehalten werden.
Erlaubt ist das Befahren von Radfahranlagen, Fahrbahnen, auf denen das Radfahren erlaubt ist, Fußgängerzonen, wenn es die Behörde erlaubt sowie von Wohnstraßen und Begegnungszonen.
Verboten ist es, eine zweite Person auf dem E-Scooter mitfahren zu lassen, und während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren. Es gilt ein Alkohollimit von 0,8 Promille und das Verbot, unter Suchtmitteleinfluss zu fahren.
Zitate zum Thema
Primar Dr. Jochen Erhart, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt: „Die Folgen von E-Sooter-Unfällen reichen von Prellungen im Bereich des Oberkörpers bis hin zu Frakturen, etwa des Schlüsselbeins, und schweren bis schwersten Kopfverletzungen, die eine stationäre Aufnahme notwendig machen können.“

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Martin Mittnecker, Landesfeuerwehrkommando Burgenland: „Auch wenn wir im Burgenland bislang nur vereinzelt Einsätze im Zusammenhang mit E-Scootern hatten, beobachten wir die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Die Gefahr besteht besonders dann, wenn Scooter in geschlossenen Räumen geladen werden.“

© Landesfeuerwehrkommando Burgenland
Ernestine Mayer, Kuratorium für Verkehrssicherheit: „E-Scooter sind vor allem bei jüngeren Verkehrsteilnehmenden sehr beliebt. In der Verkehrsunfallstatistik 2023 zeigt sich, dass 70 Prozent der im Straßenverkehr verunglückten E-Scooter-Fahrenden männlich sind, zwei Drittel, nämlich 69 Prozent, sind jünger als 40 Jahre.“

© KfV, Michael Sabotha