Schlaue Künstliche Intelligenz hilft der Wirtschaft
Darüber spricht das Land
Bei Vorreitern hat die Künstliche Intelligenz schon ihren fixen Arbeitsplatz. Sie schürft nach „Datengold“, assistiert bei Kundenanfragen und steigert die Effizienz. Auch in der Gesundheit kommt die KI zum Einsatz.
Passend zum Thema – ein Bild von ChatGPT. Der Auftrag lautete: „Dieser Text wird als Artikel in der BVZ erscheinen. Bitte gestalte dazu eine Illustration im fotorealistischen Stil.“
© ChatGPT
Erst kürzlich präsentierten die Wirtschaftsagentur und das Land Burgenland Pläne für ein neues Förderprogramm im Bereich Künstlicher Intelligenz. In Ausarbeitung sei ein Zuschussmodell, um burgenländischen Unternehmen bei der Automatisierung, Datenanalyse und Prozessoptimierung zu helfen.
„Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wir wollen die Betriebe frühzeitig unterstützen, damit sie diese Technologien aktiv nutzen können“, sagten die Wirtschaftsagentur-Geschäftsführer Georg Schönbauer und Klaus Stinakovits.
© Wolfgang Millendorfer
Künstliche Intelligenz als Faktor im Wettbewerb
In einigen zukunftsorientierten burgenländischen Unternehmen kommt die KI bereits jetzt zur Anwendung. Bei der Unger Steel Group in Oberwart testet eine hausinterne Arbeitsgruppe verschiedene Modelle wie einen Mail-Assistenten oder einen File-Bot. „Der File-Bot kann auf Basis von hochgeladenen PDFs Fragen beantworten, Inhalte zusammenfassen und Vergleiche anstellen“, berichtet Matthias Unger, Vizepräsident der Industriellenvereinigung Burgenland und CEO bei der Unger Steel Group.
Mit externen Partnern werde an Chatbots gearbeitet, die beispielsweise Daten aus Plänen extrahieren und über Chats zur Verfügung stellen können. „Ziel ist es, das Datengold, das wir in den letzten Jahrzehnten bei tausenden Projekten gesammelt haben, zu konservieren und zu multiplizieren“, sagt Matthias Unger. „Keiner weiß im Detail, wo die Reise hingehen wird. Wichtig ist, anzupacken und einfach mal zu machen!“
Datenschutz und digitale Sicherheit sind auch bei KI-Anwendungen ein Thema. Bei der O.K. Energie Haus GmbH in Großpetersdorf werden die KI-Tools vollständig lokal in einem abgeschotteten Netzwerk ohne externe Cloud-Anbieter betrieben.
Die Lösungen laufen derzeit in einer kontrollierten Pilotphase. „Parallel stellen wir die Weichen für den schrittweisen Rollout in weitere Abteilungen“, berichtet Michael Oberfeichtner, Geschäftsführer bei O.K. Energie Haus.
„Bots“ sorgen für sichere und schnelle Prozesse
Zum Portfolio gehören bei der Firma, die sich auf ökologische Premium-Holzhäuser spezialisiert hat, ein unternehmensweiter O.K. Haus Bot, ein ISO Prozess Bot, ein Mail Assistent sowie Bots für Holzbau, Normen und Projektvorbereitung.
„Der Nutzen ist klar“, steht für den Geschäftsführer fest. Im Unternehmen steige Prozesssicherheit und Geschwindigkeit, für Mitarbeitende sinke der Such- und Abstimmungsaufwand und für Kunden seien Informationen strukturierter und verlässlicher verfügbar.
PET to PET: „Wir erwarten klare Effizienzsteigerung“
Auch bei der PET to PET Recycling Österreich GmbH in Müllendorf hilft die KI bereits fleißig mit. „Wir haben auf Basis von Use Cases fünf Anwendungsfelder ausgearbeitet“, berichtet Christian Strasser, Präsident der Industriellenvereinigung Burgenland und Ge- schäftsführer bei PET to PET. Derzeit werde die erste Anwendung im Bereich der Qualitätsdaten und deren Interpretation umgesetzt. „Wir erwarten je-denfalls in allen Anwendungsfällen messbare Effizienzsteigerungen“, so Strasser.
Beim Software-Entwickler rmDATA in Pinkafeld wird generative KI bereits in allen Bereichen eingesetzt. Im Marketing unterstützt KI bei der Erstellung von Videos sowie bei der schnellen Produktion von Text- und Content-Formaten für verschiedene Plattformen.
Im Vertrieb hilft KI bei Recherchen und bei der Erstellung und Aufbereitung von Präsentationen. In der Software-Entwicklung wird KI zur Unterstützung beim Schreiben von Source-Codes genutzt und beschleunigt dadurch Entwicklungsprozesse. „Grundsätzlich verfolgen wir den Ansatz: von KI erstellt, vom Menschen geprüft“, betont Jürgen Beiglböck, Geschäftsführer der rmDATA: KI diene als Assistent, der Abläufe verbessert und beschleunigt, die Verantwortung und Qualitätssicherung liege bei den menschenlichen Mitarbeitenden.
Sein Unternehmen entwickelt selbst KI-gestützte Assistenten für Kunden, zum Beispiel einfach zu bedienende Chatbots, mit denen selbst Anwender ohne Programmierkenntnisse kleine Scripts erstellen können. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werden KI-basierte Assistenten entwickelt, die Gebäudeelemente automatisch erkennen, Bauteile identifizieren und Gebäudemodells erstellen können.
Auch bei Siemensin der Niederlassung in Eisenstadt hat die Künstliche Intelligenz viel zu tun. „Unsere Building X Plattform erstellt einen Digitalen Zwilling, arbeitet aber auch bei Energieoptimierungen laufend mit Echtzeitdaten“, berichtet Martin Geiger, Vorstandsmitglied bei der Industriellenvereinigung Burgenland und Geschäftsführer der Siemens AG in der burgenländischen Niederlassung. Das System lerne dabei KI-gestützt laufend dazu und optimiere die Prozesse.
Künstliche Intelligenz im Krankenhaus
Im Gesundheitsbereich gibt es für Künstliche Intelligenz vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. So wird etwa im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt eine hoch- moderne Spracherkennungs-Software eingesetzt, die gesprochene Befunddiktate in Echtzeit verschriftlicht. Dadurch können Befunde schneller erstellt und übermittelt werden, was zu einer erhöhten Effizienz der Abläufe und einem optimalen Personaleinsatz beiträgt.
Patienten, die in der Abteilung für Radiologie mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie untersucht werden, kommen auch bereits in den Genuss einer KI-Unterstützung. Geht es beispielsweise um einen Befund zur Lungengesundheit, so hilft die KI beim Aufspüren von Lungenrundherden - das sind Verschattungen, die abgeklärt werden müssen.

© BBE/S. Mang
Auch bei speziellen Konsolidierungsmustern in der Lunge wird die KI hellhörig, ebenso bei der Demenzabklärung im Gehirn und bei chronisch entzündlichen neurologischen Erkrankungen. Künstliche Intelligenz unterstütze die radiologische Befundung sinnvoll, sie ersetze jedoch niemals die ärztliche Expertise, heißt es aus dem Eisenstädter Krankenhaus.
„Patienten können darauf vertrauen, dass die finale Beurteilung und Diagnosestellung stets durch erfahrene Radiologinnen und Radiologen auf Basis ihres Fachwissens und des aktuellen medizinischen Erkenntnisstands erfolgt“, lässt der Vorstand der Abteilung für Radiologie, Primarius Martin Wehrschütz, wissen.