So kriegen wir die Kinder wieder fit für die Schule

Darüber spricht das Land

Neun Wochen Sommerferien neigen sich dem Ende zu, mit dem ersten Septembertag beginnt die Schule wieder. Hier sind Tipps, um den Einstieg in den Schulalltag für Kinder wie Eltern leichter zu machen. Mit welchen Trends die Kids ins neue Semester starten, verraten ebenfalls die Experten.

Die Schultüte steckt voller Überraschungen! Mit großer Vorfreude starten die Taferlklassler wie Theo und Hanna aus Oberloisdorf jetzt in ihre Schulzeit.

Die Schultüte steckt voller Überraschungen! Mit großer Vorfreude starten die Taferlklassler wie Theo und Hanna aus Oberloisdorf jetzt in ihre Schulzeit.

© Michaela Grabner

Ausschlafen, so lange man will, den Tag nach Lust und und Laune gestalten: Die Sommerferien boten Raum für Erholung, Spaß und Abenteuer. Der Umstieg auf den geregelten Alltag fällt manchen Kindern und Jugendlichen jetzt schwer - früh aufstehen, in der Klasse ruhig sitzen, organisiert lernen und üben.

„Es kann zumindest bei jüngeren Kindern empfehlenswert sein, sich in den letzten Ferientagen an den notwendigen Rhythmus für den Schulalltag anzunähern“, empfiehlt Schulpsychologin Marietta Mager. Dazu könne man die Kinder zeitiger aufwecken und schrittweise an das frühere Schlafengehen gewöhnen.

Hat die Schule bereits die Materialliste für das neue Schuljahr übermittelt, so lohne es sich, die Schulutensilien gemeinsam zu besorgen. „Kurze tägliche Übungssequenzen zu wichtigen Kerngebieten des Jahresstoffes erleichtern den Wiedereinstieg ins Lernen“, schlägt die Schulpsychologin weiters vor.

Ihrer Erfahrung nach kommen die Kinder rascher als oft befürchtet wieder im Schulleben an: „Häufig ist die Umstellung zu Schulbeginn selbst nach neun Ferienwochen schneller und leichter vollzogen als erwartet“, informiert sie.

Insbesondere sollte man im Auge behalten, dass der erste Schultag - abgesehen vom Schuleintritt oder einem Schulwechsel - kein allzu großer Umbruch sei und weiter Platz für die geliebten Freizeitbeschäftigungen bleibe. „Zudem ist die Schule ein Ort sozialer Zusammenkunft, in dem auch viele positive und lustige Dinge passieren“, erinnert Marietta Mager.

So kriegen wir die Kinder wieder fit für die Schule

© Shutterstock, BalanceFormCreative

Taferlklassler können den ersten Schultag kaum erwarten und freuen sich darauf, endlich Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Sie sind stolz auf ihre Schultasche und tragen die Schultüte wie eine Trophäe. Wie lässt sich diese Begeisterung möglichst eine ganze Schulkarriere lang bewahren?

„Die Freude durchgängig über die gesamte Schulzeit zu erhalten, ist ein hoch gestecktes Ziel“, dämpft Marietta Mager die Erwartungen. Ein „Auf und Ab“ der Freude sei üblich. Bei längeren Phasen gedämpfter Stimmung sollte man aber mögliche Gründe klären: Gibt es Streit mit den Freunden? Sind die Lerninhalte über- oder unterfordernd?

Eltern können durch ihr Verhalten durchaus dazu beitragen, dass ihre Kinder motiviert und wissbegierig dem Schulunterricht folgen, zum Beispiel, indem sie „ein ehrliches und wiederholtes Interesse an der Schule bzw. dem Unterricht des Kindes zeigen“, sagt die Schulpsychologin.

Anstatt allgemeiner Fragen wie dem Klassiker „Wie war es in der Schule?“ empfiehlt sie, gezielt auf die Erlebnisse des Kindes einzugehen, und nennt folgende Beispiele: „Welches Spiel habt ihr heute im Turnunterricht gespielt?“, „Welche Malreihe habt ihr heute gelernt?“

Die Eigenmotivation der Kinder kann dadurch unterstützt werden, dass man einen förderlichen Lernplatz einrichtet, gemeinsam Lerninhalte vorbereitet und erklärt, warum Wissen im Alltag eine Bedeutung hat. „Eltern können ihre Kinder beim Ausfüllen eines Formulars zusehen lassen und die Bedeutung von Lesen und Schreiben näherbringen“, erklärt die Schulpsychologin.

„Oder sie rechnen mit dem Kind beim Einkaufen im Geschäft aus, wieviel der Einkauf kosten wird.“ Sehr gut eigne sich auch das gemeinsame Backen, wobei das Kind das Rezept vorlesen kann oder überlegt, wie die Maßeinheiten in der Praxis angewendet werden.

In den letzten Ferientagen kann der Schulweg geübt werden. „Soweit es die Rahmenbedingungen ermöglichen, sollten Kinder zumindest einen Teil des Weges alleine gehen“, sagt Marietta Mager. Das fördere die Selbstständigkeit des Kindes und ermögliche ein natürliches Bewegungsangebot. Steht bei älteren Kindern ein Schulwechsel an, so sollte man den Schulweg mit ihnen besprechen und ihnen helfen, sich die Ein- und Ausstiegsstellen bei Bus oder Bahn einzuprägen.

Wichtig sei es, neben Schule und Hobbys den Kindern und Jugendlichen ausreichend freie, unverplante Zeit zur Verfügung zu stellen, damit sie sich gut entspannen und erholen können.

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© Shutterstock, PeopleImages.com - Yuri A

Wer Fragen zum Thema Kind und Schule hat, kann sich an die burgenländischen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in den Beratungsstellen Neusiedl am See, Eisenstadt, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing wenden. Viele Anfragen von Eltern beziehen sich dabei, so die Schulpsychologin Marietta Mager, auf die Themen Lernen und Lernverhalten. Wird eine Leistungsüberforderung festgestellt, so wird oft eine fachliche Expertise gewünscht sowie eine Hilfestellung, wie man mit der jeweiligen Situation am besten umgehen kann.

„Natürlich werden auch sozial-emotionale Themen wie Prüfungsangst oder Konflikte mit Gleichaltrigen an die Schulpsychologie herangetragen“, sagt Marietta Mager.

Die Ferien klingen aus - welche Empfehlung hat die Expertin für den letzten Ferientag? „Schön könnte es sein, die Ferien mit einer gemeinsamen Aktivität oder einer Unternehmung abzuschließen“, sagt die Schulpsychologin. Das Vorbereiten der Schulunterlagen oder der Schultasche könnte ein Anlass sein, um mit dem Kind über Sorgen oder Ziele für das kommende Schuljahr zu sprechen. „Dabei sollte versucht werden, eine positive Stimmung aufkommen zu lassen und Zuversicht und Zutrauen zu vermitteln“, rät die Expertin.

Schule in Zahlen

2.789 Taferlklassler starten am Montag im Burgenland ihre Schul-Laufbahn, österreichweit werden 94.500 Erstklässler gezählt. Insgesamt gibt es aktuell genau 19.262 Schülerinnen und Schüler im Burgenland.

Bundesweit kehren 1,166 Millionen Schülerinnen und Schüler in die Klassen zurück. Den Anfang machen am 1. September 506.000 Kinder im Burgenland, in Wien und Niederösterreich, eine Woche später folgen die westlichen Bundesländer.

Unterrichtet werden die Kinder im Burgenland von 2.628 Pädagoginnen und Pädagogen im Landesdienst, 1.621 im Bundesdienst und von 97 Berufsschul-Lehrerinnen und -Lehrern.

Blinkende Stifte, neutrale Schultaschen: Was liegt im Trend?

„Megacool“, sagt Viktoria Heiling, Mitarbeiterin beim Papierfachhändler Desch-Drexler mit Standorten in Pinkafeld und Güssing, „sind Stifte, die eine besondere Eigenschaft haben, zum Beispiel Kugelschreiber mit einem blinkenden Herz.“ Beliebt seien auch Stifte, die gar nicht so aussehen, als ob man mit ihnen schreiben könnte, etwa im Zuckerldesign. Oder Radiergummi zum Kneten.

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© WKO Burgenland

Bei den Schultaschen, die ja lange halten sollen, setzt man aktuell auf neutrale Modelle, die sich mit Deko-Magneten immer wieder neu gestalten lassen. „Da gibt es auch Magneten, die leuchten und fluoreszieren“, erzählt Viktoria Heiling.

„Ganz wichtig ist für die Erstklassler die traditionelle Schultüte am ersten Schultag“, stellt Bettina Schuh von der Buchhandlung Knotzer in Mattersburg fest. Füllen kann man sie mit praktischen Gegenständen für positive erste Schulerlebnisse. „Zum Beispiel mit dem Lernwecker, mit dem die Kinder die Uhrzeit lernen können“, so Bettina Schuh. Auch reflektierende Schlüsselanhänger und ein Regenschutz zum Überstülpen für die Schultasche passen gut in die Schultüte.

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© Fa. Knotzer

Glitzerstifte und wasservermalbare Farben kommen bei den Kids gut an. Nach wie vor ein Hit: Sogenannte Topper für die Stifte – Figuren und Kugeln zum Aufstecken und Sammeln. Die Jause schmeckt aus einer tollen Lunchbox noch viel besser und nachhaltige Aluflaschen erinnern ans Wasser trinken.