Tipps von Profis: Das hilft heute beim Gärtnern

Darüber spricht das Land

Hitze, Dürre, Wind und Starkregen: Im Burgenland setzt der Klimawandel auch den Gärten zu. Die BVZ hat Tipps fürs klimagerechte Gärtnern gesammelt und erhält dabei Unterstützung von Profis wie Wolf Stockinger und Uschi Zezelitsch.

Uschi Zezelitsch lädt dazu ein, selbst den grünen Daumen zu schwingen und das eigene Gemüse anzubauen.

Uschi Zezelitsch lädt dazu ein, selbst den grünen Daumen zu schwingen und das eigene Gemüse anzubauen.

© Privat, Uschi Z.

„Als erstes muss ich wissen: Wo liegt mein Garten?“, sagt Wolf Stockinger, der unter seiner Marke „ZauberGarten“ und gemeinsam mit Thomas Amersberger die Neue Pannonische Gartenkultur geschaffen hat. „Auf der Parndorfer Platte oder in Seenähe - da gibt es ganz unterschiedliche Bedingungen.“ Fegt der Wind durch den Garten? Saugt pralle Sonne jedes Nass auf?

Bei windiger, sonniger und trockener Lage empfiehlt Stockinger eine gemischte Wildhecke als Windschutz. Für die Strukturpflanzen – Bäume und größere Sträucher – sollten trockenheitsresistente Sorten gewählt werden. Dasselbe gilt für die heimischen Obstsorten - vom Apfel bis zur Kirsche.

„Ansonsten empfehle ich neues Obst: Feigen, Kakis und den Schwarzen Maulbeerbaum - aber den echten, mit den süß-säuerlichen, aromatischen Früchten“, rät Wolf Stockinger. Frostharte Olivenbäume gedeihen auch in pannonischen Zonen, man sollte allerdings viel Drainage-Material in den Boden mischen. Winterharte Feigen, Chinesische Brustbeere, Chinadattel und Granatapfel sind weitere Obstsorten, die ein neues Flair in den Garten bringen.

Für das Gemüse ist es wichtig, einen vom Wind geschützten Platz zu finden, sagt Wolf Stockinger. Hat man das Gemüsebeet klug angelegt, so reicht es, alle zwei Tage zu gießen.

Hochbeete - egal ob aus Holz, mit Steineinfassung oder aus Metall - sind nach wie vor sehr beliebt. Garten-Expertin Uschi Zezelitsch hat folgenden Rat zum Thema Düngen: „Bei richtiger Beschichtung benötigt ein Hochbeet keinerlei Dünger. Im ersten Jahr taucht eher ein Problem mit zu viel gespeichertem Nitrat auf.“

Gut mit der Trockenheit kommen Kräuter zurecht: „Sie werden von mir nur im äußersten Trockenheitsnotfall gegossen“, sagt Uschi Zezelitsch. Hingegen sollten junge Gemüsepflanzen gleichmäßig feucht gehalten werden. „Auf jeden Fall brauchen Pflanzen im Gartenbeet weniger Wasser als Pflanzen im Hochbeet und Hochbeetpflanzen weniger Wasser als die grünen Freunde in Töpfen und Balkonkästen“, weiß die Gartenfreundin.

Um ein Austrocknen des Hochbeetes zu vermeiden, kann man – so ein weiterer hilfreicher Tipp von Uschi Zezelitsch – am Rand rankende Pflanzen wie zum Beispiel Kapuzinerkresse setzen. Dadurch werden die Seitenwände vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt.

Tipps von Profis: Das hilft heute beim Gärtnern

© Herbert Muhr

Seit 2017 kümmert sich das Burgenländische Bildungswerk um die Initiative Natur im Garten. „Es geht darum, Menschen zu motivieren, Gärten naturnah anzulegen und zu pflegen“, fasst Bildungswerk-Geschäftsführerin Judith Tscheppe die Ziele der Initiative zusammen.

Wer keine synthetisch-chemischen Pestizide, nur organische Düngemittel und keine Torfprodukte im Garten verwendet, hat gute Chancen, mit der Plakette „Natur im Garten“ ausgezeichnet zu werden. Ein Naturgarten zeichnet sich auch dadurch aus, dass darin Wildgehölze gedeihen und „wilde Ecken“, Trockensteinmauern und Wildbienenhotels die Biodiversität fördern.

Im ersten Jahr wurden im Burgenland fünf „Natur im Garten“-Plaketten vergeben. „Mittlerweile sind es 150 pro Jahr“, freut sich Judith Tscheppe. Bei den Naturgarten-Tagen am 14. und 15. Juni werden 55 private Gärten im Burgenland für einen Besuch offen stehen. Alle Infos findet man hier: www.naturgartentage.at

Bereits am 24. und 25. Mai finden im Nyikospark in Neusiedl am See die Neusiedler Gartentage statt. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Kies- und Schottergärten als langlebige Lösung speziell für die trockenen pannonischen Regionen.

In der Bezirkshauptstadt und zwölf weiteren Gemeinden im Bezirk wurden derartige öffentliche Gartenanlagen auf Initiative von Wolf Stockinger und Thomas Amersberger angelegt - zuletzt diese Woche in Weiden - ein sehenswertes Projekt.

Tipps von Profis: Das hilft heute beim Gärtnern

© Shutterstock, Juice Flair

Weitere Gartentipps

Kompost und organisches Material einarbeiten: Dadurch kann der Boden mehr Wasser speichern.

Mulchen verringert die Wasserverdunstung, lockt aber andererseits Schnecken an, die man wieder auf anderem Weg fernhalten muss.

Regenwasser fürs Gartengießen zu sammeln, spart wertvolles Trinkwasser.

Ein klimafitter Kräuterrasen ist pflegeleicht und bietet dank blühender Pflanzen Nahrung für Bienen und Insekten.

Hecken und Stauden dienen als Wind- und Sichtschutz.

Bäume wirken klimaregulierend. Wichtig ist, standortgerechte Baumarten zu wählen. Das Laub der Bäume kühlt durch Verdunstung die Umgebung.

Mit Kletterpflanzen kann man Gebäude und Rankgerüste begrünen. Ob grün oder blütenbunt - die Pflanzenpracht sorgt für Schatten und Sichtschutz.

Flächen nicht zu versiegeln oder zu entsiegeln, sorgt dafür, dass Wasser im Boden versickern und dort gespeichert werden kann.

Humusverlust bei Starkregen auf abschüssigem Gelände lässt sich durch Anlegen von Terrassen vermeiden.