Treffpunkt „Deponie“: Der letzte Weg aller Dinge
Darüber spricht das Land
Was tun mit der wackligen Kommode, mit dem tropfenden Gefrierschrank oder der rostigen Dachrinne? Was weg muss, landet vielerorts in der Altstoffsammelstelle. Die Gemeinden im Land haben eigene Regeln für die Entsorgung.
Viktor Laubner betreut die Altstoffsammelstelle in Trausdorf. „Fehlwürfe“ akzeptiert er nicht.
© BVZ/Kirchmeir
„Überwacht werden muss“, sagt Viktor Laubner, „wer wo was reinhaut.“ Die Altstoffsammelstelle in Trausdorf steht seit 2005 unter seiner Betreuung. Der Bürgermeister habe ihm den Job angeboten, als er, so der Trausdorfer, in Pension ging. Früher war er als Postbeamter im Technik-Außendienst bei der Telekom tätig gewesen.
Viktor Laubner betreut die Altstoffsammelstelle an Freitagen von 13 bis 16.45 Uhr und an Samstagen von 11 bis 16.45 Uhr. „Ich finde die Arbeit interessant, weil ich hier mit Menschen zusammenkomme“, sagt er. Außerdem kann er sich so ein bisschen Geld zur Pension dazuverdienen.
Schon biegt ein Auto mit Anhänger auf den umzäunten Müllplatz. Zuerst muss das Gespann auf der in den Boden eingelassenen Waage halten. Dann erhält der Besucher klare Anweisungen: Sperrmüll kommt in die große Sammelmulde rechts, Grünschnitt ganz hinten auf den Haufen. Elektrogeräte werden unter Dach gesammelt, Problemstoffe in einem versperrbaren Container.
Nach dem Abladen kommt das Fahrzeug wieder auf die Waage. Je nach Gewicht des abgelieferten Abfalls sind ein paar Euro zu bezahlen. Elektrogeräte, Sondermüll und Altöl können kostenlos abgegeben werden. Hin und wieder kommt es vor, dass undisziplinierte Besucher ihren Müll vor dem Altstoffsammelzentrum abladen. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Viktor Laubner, „weil das dann die Kollegen vom Bauhof wegräumen müssen.“
Früher wurde öfter am Areal eingebrochen, sogar in jenen Container, von wo aus die Waage überwacht und die Verrechnung gemacht wird. Gestohlen wurden nur ein paar Flaschen Bier, die Besucher als kleine Aufmerksamkeit mitgebracht hatten.
Jede Sammelstelle hat ihre eigenen „Gesetze“
Wie in Trausdorf, wird zum Beispiel auch in Sigleß pro Lieferung bezahlt. In Oberloisdorf hingegen ist es so geregelt, dass die Haushalte pro Jahr einen Pauschalbetrag bezahlen und dann jederzeit Altstoffe abliefern können. In Oberpullendorf wiederum darf die Bevölkerung Sperrmüll und andere Abfälle kostenlos vorbeibringen, weil die Bezirkshauptstadt Sitz des Burgenländischen Müllverbandes und des Umweltdienstes Burgenland (BMV & UDB) ist.

© Wolfgang Millendorfer
„Mehrere Gemeinden haben sich für den Beitritt zu den von BMV & UDB geführten modernen Ressourcenparks entschieden“, berichtet Sandra Glatz vom Burgenländischen Müllverband. 2020 wurde der erste Ressourcenpark in Heiligenkreuz eröffnet, jener in Oberwart ist seit März 2025 im Betrieb. Und in Mattersburg wird der dritte burgenländische Ressourcenpark im Oktober seine Tore öffnen.
„Das Konzept des Ressourcenparks überzeugt durch klare Strukturen – oft als „umgekehrter Supermarkt“ beschrieben – und sorgt für eine sortenreine Sammlung, die hochwertiges Recycling ermöglicht“, erklärt Sandra Glatz. Der Ressourcenpark in Oberwart etwa biete Platz für bis zu 80 verschiedene Abfallfraktionen. „Damit ist gewährleistet, dass Wertstoffe fachgerecht getrennt werden können“, sagt Sandra Glatz.
In Lockenhaus gibt es zwar keinen Ressourcenpark, aber auch hier ist der Umweltdienst Burgenland tätig. Schon einer seiner Vorgänger habe sich dafür entschieden, berichtet Ortschef Michael Kefeder, die Betreuung des Altstoffsammelzentrums auszulagern.
„Es war schwer, für diese Arbeit an den Samstagen Personal zu finden“, sagt Kefeder. Auch sei der Dienst am Müllplatz konfliktbelastet: „Am Wochenende will keiner mit den Leuten streiten.“ Die Gebühren für die Abfallentsorgung seien ebenso ein Diskussionsthema wie Debatten darüber, „warum man den mitgebrachten Müll hier nicht ablagern darf“.
Macht externes Personal in der Altstoffsammelstelle Dienst, so falle „das Persönliche“ weg. Müll sei, so Kefeder, ein sensibles Thema. Das weiß er auch, weil er als Abfallberater für den Müllverband tätig ist. Er informiert in Schulen über die Mülltrennung, hilft Unternehmen beim Entwickeln von Entsorgungskonzepten und kontrolliert, ob Müll bei Wohnhausanlagen korrekt entsorgt wird. Stellt er Missstände fest, so erstattet er Anzeige.

© Wolfgang Millendorfer
Zurück zur Altstoffsammelstelle in Lockenhaus. Bezahlt wird hier nach Kubikmeter, das gilt vor allem für Holz und Sperrmüll. Bauschutt müssen die Ortsbewohner nach Oberpullendorf bringen, seit die Mengen immer mehr zunahmen. Die Altstoffsammelstelle hat jeden dritten Samstag im Monat geöffnet und von März bis September auch am ersten Samstag im Monat.
Diese Zusatztermine seien notwendig, um lange Wartezeiten zu verhindern. „Da haben sich manchmal lange Kolonnen gebildet“, berichtet der Bürgermeister. „Wenn es zu schwierig wird, den Abfall zu entsorgen, dann werden die Leute erfinderisch“, weiß er. Und keiner will, dass der Müll im Straßengraben landet. Im Vergleich mit anderen Bundesländern sei die „Entsorgungsqualität“ im Burgenland gut. „Aber es ist immer Luft nach oben“, sagt der Abfallberater.
PET to PET: Plastikpfand hebt die Sammelquote
Das Müllendorfer Unternehmen PET to PET verzeichnete im ersten Halbjahr eine Zunahme bei der Recyclingmenge von PET-Getränkeflaschen. 18.403 Tonnen Getränkeflaschen konnten im ersten Halbjahr 2025 im Ressourcenkreislauf gehalten werden, das entspreche einer Steigerung von 14,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024, freut man sich beim Müllendorfer Recyclingunternehmen.
Mit ausschlaggebend für dieses Ergebnis sei die Einführung des Pfandsystems für Plastikflaschen in Österreich. Das Pfandsystem führe zu einer Verbesserung des Materials, da „Störstoffe und Fehlwürfe nahezu ausgeschlossen“ seien. Daraus ergebe sich bei der Sammlung der PET-Getränkeverpackungen eine höhere Recyclingqualität und damit auch eine bessere Kreislaufführung des Werkstoffs PET.

© Andi Bruckner, ANDI BRUCKNER
Dennoch sei das Aussortieren von Fremdstoffen nach wie vor aufwändig. Im Zuge der Umstellung auf das Pfandsystem passte PET to PET die Recyclinganlage an die zu erwartende neue Qualität an und legte dabei einen Schwerpunkt auf die Erkennung und Entfernung von metallischen Verunreinigungen durch Getränkedosen. PET to PET baut weiter aus und will einen neuen 140 Kubikmeter großen Silo errichten, um noch mehr Recyclat witterungsgeschützt lagern zu können.