Platz 1 bei SPÖ-Befragung: Doskozil nimmt Kurs auf den Chefsessel

Knappe Entscheidung

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat mit 33,7 Prozent bei der Mitgliederbefragung die meisten Stimmen erreicht. Jetzt wird es am Bundesparteitag in Linz wohl zum endgültigen Showdown mit Andreas Babler kommen.

Platz 1 bei SPÖ-Befragung: Doskozil nimmt Kurs auf den Chefsessel

© Wolfgang Millendorfer

 

Der erste Herausforderer konnte das Rennen (knapp) für sich entscheiden: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil belegt bei der SPÖ-Mitgliederbefragung den ersten Platz mit 33,68 Prozent der abgegebenen Stimmen. Jetzt geht der Krimi am Bundesparteitag endgültig ins Finale: Wenn am 3. Juni in Linz über den neuen SPÖ-Bundesparteivorsitzenden abgestimmt wird, stellt Doskozil ganz offen den Führungsanspruch. Bindend ist das aktuelle Befragungs-Ergebnis zwar nicht, aber der burgenländische Landeshauptmann ist nur mehr einen Schritt von seinem großen Ziel entfernt.

Wenn die Delegierten aus den Bundesländern am 3. Juni über den Chefsessel in der Partei abstimmen, ist die entthronte Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner (mit 31,4 Prozent Platz 3 in der Befragung) nicht mehr im Rennen; Andreas Babler (Platz 2 mit 31,5 Prozent) als zweiter Herausforderer wird es nochmal wissen wollen. Die Spannung bleibt damit aufrecht. Auch andere Mitglieder können sich kurzfristig noch zur internen Wahl aufstellen lassen.

Spannend bleibt auch die Frage, wer im Burgenland den Landeshauptmann-Sessel einnehmen würde, sollte Doskozil als SPÖ-Chef in den nächsten Nationalratswahlkampf ziehen. Landesrat Leonhard Schneemann gilt als gesetzt, aber auch Landesvize Astrid Eisenkopf und Landesrat Heinrich Dorner könnten Ambitionen haben.

Die ersten Reaktionen zum Ergebnis und weitere Hintergründe lesen Sie hier!

Update 18:45 Uhr: Rendi-Wagner vor Rücktritt?

Noch-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner hat mehrmals angekündigt, im Falle einer Niederlage zurückzutreten. Nach der Verkündung des Ergebnisses der Mitgliederbefragung nahm Rendi-Wagner schriftlich Stellung. Zwar sei es ein knappes Ergebnis, aber auch dieses sei "zu respektieren". Für morgen, 9.30 Uhr, kündigte Rendi-Wagner eine Pressekonferenz an, bei der die weiteren Schritte bekanntgegeben werden sollen.

Update 19:15 Uhr: Babler will „dran bleiben“

Für den zweitplatzierten Andreas Babler bezeichnet das Ergebnis erfreut als "Wahnsinn". Bei einer Ansprache vor seinen Anhänger betonte er, dass man "ohne Apparat, ohne Zugang zu Daten" auf ein Drittel der Stimme gekommen sei und will nun „dran blieben."

Babler tritt weiterhin für eine „Mitgliederoffensive“ - etwa in Form einer (bindenden) Mitgliederentscheidung zusätzlich zur nun ausgezählten nicht-bindenen Mitgliederbefragung.