Oberwart: Demenz(im)Zentrum: Diakonie setzt Maßstäbe

Demenzfreundliche Stadt

Mit Angeboten wie dem Seniorengarten, der Seniorenwohngemeinschaft Plus, Demenz(im)Zentrum und dem Demenz Café bekommt die Betreuung von Menschen mit Demenz einen völlig neuen Stellenwert. Ziel ist es, Würde und Lebensqualität zu bewahren und Oberwart bis 2035 als demenzfreundliche Stadt zu gestalten.

Partner der DIAKONIE und ihrer Einrichtungen sind das Land Burgenland, die Stadtgemeinde Oberwart, die Evang. Kirchengemeinde A.B. Oberwart (Pfarrerin Sieglinde Pfänder 2. v. r.), die OSG (GF Alfred Kollar re.), der Lionsclub Südburgenland, sowie eine Buchinitiative von Franz Stangl mit Peter und Trixi Schuh (Bild. li.).

Partner der DIAKONIE und ihrer Einrichtungen sind das Land Burgenland, die Stadtgemeinde Oberwart, die Evang. Kirchengemeinde A.B. Oberwart (Pfarrerin Sieglinde Pfänder 2. v. r.), die OSG (GF Alfred Kollar re.), der Lionsclub Südburgenland, sowie eine Buchinitiative von Franz Stangl mit Peter und Trixi Schuh (Bild. li.).

© Diakonie

Der Artikel über den geplanten Bau des 1. Burgenländischen Demenzzentrums in Rechnitz (Ausgabe KW 02) sorgte für Diskussionsstoff. Fakt ist, dass die Seniorenwohngemeinschaft für Menschen mit Demenzerkrankung in Oberwart die erste derartige Wohngemeinschaft im Burgenland war.

„Das war ursprünglich auch ein Pilotprojekt, das vom Land unterstützt wurde. Der Unterschied ist, dass die Einrichtung in Oberwart eine Wohngemeinschaft und kein Pflegeheim ist“, erklärt Klaus Peter Schuh, Palliativmediziner, Presbyter und „Geburtshelfer“ der Seniorenwohngemeinschaft plus, Demenz(im)Zentrum. „In Rechnitz gibt es eine Zimmerzuteilung, in Oberwart hat jeder Mieter oder Mieterin eine eigene Adresse. Es gibt in Oberwart eine andere Struktur und trotzdem die beste Betreuung“, sagt Schuh.

Menschenwürde steht immer im Fokus

In beiden Einrichtungen geht es um Menschenwürde und dabei gelingt es der Diakonie Südburgenland schon seit Jahren, das Bild der Demenz gemeinsam mit ihren Partnern neu zu zeichnen. „Würde ist für uns Menschen mehr als Verstand und Vernunft zu haben. Würde bedeutet, einen Menschen ganzheitlich zu betrachten, mit Körper und Seele, das macht das Menschsein aus. Darum ist es wichtig, so lange wie möglich in der Gesellschaft leben zu können, akzeptiert und respektiert zu werden“, sagt Schuh. Mit dem Seniorengarten, der Seniorenwohngemeinschaft Plus, Demenz(im)Zentrum und dem Demenz Café wurden neue Maßstäbe gesetzt, nun geht man noch einen Schritt weiter.

Oberwart bis 2035 demenzfreundliche Stadt

Oberwart soll bis 2035 zur demenzfreundlichen Stadt werden. Geplant sind eigene Begegnungszonen und Aufklärungsmaßnahmen für den Umgang mit Menschen mit Demenz. Diese Menschen sollen sich in der Stadt frei bewegen können und durch zertifizierte Demenzbegleitung aufgefangen werden. Ein barrierefreies Leben in der Innenstadt von Oberwart soll mit Hilfe von GPS - Trackern ermöglicht werden. „Eine Entlastung der Familien und ein Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen sind Visionen, die wir in der Stadt umsetzen wollen. Eine Zunahme der Menschen über 80 Jahre um 100 Prozent bis zum Jahr 2050, somit auch eine Verdoppelung der Menschen mit Demenz von 120 Personen auf 240 Personen in der Stadt Oberwart (Statistik Austria), unterstützen unsere Ideen und schärfen unseren Blick auf das Thema Demenz“, sagt Klaus Peter Schuh, als Vertreter der Diakonie.

Denn eines ist klar: Demenz ist ein Zustand, der gesundheitliche und soziale Beeinträchtigungen beinhaltet und somit mehr ist als eine medizinische Diagnose und Krankheit. Deshalb spricht man nicht von Demenzerkrankten, sondern von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen und Menschen mit Demenz.