Nemeth bei St. Pauli: „Da kannst du mit jedem einen Kaffee trinken“

Burgenländer bei Kultklub

Von St. Georgen über Mattersburg und Mainz – mit Zwischenstation bei Sturm Graz – fand der 22-Jährige seinen Weg in die zweitgrößte Stadt Deutschlands, nach Hamburg. 2022 heuerte der Innenverteidiger beim Kultklub St. Pauli an, wo er sich in der Mannschaft etabliert hat. Der Weg dorthin war alles andere als einfach.

Voller Fokus. David Nemeth performt seit seiner Rückkehr in die Startelf Mitte November richtig solide. Schon am Samstag geht es für den Burgenländer mit dem Heimspiel gegen Frankfurt in der Liga weiter.

Voller Fokus. David Nemeth performt seit seiner Rückkehr in die Startelf Mitte November richtig solide. Schon am Samstag geht es für den Burgenländer mit dem Heimspiel gegen Frankfurt in der Liga weiter.

© Witters

Der Aufstieg in die Bundesliga im Sommer 2024 war ein Höhepunkt, die Saison 2022/23 brachte allerdings für Nemeth eine harte Zeit mit sich. Eine Verletzung (Schambeineintzündung) zwang ihn zu einer 235-tägigen Pause. „Das waren schwierige Monate, die mich aber stärker gemacht haben. Ich habe gelernt, noch besser auf meinen Körper zu achten – vor allem, was vor und nach dem Training betrifft.“

Zuerst wenig Spielpraxis, am Punkt aber voll da

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga lief es zunächst ebenfalls in Richtung Geduldsprobe. Spielzeit war rar, Mitte November kam der Durchbruch: Beim Match gegen Borussia Mönchengladbach stand Nemeth erstmals in der Startelf – und seither ist der Burgenländer aus der Anfangsformation nicht mehr wegzudenken. Zuletzt überzeugte er beim 3:1-Heimsieg gegen Kiel und beim 1:0-Erfolg in Stuttgart. „Es ist extrem wichtig, zu spielen, um sich weiterzuentwickeln“, betont Nemeth. Die kurze Winterpause zwischen Weihnachten und Silvester nutzte er für einen Heimatbesuch im Burgenland: „Vier Tage war ich daheim, mehr ging sich nicht aus.“ Seit vergangenem Donnerstag ist St. Pauli zurück im Training.

Schon am Samstag wartet ein harter Gegner in der Bundesliga: Eintracht Frankfurt. „Die haben offensiv enorme Qualität. Marmoush und Ekitike sind unglaublich gefährlich. Das wird eine Herausforderung, aber in St. Pauli muss man erst einmal gewinnen“, zeigt sich Nemeth kämpferisch. Neben dem sportlichen Erfolg schwärmt der Defensivspezialist von seinem Klub und der Stadt: „Die Fans sind herausragend und machen fantastische Stimmung. Und Hamburg, besonders das Viertel St. Pauli, ist einfach toll. Ich habe mich noch nie so wohl in einer Stadt gefühlt.“

Ein Grund dafür ist auch das Teamgefüge. „Die Mannschaft ist voll mit coolen Typen. Du kannst mit jedem auf einen Kaffee gehen. Der Zusammenhalt hier ist einzigartig“, schwärmt der Burgenländer, der aktuell seinen Platz gefunden hat – in der Mannschaft, der Stadt und der Deutschen Bundesliga.