Unter Kuppel wird am BG/BRG Oberpullendorf Schule von Morgen gedacht

Dialog Schulautonomie

Das Gymnasium Oberpullendorf wurde als einzige Schule im Burgenland auserwählt, um im Zuge des Projektes „Dialog Schulautonomie“ an den sogenannten „Kuppelgesprächen“ teilzunehmen, die seit Ende des vergangenen Schuljahres laufen. Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbirgt sich eine strukturierte Gesprächsrunde zum hochaktuellen Thema Schulautonomie.

Die Kuppel wird vor jeder Gesprächsrunde gemeinsam von den beteiligten Stakeholdern – Schulleitung, Lehrendenteam, Bildungsdirektion und Ministerium – aufgebaut und anschließend wieder abgebaut. Sie stellt einen geschützten Vertrauensraum dar, in dem sich alle Teilnehmenden auf Augenhöhe begegnen können. Hier legen Bildungsexperte Markus Haider, Franz Bock von der Bildungsdirektion und Direktor Markus Neuhold gemeinsam Hand an.

Die Kuppel wird vor jeder Gesprächsrunde gemeinsam von den beteiligten Stakeholdern – Schulleitung, Lehrendenteam, Bildungsdirektion und Ministerium – aufgebaut und anschließend wieder abgebaut. Sie stellt einen geschützten Vertrauensraum dar, in dem sich alle Teilnehmenden auf Augenhöhe begegnen können. Hier legen Bildungsexperte Markus Haider, Franz Bock von der Bildungsdirektion und Direktor Markus Neuhold gemeinsam Hand an.

© dialog@schulautonomie, Gerhard Schuster zapata33com

Im Mittelpunkt der Gespräche steht dabei die Frage, wie bestehende schulautonome Freiräume bereits genutzt werden, wo es Hürden gibt und welche Rahmenbedingungen künftig notwendig sind.

Die „Kuppel“ beschreibt dabei einen geschützten Vertrauensraum, in dem sich alle Teilnehmenden auf Augenhöhe begegnen. Unterschiedliche Perspektiven und Wahrnehmungen werden bewusst ausgesprochen, geteilt und reflektiert, um bislang Verborgenes sichtbar zu machen. Ziel ist es, gemeinsam über die Zukunft der Schule zu reflektieren und bestehende sowie zukünftige Gestaltungsspielräume offen zu diskutieren.

Zu diesem Anlass kamen die beiden Experten Gerhard Schuster und Markus Haider ins Mittelburgenland. Gemeinsam mit dem Leiter der Bildungsdirektion Nord Franz Bock und Direktor Markus Neuhold, zwölf engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Lehrerkollegium und Administrator Georg Hahn wurde intensiv über Chancen, Herausforderungen und Perspektiven schulautonomen Handelns gesprochen.

„Das Gymnasium ist eine starke Stimme im Bereich der schulischen Innovationen und wir freuen uns, dass wir auserwählt wurden und die Möglichkeit haben zu partizipieren und unsere Erfahrungen in den bundesweiten Prozess einfließen zu lassen“, so Direktor Markus Neuhold.

Das Gymnasium Oberpullendorf war österreichweit die zweite Schule, die an den Kuppelgesprächen teilnahm. Man wurde von der Schulbehörde ausgewählt, da in den vergangenen Jahren zahlreiche schulautonome Initiativen gesetzt und ein hohes Engagement gezeigt wurden.

Das gesamte Kuppelgespräch – inklusive der vielfältigen Beiträge aus dem Team des Gymnasiums Oberpullendorf – wurde aufgezeichnet und transkribiert. Die Ergebnisse fließen auf Ministeriumsebene in die strategische Weiterentwicklung des Bildungsbereichs ein. Besonders wertvoll sind dabei die gelungenen Beispiele gelebter Schulautonomie am Gymnasium Oberpullendorf, aber auch die offen angesprochenen Herausforderungen im Schulalltag.

Konkrete Beispiele für die Nutzung schulautonomer Gestaltungsspielräume sind die Entwicklung schulautonomer Lehrpläne, um den Unterricht stärker an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszurichten, die Entwicklung neuer Schulzweige mit innovativen Schwerpunkten und die Implementierung einzigartiger Bildungsangebote und Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen, etwa mit der Rot Kreuz-Bezirksstelle Oberpullendorf, um fachliches und soziales Lernen zu stärken und die Bindung zur Region zu vertiefen.

Weiters wurden am Gymnasium Oberpullendorf im Rahmen der Schulautonomie umfassende Angebote bei Lernschwierigkeiten, psychosozialen Herausforderungen, Begabungsförderung sowie in der Bildungs- und Berufsorientierung verankert. Beispiele sind die „Study-Buddys“, die kostenlose Lernunterstützung von Schülern für Schüler bieten, oder die schuleigene Ansprechperson zur Stärkung der mentalen Gesundheit.

„Das Kuppelgespräch versteht sich als Dialog- und Begegnungsformat in einem innovativen Rahmen, das darauf abzielt, gemeinsam ein modernes und zukunftsorientiertes Bildungssystem weiterzuentwickeln. Ein Austausch auf Augenhöhe stärkt aus meiner Sicht Vertrauen, fördert gemeinsame Verantwortung und schafft eine konstruktive Basis für nachhaltige Veränderungen. Die aktive Beteiligung der Schulen – jener Einrichtungen mit unmittelbarem Praxisbezug – wirkt zudem motivationssteigernd“, betont Direktor Markus Neuhold. Und meint abschließend: „Für uns bedeutet die Teilnahme Wertschätzung, und für andere Schulen sind unsere besonderen Projekte und Leuchttürme deshalb interessant, weil sie zeigen, was möglich ist, und als Inspiration für eigene Entwicklungen dienen.“

Zu den „Kuppelgesprächen“

Die Kuppelgespräche sind Teil des österreichweiten Projekts „Dialog Schulautonomie“, das an Schulen aller Bundesländer Gesprächskreise zur Weiterentwicklung des Schulsystems organisiert. Diese finden sowohl auf Schulebene als auch auf Ebene der Bildungsdirektionen statt. Charakteristisch für das Format ist, dass alle Ebenen vertreten sind – von der einzelnen Schule über die Bildungsdirektion bis hin zum Bildungsministerium.