Doskozil-Heimspiel mit Kern-Bonus
Freundschaft in Neudörfl
Mehrere hundert Fans und Anhänger waren beim ersten offiziellen Burgenland-Stopp der Doskozil-Tour in Neudörfl dabei. Im Rennen um den SPÖ-Vorsitz wurde das Heimspiel für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil im internen Wahlkampf zum ersten großen Auftritt mit Ex-Bundeskanzler Christian Kern.
© APA, HANS KLAUS TECHT
Die Botschaften waren bekannt, die Inszenierung im Martinihof in Neudörfl setzte beim Halt von Hans Peter Doskozils „Freundschaft-Tour“ noch eins drauf: Angekündigt als Event am historischen Schauplatz – jener Gemeinde, wo vor 150 Jahren die Sozialdemokratie gegründet wurde –, gab’s auch das Comeback von Altkanzler Christian Kern auf der Politbühne, wenn auch nicht als Kandidat, doch als Unterstützer.
Es gehe nicht darum, „wer am Ende des Tages recht hat“, sprach Doskozil gleich zu Beginn des Podiums seine Rolle als Herausforderer der aktuellen SPÖ-Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner an, es gehe „darum, dass die Partei wieder an erster Stelle steht“. Auch kritische Fragen habe es im Zuge seiner Tour gegeben, sagte Doskozil: „Warum grätscht man rein, warum diskutiert man öffentlich?“ Doskozils Antwort wurde bejubelt: „Aber ich glaube, das ist eine einzigartige Chance, wir haben das in dieser Form nie gehabt. Und das Ziel das uns verbindet: Wir müssen die ÖVP aus der Regierung rausbringen.“
Die Stoßrichtung „Schwarz-Blau verhindern“ gab auch Kern vor. Zugleich gab’s auf der Bühne eine Anmerkung zu früheren Diskussionen zwischen Doskozil und dem Ex-Kanzler: Dass sie nun gemeinsam auftreten, das zeige, „dass das Wichtigste ist, aufeinander zugehen zu können“, wie Doskozil sagte.
Kern erklärte auch, warum er sich letztlich nicht aus der Diskussion rausgehalten habe: „Mir ist die Partei und mir sind die Menschen viel zu wichtig, als zuzuschauen, wenn es in die falsche Richtung geht.“ Doskozil wurde deutlicher und sprach davon, dass man „den Platz räumen“ müsse, „wenn man hinter die Partei fällt, wenn die Partei die Person mitzieht“.
Inhaltlich dominierten im Bühnengespräch die Sozialthemen: über den Mindestlohn und Pflege bis hin zur Doskozil-Ansage einer „Abschaffung der Zwei-Klassen"-Medizin“ wurden die Themen vorgegeben, die man auch in den nächsten Nationalrats-Wahlkampf mitnehmen wolle. Um dieses Ziel zu erreichen, erinnerte Landesgeschäftsführer Roland Fürst zum Abschluss noch einmal an die Mitgliederbefragung und daran, möglichst viele zum „Richtigen“ zu motivieren.

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