Dragonz: Niederlage trotz McClure-Show
Basketball Superliga
Die Eisenstädter Drachen zeigten zwar einen klaren Aufwärtstrend - für einen Sieg gegen die Kapfenberg Bulls reichte es dennoch nicht. Selbstvertrauen nach knapper 98:92-Auswärtsniederlage wieder etwas saniert.
Peter Cosic und seine Drachen mussten sich trotz starker Leistung den Bullen aus der Steiermark beugen.
© BVZ, Peter Wagentristl
Auch nach dem dritten Match der Qualifikationsrunde warten die BBC Nord Dragonz weiter auf ein Ende der Durststrecke. Zwar setzte es auswärts bei den Kapfenberg Bulls die siebente Niederlage in Folge, eine kleine Trendwende war aber doch zu spüren. Nachdem in den vergangenen Wochen die Niederlagen schon lange vor dem Buzzer besiegelt waren, hielten die Drachen das Match in der Steiermark bis zur letzten Minute spannend. Für das Selbstvertrauen am Court war die Leistungssteigerung zwar wichtig, mit Blick auf die Tabelle ist aber auch klar: egal ob klare oder knappe Niederlage - langsam muss ein Sieg her.
Nach der „Watschen“ gegen die Timberwolves und der durchwachsenen Leistung gegen die Traiskirchen Lions mussten die positiven Aspekte noch mühsam herausgearbeitet werden, springen die erfreulichen Zahlen nach der 98:92-Auswärtsniederlage gleich ins Auge. Dass die Partie bis zum Schluss offen blieb, ist nämlich vor allem einem zu verdanken: US-Legionär Kyran McClure, der mit 38 Punkten eine klare Saison-Bestleistung hinlegte. Der Scharfschütze nahm sich von jenseits der Dreier-Linie ein Herz, zog 13-mal ab und versenkte sieben Dreier. Noch dazu zwang der wendige Point Guard mit seinem schnellen Zug zum Korb die Gegner zu Fouls - was in weiterer Folge zu sieben versenkten Freiwürfen führte. Ähnlich die Foul-Bilanz gegen Petar Cosic (sieben von acht Freiwürfen verwandelt), noch drastischer sogar bei Aristide Boya, der gleich zwölf Freiwürfe herausholte - davon aber nur sieben einnetzte. Dafür war der 2,16-Center mit 90-prozentiger Trefferquote in der Zone aus dem Spiel heraus umso treffsicherer.
Garniert wurde das ganze vom Riesen aus Kamerun mit acht Rebounds. Allerdings: Sein bulliges Gegenüber, Kapfenberg-Center Brad Greene, erarbeitete unterm Korb gleich 18 Rebounds. Was die Effektivität anbelangt war vor allem das Spitzen-Trio McClure/Boya/Cosic eine Bank, mit Werten in der entscheidenden Statistik von 23 bis 30. (Die Effektivität setzt sich aus Trefferquote, Wurfversuchen und Turnovers zusammen und ist einer der aussagekräftigsten Werte im Basketball; Anmerkung BVZ).
© BVZ, Peter Wagentristl
Etwas Glück fehlte zum Erfolg
Aus Drachenperspektive besonders erfreulich ist auch die über 40 Minuten konstante Leistung. Im letzten Viertel wuchs die Führung der Steirer auf ein komfortables Maß - bis sich die Drachen zurückkämpften. Erst kurz vor dem Buzzer machten die Bullen mit einem wichtigen Korb trotz Fouls den Sack zu. „Diese zwei ,And-Ones' am Schluss haben uns das Genick gebrochen“, weiß auch Headcoach Felix Jambor: „Sie haben die ,Big Plays' gemacht.“ Schließlich sei die Überraschung nicht geglückt, die positiven Aspekte müsse man aber hoch einschätzen: „Wir haben seit ein paar Spielen wieder einmal eine wirklich gute Leistung gebracht“, so Jambor. „Gratulation an Kapfenberg, sie haben wie immer hart gespielt“, zeigt sich MVP Kyran McClure als fairer Verlierer. Nun hat er den Blick bereits auf das vierte Match der Zwischenrunde, am Mittwoch gegen den UBSC Graz, gerichtet: „Wir haben das Beste gegeben - jetzt müssen wir zurück in die Halle und weiterarbeiten. Nächstes Mal wird es besser.“