Literaturtage im Weinwerk - „gemischte Sätze“ in Neusiedl am See
Drei Tage Programm
Das gelesene und gesprochene Wort und der Blick über den Tellerrand werden von 12. bis 14. September in Neusiedl am See gefeiert: Autorinnen und Autoren aus Österreich, Burgenländerinnen und Burgenländer und Schreibende aus allen Richtungen kommen wieder im und rund ums Weinwerk zusammen: „Gemischte Sätze“, lautet das Motto, das Programm ist prominent besetzt und dicht.
Das Weinwerk in Neusiedl am See wird wieder zum Zentrum des Literaturgeschehens.
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Es ist die nunmehr achte Ausgabe der Literaturtage, mit denen der Verein „Der Pirol“ und Autorin Karin Ivancsits als Gastegeber auch diesen September ein Zeichen der zeitgenössischen Literaturszene setzen. Autorinnen und Autoren präsentieren und sprechen über ihre Texte „zwischen Gestern, Heute und Morgen“, wobei das Vergangene ins Heute und das wiederum in die Zukunft führt. All das im Kontext mit Geschichte(n), historischen wie geografischen Umständen sowie Schicksalen.
© Literaturtage im Weinwerk
So erzählt Heinz Janisch am Eröffnungsabend aus dem Leben des Bauernbuben Franz Michael Felder („Ich war ein unruhiger Kopf“), der sich durch seine Liebe zum Lesen aus der heimatlichen Enge herausfantasierte. Andere Gäste thematisieren ebenso Lebenskämpfe unter widrigen Bedingungen, wie Kaśka Bryla in ihrem Roman „mein vater der gulag die krähe und ich“ oder Ljuba Arnautović, die in „Erste Töchter“ über die Situation eines zerrissenen Vaters und seine beiden Töchter schreibt.
Dass alles der Veränderung unterworfen ist, und dass das heute mehr denn je zu gelten scheint, drängt Schreibende dazu, Stellung zu beziehen. In Laura Freudenthalers Buch „Arson“ geraten die Dinge außer Kontrolle und kündigen eine globale Katastrophe an, in Petra Piuks Neuerscheinung „Hotel Love“ regiern Männer und Künstliche Intelligenz die Welt.

© Privat, Literaturtage im Weinwerk
Karin Ivancsics („Sansibar“) und Dominika Meindl („Selbe Stadt, anderer Planet“) erkunden sogenannte Paradiese und Overtourism, Clemens Bergerführt das Geschäft mit Muttermilch ins Absurde („Das Haus des flüssigen Goldes“).
Die Gäste der diesjährigen Literaturtage widmen sich möglichen Wegen und Wendungen, sie beschreiben Revolutionen nach außen wie Prozesse im Inneren, fordern zur Metamorphose auf (Isabella Feimer: „Versuch einer Verpuppung“), feiern das Widerständige (David Hoffmann: „einüben ins aussterben“) und das Einfühlen in andere Lebewesen (Ana Marwan: „Sei Erich“).

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Die Bildende Künstlerin Helga Cmelka (ihr Atelier liegt in Tadten) ergänzt mit abstrakt-konkreten Bildern von Landschaften im Wandel. Am Eröffnungstag gibt es auch einen Roma/Romnija-Volksgruppen-Schwerpunkt (2024 waren es die Burgenlandkroatinnen und -kroaten) anlässlich 30 Jahre Attentat in Oberwart.
Herbert Brettl, Katharina Janoska und Ferry Janoska, Samuel Mago und Melinda Stoika zeigen Bilder, lesen, sprechen, singen und musizieren. Samstag und Sonntag kommen die musikalischen Einstiege und Umrahmungen des literarischen Programms von Franz Hautzinger (soeben mit dem Österreichischen Kunstpreis ausgezeichnet) und Bozana Meidl-Brajic.

© Privat, Literaturtage im Weinwerk
Das Programm im Überblick
Freitag: Eröffnung
18 Uhr: Begrüßung - Karin Ivancsics
Lesung und Gespräch mit Heinz Janisch
Moderation: Christa Eder
19 Uhr: Schwerpunkt Volksgruppe Roma
Karin Ivancsics, Katharina Janoska, Herbert Brettl, Samuel Mago
Musik: Melinda Stoika und Ferry Janoska
Samstag
15 Uhr: Lesungen und Gespräche
Karin Ivancsics und Dominika Meindl
Moderation: Sanja Abramović
Clemens Berger
Moderation: Jakob Perschy
Präsentation der Arbeiten von Helga Cmelka
18 Uhr: Lesungen und Gespräche
Laura Freudenthaler und Petra Piuk
Moderation: Katharina Tiwald
Isabella Feimer, David Hoffmann, Ana Marwan
Musik: Franz Hautzinger
Moderation: Karin Ivancsics
Sonntag: Matinée
11 Uhr: Lesungen und Gespräche
Ljuba Arnautović und Kaśka Bryla
Moderation: Dominika Meindl
Musik: Bozana Meidl-Brajic
13 Uhr: Abschlussfest mit Buffet und Wein