Amoklauf-Drohung in Oberwart hat ein Nachspiel
Drohposting
Die Ermittlungen im Fall des Drohpostings in den sozialen Netzwerken sind Polizei abgeschlossen. Zwei 15-Jährige Mädchen posteten aus Jux und Tollerei, doch so einfach zur Tagesordnung über zu gehen, ist nicht möglich. SOS Kinderdorf Leiter Marek Zeliska gibt Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können.
„Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern über die Drohungen. Es ist auch wichtig, ihnen klarzumachen, dass derartige Drohungen kein “Streich” sind, sondern ernsthafte Konsequenzen haben können“, betont Marek Zeliska.
© SOS Kinderdorf
Ein Drohposting auf Social Media führte in der Vorwoche dazu, dass die HBLA Oberwart, die HAK Oberwart und das Zweisprachige Gymnasium Oberwart vorübergehend geschlossen wurden. Zwei 15-jährige Mädchen, die sofort ein Geständnis ablegten, konnten rasch ausgeforscht werden. Die Mädchen wollten ihre Drohung nie wahr machen und auch niemanden gefährden. Trotzdem wurden sie angezeigt und mit sofortiger Wirkung vom Unterricht suspendiert.
Bildungsdirektor Alfred Lehner wird die Aufarbeitung des Drohpostings im Unterricht forcieren. SOS Kinderdorf Leiter Marek Zeliska gibt Tipps, wie Eltern ihre Kinder davor schützen, vielleicht selbst derartige Drohungen auszusprechen. Im jüngerer Vergangenheit kam es nach einer Serie von Bombendrohungen an mehreren Schulen zu mehreren Prozessen.
SOS Kinderdorf Leiter gibt Tipps
„Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern über die Drohungen. Es ist auch wichtig, ihnen klarzumachen, dass derartige Drohungen kein “Streich” sind, sondern ernsthafte Konsequenzen haben können“, betont Marek Zeliska. „Kinder könnten durch die Nachrichten verunsichert oder ängstlich sein. Nehmen Sie die Ängste Ihrer Kinder ernst und geben Sie ihnen die Möglichkeit mit Ihnen darüber zu sprechen. Es ist normal, dass wir nicht für alle Fragen eine Antwort haben. In diesem Fall steht das Interesse im Vordergrund“, so Zeliska.
Ist ein Kind von der Evakuierung nach einer Drohung an seiner Schule betroffen, hat es möglicherweise Hemmung und Angst weiterhin in die Schule zu gehen. „Nehmen Sie die Sorge ernst, beruhigen Sie Ihr Kind und besprechen Sie alles in Ruhe. Die Schule soll ein Ort bleiben, der Neugier und Freude auslöst, nicht Angst vor einer Drohung“, erklärt der Kinderdorf-Leiter.
Eltern als verantwortungsvolles Vorbild
„Zeigen Sie Ihren Kindern, wie wichtig es ist, das Wohlergehen anderer Menschen zu berücksichtigen. Erklären Sie ihnen, dass Bedrohungen oder Gewalt andere Menschen sehr verängstigen und schaden können. Seien Sie als Eltern ein Vorbild für ein verantwortungsbewusstes Verhalten“, erläutert Marek Zeliska. Denn Kinder orientieren sich oft an den Handlungen und Einstellungen der Erwachsenen. „Durch die offenen Gespräche tragen Sie dazu bei, dass Ihre Kinder die Gefährlichkeit solcher Drohungen verstehen und diese nicht nachahmen“.
Gemeinsam auf Entdeckungsreise und Nein sagen
„Zeigen Sie ein unaufgeregtes Interesse an den sozialen Medien Ihrer Kinder. Dadurch schaffen Sie es, dass Ihre Kinder nicht alles glauben, was sie in den sozialen Medien sehen“, sagt Zeliska, der Eltern bittet, ihre Kinder zu ermutigen, dass sie klar nein sagen dürfen. „Speziell dann, wenn sie von Freunden oder Mitschülern dazu angestiftet werden, gefährliche Streiche oder Bedrohungen auszuführen“, sagt der SOS Kinderdorf-Chef.
Zudem ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn nötig. Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder & Jugendliche. www.rataufdraht.at
Das SOS-Krisenteam steht den Schulen und Vereinen zur Verfügung. Kontakt: 0676 88144605 burgenland@sos-kinderdorf.at