Gols: Burgenlands erster E-LKW „Josef“ präsentiert

E-Mobilität

Das Golser Unternehmen LSC-Wenzl GmbH hat als erster burgenländischer Betrieb einen Elektro-Lkw angeschafft und ist damit ein Pionier im Transportgewerbe.

Harald und Ingrid Wenzl, Bürgermeister Kilian Brandstätter und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit Pfarrerin Ingrid Tschank im Lkw.

Harald und Ingrid Wenzl, Bürgermeister Kilian Brandstätter und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit Pfarrerin Ingrid Tschank im Lkw.

© Klaus Zwinger

Am Mittwochmorgen wurde die neue Zugmaschine der Firma LSC-Wenzl GmbH präsentiert. Das 1964 gegründete Familienunternehmen hat 150 MitarbeiterInnen und verwendet für Transporte insgesamt 120 Lkw und 50 Auflieger und Anhänger. Die erste Elektro-Zugmaschine wurde in einem gemeinsamen Projekt mit dem Handelsunternehmen Lidl angekauft.

Gols: Burgenlands erster E-LKW „Josef“ präsentiert

© Klaus Zwinger

45 Prozent der Waren mit Strecke unter 300 Kilometer

45 Prozent aller Waren in Europa werden weniger weit als 300 Kilometer transportiert, deshalb ist die Umstellung des Transports auf Lkw mit Elektroantrieb, die eine solche Reichweite haben, möglich. Im Burgenland macht Verkehr rund 50 Prozent aller Emissionen aus, daher ist eine CO2-neutrale Mobilität besonders wichtig.

„Wollen wir bis 2030 die bilanzielle Klimaneutralität erreichen, müssen wir die Mobilität umweltfreundlich gestalten. Deshalb spielen technische Innovationen wie dieser neue Elektro-LKW eine wichtige Rolle“, unterstrich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. „Denn jeder elektrisch gefahrene Kilometer ist ein sauberer Kilometer und ein weiterer Schritt hin zur Klimaneutralität im Burgenland.“ Die Nutzung von emissionsfreien Lkw wurde in der Nachhaltigkeitsstrategie der Fa. Lidl verankert.

Gols: Burgenlands erster E-LKW „Josef“ präsentiert

© Klaus Zwinger

Die E-Sattelzugmaschine der Marke Volvo Type FM ist mit einer Batterieleistung von 540 Kw/h ausgestattet, die eine Reichweite von 330 Kilometer bei bis zu 44 Tonnen Nutzlast ermöglicht. Der Motor hat eine Gesamtleistung von maximal 666 PS. Im Betrieb ist das Fahrzeug um rund zehn Dezibel leiser als ein vergleichbarer Lkw mit Dieselmotor. Der E-Lkw soll bis zu 20 Stunden pro Tag Waren ausliefern. Aufgeladen werden kann der Lkw mit dem Grünstrom der Photovoltaikanlagen auf den Filialen von Lidl.

Das Thema erneuerbare Energie sei in aller Munde, betonte der Golser Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Kilian Brandstätter, wie Mobilität generell heiß diskutiert werde. Für die Gemeinde Gols sei es wichtig, dass es innovative Unternehmen wie die Firma Wenzl - der größte Arbeitgeber in der Gemeinde - gebe, die neue Ideen aufgreifen und umsetzen.

Doskozil betonte weiters, Elektromobilität sei die Zukunft, auch wenn viele Menschen dieser skeptisch gegenüberstünden. Elektromobilität werde ein zentraler Teil der Mobilität sein, die Bevölkerung müsse davon überzeugt werden, dürfe jedoch nicht zum Umstieg auf E-Autos gezwungen werden. Mit der Präsentation des ersten Elektro-Lkw im Burgenland sei man Zeuge einer neuen Entwicklung im Schwerverkehr.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde das neue Fahrzeug von Pfarrerin Ingrid Tschank auf den Namen „Josef“ getauft - den Namen, den auch Firmenchef Harald Wenzls jüngstes Enkelkind trägt.