„Nachbarschaftshilfe Plus“: Neue Landes-Pläne statt Förderung

Eigene Strukturen

Ende des Jahres läuft die Kofinanzierung für das Hilfsprojekt in 19 Gemeinden aus. Die „Nachbarschaftshilfe“ kritisiert „Stopp ohne Vorwarnung“, das Land hat aber Pläne für alle Gemeinden.

Schulterschluss der Gemeinden. 19 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dankten den Ehrenamtlichen nicht nur bei Festveranstaltungen wie dieser.

Schulterschluss der Gemeinden. 19 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dankten den Ehrenamtlichen nicht nur bei Festveranstaltungen wie dieser.

© Nachbarschaftshilfe Plus

Ein überparteiliches Sozialprojekt droht zum Politikum zu werden: Ab 2026 gibt es keine Landesförderung mehr für die „Nachbarschaftshilfe Plus“, wie Landesrat Leonhard Schneemann kürzlich bekanntgab. Das Land wolle aber helfen, wird festgehalten – und eine eigene Struktur als „Unterstützungsprojekt für alle“ ausbauen.

Irritiert reagierte die Geschäftsführung des Sozialvereins, auch in den derzeit 19 betreuten Gemeinden regt sich Unmut. Im Jahr 2014 gestartet, betreut die „Nachbarschaftshilfe Plus“ punktuell von Wallern bis Wolfau. Beim Verein spricht man von rund 1.000 älteren und hilfsbedürftigen Menschen, die wohnortnah auf 13 Teilzeitkräfte und mehr als 600 Ehrenamtliche zählen könnten: Geholfen wird mit Begleitdiensten (etwa bei Behördengängen oder beim Einkauf), Besuchen oder gemeinsamen Spaziergängen.

Ersatzmodell des Landes soll 2026 starten

Schwer nachvollziehbar sei der Schritt, „einem Best-Practice-Projekt, das von der Bevölkerung und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern gleichermaßen geschätzt wird, so kurzfristig die Förderung zu entziehen“, meint Geschäftsführerin Astrid Rainer. Und das, wie sie sagt, „ohne dass noch klar ist, wann ein passender Ersatz kommt und wie dieser aussehen wird“.

„Nachbarschaftshilfe Plus“: Neue Landes-Pläne statt Förderung

© Nachbarschaftshilfe Plus

Anders sieht man das im Land und im Büro von Soziallandesrat Schneemann: Man wolle die ehrenamtliche Hilfe für ältere Menschen „auf völlig neue Beine stellen“ und als Angebot für alle 171 Gemeinden etablieren. Organisieren werde man das über die 28 Pflegeregionen; die Ausrollung – nach dem Motto „gleiche Unterstützung für alle Menschen im Burgenland – wird für 2026 angekündigt. Eine Rolle spielen aber auch die 71 Pflegestützpunkte, die vielerorts noch im Planungsstadium sind.

Seitens des Landes hofft man, dass sich viele „Nachbarschaftshilfe“-Gemeinden anschließen werden. Der Verein wiederum will sich um höhere Bundesförderungen kümmern und weitermachen, wie man hört. Einen eigenen Weg hat man in der ÖVP-geführten Landeshauptstadt beschlossen: In Eisenstadt wird die Hilfe in den eigenen Sozialverein integriert, die Kosten stemmt man damit selbst.