Oberwart: Verkehrsbetriebe setzen weiter auf E-Mobilität
Elektrifizierte Busse
Die Verkehrsbetriebe Burgenland treiben die Energiewende im öffentlichen Verkehr voran und investieren Millionen in weitere emissionsfreie Busse sowie eine flächendeckende Ladeinfrastruktur.
VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.<?ZE?><?ZE?>
© Landesmedienservice/ Dorothea Müllner-Frühwirth
Die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) haben landesweit 20 neue Ladesäulen für Busse installiert und zeitgleich neun rein elektrisch angetriebene Linienbusse in Betrieb genommen. Bei der offiziellen Eröffnung in Oberwart präsentierten die Verantwortlichen das 5,7 Millionen Euro schwere Projekt. Die neuen E-Busse bedienen ab sofort fünf Zubringerlinien im Mittel- und Südburgenland, wo sie Gemeinden mit den Hauptverkehrsachsen verbinden und mit Sonnen- und Windstrom geladen werden.
„Ein weiterer Meilenstein ist erreicht – und er zeigt, wohin die Reise geht. Ab sofort sind landesweit 20 neue Ladesäulen für Busse, mit je zwei Ladepunkten, an zehn Standorten in Betrieb“, erklärt Verkehrslandesrat Heinrich Dorner bei der Eröffnung. Aufgrund der langgestreckten Form und der Topografie des Bundeslandes sei eine besonders dichte Ladeinfrastruktur notwendig, da die Strecken länger und die Wege komplexer sind. Geladen wird daher nicht nur in der Nacht, sondern auch untertags während der Fahrpausen.
Aktuell betreibt die VBB rund 60 Ladepunkte. Im Rahmen der jüngsten Ausbauphase wurden 13 Gleichstrom-Ladesäulen und sieben Wechselstrom-Ladesäulen errichtet. Bei den Fahrzeugen setzt das Unternehmen auf zwei unterschiedliche Modelle, um flexibel auf den Bedarf reagieren zu können:
- e-Citaro: Ein zwölf Meter langer Standardlinienbus mit 36 Sitz- und 41 Stehplätzen, der eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern aufweist
- K-Bus: Ein kompakter, barrierefreier 20-Sitzer mit zusätzlichen 15 Stehplätzen, der speziell für kleinere Zubringerlinien genutzt wird
Die Planung und Umsetzung der Ladeinfrastruktur haben die Verkehrsbetriebe federführend in Eigenregie übernommen, unterstützt von der Burgenland Energie und den Landesimmobilien Burgenland.
„Sehr erfolgreich waren wir bei der Finanzierung des Projektes“, erklärt VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits. Durch Gelder der Europäischen Union und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft konnten erhebliche Fördermittel lukriert werden. Die Mehrkosten der E-Busse im Vergleich zu herkömmlichen Modellen wurden zu etwa 80 Prozent gefördert, die Errichtung der Infrastruktur zu 40 Prozent. Durch die Eigenregie der VBB wurden zudem externe Kosten eingespart.
Langfristig soll die Dekarbonisierung im Burgenland weiter Fahrt aufnehmen. „Wir rechnen damit, dass die europäischen Bushersteller 2027 mit ersten praktikablen Modellen für den Regional- und Fernverkehr auf den Markt kommen“, blickt VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits in die Zukunft. Sobald diese Fahrzeuge verfügbar sind, sollen Pilotprojekte starten, um bereits ab dem Jahr 2028 die ersten Überland- und Regionallinien rein elektrisch zu betreiben.