Neudörfler Lederhosen- und Dirndlverein löste sich auf

Ende einer Ära

Nach vielen Jahren gelebter Gemeinschaft und Tradition löst sich der Neudörfler Lederhosen- und Dirndlverein „Lehodis“ auf. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2008, ursprünglich aus der Idee heraus, das Dorffest aktiv mitgestalten zu können.

Bis zuletzt war SPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Götz (4. v. l.) der Obmann der Lehodis. Gemeinsam mit unter anderem ÖVP-Gemeinderat Roman Zenz (4. v. r) gehörte er zu den Gründungsmitgliedern 2008. SPÖ-Gemeinderat Michael Schober (dahinter) trat 2019 bei.

Bis zuletzt war SPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Götz (4. v. l.) der Obmann der Lehodis. Gemeinsam mit unter anderem ÖVP-Gemeinderat Roman Zenz (4. v. r) gehörte er zu den Gründungsmitgliedern 2008. SPÖ-Gemeinderat Michael Schober (dahinter) trat 2019 bei.

© zVg

Zu den Hochzeiten zählte der Verein rund 100 Mitglieder. Diese kamen nicht nur aus Neudörfl, sondern auch aus umliegenden Gemeinden. Gründungsmitglieder des Vereins waren etwa SPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Götz, der bis zuletzt Obmann war, und ÖVP-Gemeinderat Roman Zenz. Seit 2019 ist auch SPÖ-Gemeinderat Michael Schober im Vorstand als Kassier tätig. Er erinnert sich zurück: „In den ersten Jahren war der Verein äußerst aktiv: Neben der Mitwirkung beim Dorffest organisierte man jährlich Ausflüge und veranstaltete mit dem 'Lehodifest' ein eigenes Vereinsfest. Außerdem gab es auch große Bälle im Martinihof.“

Sehr früh engagierte sich der Verein auch für verschiedene karitative Projekte, etwa für Herzkinder oder das Kinderhospiz Sterntalerhof. Zugunsten des Kinderhospizes wurde in der Vorweihnachtszeit jährlich ein Charity-Veranstaltung organisiert. Zunächst fand sie beim Heurigen Piribauer statt, später wurde sie zur Borsvilla verlegt. Besonders freut es Michael Schober, dass sich mit dem Neudörfler Burschenverein jemand gefunden hat, der dieses Event weiter aufrechterhält. Seit mehreren Jahren wird es bereits in Kooperation der beiden Vereine ausgetragen, im vergangenen Jahr erstmals vom Burschenverein alleine. Auf die Unterstützung der ehemaligen Lehodis kann der Burschenverein auch nach der Auflösung der Lehodis weiterhin zählen, versichert Michael Schober.

Nach knapp zwanzig Jahren geht nun also eine Ära zu Ende. Die letzte offizielle Veranstaltung des Vereins fand im vergangenen Jahr statt, eine Abschiedsparty am 12. September, dem Tag vor dem Dorffest. Als Grund für die Auflösung nennt Schober vor allem den Mangel an Nachwuchs sowie veränderte Lebensumstände der aktiven Mitglieder: „Viele sind älter geworden, haben Familien gegründet und sich aus dem Vereinsleben zurückgezogen.“ In den letzten Jahren lag der Fokus ohnehin fast ausschließlich auf wohltätigen Aktivitäten.

Im Zuge der Auflösung wurde das gesamte Vereinsvermögen veräußert. Das Inventar, darunter Zelte, eine Bar und diverses Veranstaltungsequipment, wurde verkauft, an andere Vereine und die Feuerwehr. Mehrere Projekte können dadurch unterstützt werden, berichtet Michael Schober. „Eine Spende ging wieder an den Sterntalerhof. Ein weiterer Teil wird zur Unterstützung für die Sanierung des Brunnes am Zollikofenplatz verwendet. Dieser soll von der Gemeinde attraktiver gestaltet werden und so zu einem Treffpunkt im Ort werden. Ein dritter Teil wird für eine Sitzgelegenheit beim Funcourt zur Verfügung gestellt. Auch hier beteiligen wir uns an der Errichtung.“ Bis zur endgültigen Installation der Sitzgelegenheit wird es allerdings noch dauern, bis die groben Arbeiten für den neuen Bahnhof abgeschlossen sind. Schließlich erhielten noch alle Kinder im Ort – vom Kindergarten bis zur Volksschule – vor den Osterferien Ostereier, die Michael Schober persönlich vorbeibrachte.

Der Vorstand der Lehodis möchte sich zu guter Letzt auf diesen Weg bei allen Mitgliedern und Unterstützern für die jahrelange Hilfe und Treue sehr herzlich bedanken.