Energiewende: Erster Salzspeicher für Apetlon, Großspeicher für Andau

Energiestrategie

Im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Wiener Start-up Salzstrom bringt die Burgenland Energie Stromspeicher auf Salzbasis auf den Markt. Im Gemeindeamt Apetlon wird noch im August der erste dieser Speicher installiert. In Andau soll ein konventioneller Großspeicher mit 340 Megawattstunden entstehen – das derzeit größte Batteriespeicherprojekt Österreichs.

Kooperation der Burgenland Energie mit Salzstrom besiegelt.

Kooperation der Burgenland Energie mit Salzstrom besiegelt.

© Burgenland Energie

Burgenland Energie startet mit innovativer Speichertechnologie – Pilotprojekte in Apetlon und Andau geplant

Burgenland Energie erweitert ihre Energiestrategie um eine neue Komponente: Mit Unterstützung des Unternehmens Salzstrom werden künftig Stromspeicher auf Natrium-Ionen-Basis angeboten. Diese sogenannten Salzspeicher richten sich an Haushalte und Gewerbebetriebe. Die Technologie gilt als umweltfreundlich, langlebig und ressourcenschonend. „Strom, der im Burgenland erzeugt wird, der soll auch im Burgenland verwendet werden“, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei der Präsentation. Ziel sei es, das Burgenland bis 2030 klimaneutral und energieunabhängig zu machen.

Die neuen Speicherlösungen sollen dazu beitragen, Überschüsse aus der Wind- und Sonnenstromproduktion besser zu nutzen. Durch eine höhere Eigenverbrauchsquote können laut Burgenland Energie auch Netzgebühren und Abgaben eingespart werden. Ein Komplettpaket, bestehend aus Speicher, Wechselrichter, Montage und Installation durch regionale Fachbetriebe, ist ab sofort erhältlich. Die monatlichen Kosten beginnen bei 59 Euro im Abo-Modell. Das Land fördert den Einbau.

Es dürfte kein Zufall sein, dass die Burgenland Energie ihre neue Kooperation mit dem Start-up SALZSTROM nur wenige Stunden nach der Präsentation der umfassenden Speicherstudie von PV Austria publik gemacht hat. Die Studie zeigt eindrücklich, dass sich der Bedarf an Batteriespeichern bis 2040 verachtfachen wird – und dass das Burgenland mit einem prognostizierten Speicheranteil von acht Prozent eine zentrale Rolle in der Energiewende spielt. Die zeitliche Nähe zur Veröffentlichung legt nahe, dass Burgenland Energie mit dem Vorstoß in Salzspeicher gezielt auf diese neuen Daten reagiert – und sich frühzeitig als Treiber in einem wachstumsstarken Segment positionieren will.

Apetlon bekommt ersten Salzspeicher Burgenlands

Noch im August wird in Apetlon der erste Salzspeicher Burgenlands in Betrieb genommen. Das Gerät mit einem Speichervolumen von rund 20 Kilowattstunden wird im Gemeindeamt installiert und dient dort als Pilotanlage. „100 Salzspeicher sind sofort verfügbar“, erklärte Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender der Burgenland Energie. Die Technologie stammt vom Partnerunternehmen Salzstrom, das nach eigenen Angaben als erstes ein CE-zertifiziertes Batteriemodul auf Natrium-Ionen-Basis auf den europäischen Markt gebracht hat.

Energiewende: Erster Salzspeicher für Apetlon, Großspeicher für Andau

© Burgenland Energie

„Salzbatterien markieren den Beginn einer neuen Ära nachhaltiger Energiespeicherung“, sagte Jürgen Ellensohn, Geschäftsführer von Salzstrom. Der Unternehmenssitz befindet sich in Wien. Vertrieben werden Lösungen für private, gewerbliche und industrielle Anwendungen.

Großspeicherprojekt in Andau mit 340 Megawattstunden

Parallel zu den neuen Haushaltslösungen plant Burgenland Energie auch Investitionen in großvolumige Stromspeicher. Insgesamt sollen an acht Standorten im Burgenland konventionelle Speicher mit einem Gesamtvolumen von 500 Megawattstunden errichtet werden. Dafür werden rund 100 Millionen Euro aufgewendet. Das größte Projekt ist in Andau vorgesehen: Mit einem Speichervolumen von rund 340 Megawattstunden soll dort die bislang leistungsstärkste Batterieanlage Österreichs entstehen.

Ein weiteres Pilotprojekt findet in Schattendorf statt, wo in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen CMBlu ein neuartiger Kohlenstoff-Großspeicher getestet wird. Beide Ansätze dienen der besseren Nutzung von Wind- und Sonnenstrom im Burgenland, das derzeit rund 72 Prozent seines Strombedarfs selbst deckt. Ziel ist eine vollständige Energieunabhängigkeit.