Tag des Denkmals im Freilichtmuseum Gerersdorf
Ensemble Gerersdorf
Unter dem Motto „DENKMAL bewahren, DIGITAL erfahren“ öffnet das Freilichtmuseum am Sonntag, 28. September bei freiem Eintritt seine Tore.
Der Kitting stammt aus dem Jahr 1748 und wurde in spektakulärer Weise von Unterschützen ins Museum übertragen und dort mit einem Kranwagen wieder aufgestellt.
© Ensemble Gerersdorf
Von 14 bis 15.30 Uhr gibt es eine Gratisführung durch das gesamte Museumsareal. Dabei werden die Gebäude, ihre ursprüngliche Nutzung und die Entstehung des Museums seit den 1970er-Jahren erklärt. Die Führung ist wahlweise mit Museumsmitarbeiterin Michaela Kalch oder individuell mit Audio-Guides möglich.
Um 16 Uhr folgt eine Expertenführung von Architektin Astrid Kropf. Sie erläutert die Funktion und Bauweise eines Kittings – einer seltenen Bauform, die so nur in Unterschützen vorkommt.
Daten und Fakten zum neuen Kitting
Beim Kitting handelt sich um einen freistehenden Speicherbau aus Unterschützen - mit einer Bauweise, die nur dort zu finden war. Ein Ktting war ein Speicher für sämtliche in deren Landwirtschaft hergestellten Lebensmittel und Verarbeitungsgeräte.
Der Kitting zeichnet sich durch die typische Holzblockbauweise aus. Dabei bildet ein Holztonnengewölbe den oberen Abschluss. Der Gewölbebau ist eher untypisch für das Material Holz und trotzdem kam es hier zur Anwendung. Die Außenmauer bildet eine geschlossene Hülle, die mit Lehm verputzt wurde. Das hatte einen wichtigen Zweck: Der Inhalt des Speichers war gut gegen Feuer geschützt. Denn direkt über dem Gewölbe befindet sich das eigentliche Dach, ein Satteldach, das früher mit Stroh gedeckt war. Und falls das Strohdach einmal Feuer fing, etwa durch Funkenflug, konnte man das brennende Stroh herunterreißen – der wertvolle Inhalt im Inneren blieb dank des Tonnengewölbes und der Lehmschicht unversehrt.
Die Übertragung war ein großes Anliegen des Bundesdenkmalamtes, da Kittinge eine der historisch wertvollsten Baujuwele der bäuerlichen Bevölkerung des 18. Jahrhunderts sind und das es sie ausschließlich in Unterschützen und nur mehr sehr geringer Anzahl gibt.