Unterschützer Kitting erfolgreich nach Gerersdorf übertragen
Ensemble Gerersdorf
Seit der Gründung des Freilichtmuseums in den 1970-er Jahren, als Gerhard Kisser in Privatinitiative begann, historisch wertvolle Gebäude aus dem Südburgenland abzutragen und im Gelände des Freilichtmuseums wieder aufzubauen, wurde 35 Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und Werkstätten übertragen und vor dem Verfall gerettet.
Das Gebäude wurde per Sondertransport ins Freilichtmuseum gebracht und mit einem Kranwagen aufgesetzt.
© Ensemble Gerersdorf
Ein Kitting aus Unterschützen ist ein weiteres besonders erhaltungswürdiges Gebäude, das kürzlich in einer spektakulärer Aktion ins Museum gebracht.
Um Beschädigungen am Gebäude zu vermeiden, wurde diesmal keine Zerlegung der Holzbalken vorgenommen, sondern das Gebäude als Ganzes auf einen Spezialtransporter verladen. Vor der Übertragung wurde das Gebäude wissenschaftlich untersucht und aufgrund von Holzanalysen konnte das Baujahr mit 1748 eruiert werden.
Daten und Fakten zum neuen Kitting
Beim Kitting handelt sich um einen freistehenden Speicherbau aus Unterschützen - mit einer Bauweise, die nur dort zu finden war. Sie waren ein Speicher für sämtliche in deren Landwirtschaft hergestellten Lebensmittel und Verarbeitungsgeräte.
Der Kitting zeichnet sich durch die typische Holzblockbauweise aus. Dabei bildet ein Holztonnengewölbe den oberen Abschluss. Der Gewölbebau ist eher untypisch für das Material Holz und trotzdem kam es hier zur Anwendung. Die Außenmauer bildet eine geschlossene Hülle, die mit Lehm verputzt wurde. Das hatte einen wichtigen Zweck: Der Inhalt des Speichers war gut gegen Feuer geschützt. Denn direkt über dem Gewölbe befindet sich das eigentliche Dach, ein Satteldach, das früher mit Stroh gedeckt war. Und falls das Strohdach einmal Feuer fing, etwa durch Funkenflug, konnte man das brennende Stroh herunterreißen – der wertvolle Inhalt im Inneren blieb dank des Tonnengewölbes und der Lehmschicht unversehrt.
Die Übertragung war ein großes Anliegen des Bundesdenkmalamtes, da Kittinge eine der historisch wertvollsten Baujuwele der bäuerlichen Bevölkerung des 18. Jahrhunderts sind und das es sie ausschließlich in Unterschützen und nur mehr sehr geringer Anzahl gibt.

© Ensemble Gerersdorf