Frau wegen Sex mit Waffe bedroht? 24-Jähriger verurteilt

Bezirk Jennersdorf

Ein 24-jähriger Südburgenländer soll eine Bekannte mit einem Gewehr bedroht und versucht haben, sie zu vergewaltigen. Jetzt wurde er schuldig gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 24-Jährige wurde zu 30 Monaten Haft, davon zehn Monate unbedingt verurteilt.

Der 24-Jährige wurde zu 30 Monaten Haft, davon zehn Monate unbedingt verurteilt.

© BVZ/Kirchmeir

Der Prozess wegen versuchter Vergewaltigung und gefährlicher Drohung mit dem Tod hatte am 1. Oktober dieses Jahres begonnen und wurde am 21. November im Landesgericht Eisenstadt fortgesetzt.

Es ging bei diesem Prozess um einen Vorfall, der sich am Morgen des 28. Juni 2024 in der Wohnung des Angeklagten im Bezirk Jennersdorf ereignet haben soll. Die Polizei war verständigt worden, weil sich das mutmaßliche Opfer beinahe nackt auf der Straße vor der Wohnung des Angeklagten aufhielt.

Mutmaßliches Opfer befand sich leicht bekleidet im Freien

„Es hieß, eine Frau wurde bedroht, Waffen sind im Spiel“, erinnerte sich einer der Polizisten, die damals innerhalb von Minuten vor Ort waren. Schon beim Zufahren habe man die nur mit einem Schlafshirt bekleidete Frau gesehen.

„Ich fragte sie, was passiert ist. Konkrete Antworten bekam ich nicht“, berichtete der Polizist. Die Frau habe geistig abwesend gewirkt.

Plötzlich sei eine männliche Person, bekleidet mit schwarzem T-Shirt und schwarzer Hose, aufgetaucht. Der Mann habe einen Rucksack und ein Sackerl getragen. Da habe die Frau gesagt: „Das ist er.“

Wohnung war „komplett vermüllt“

Der Verdächtige wurde festgenommen. „Ich durchsuchte mit einem Kollegen die Wohnung nach Waffen“, so der Polizist. Das sei schwierig gewesen: „Die Wohnung war total vermüllt“, berichtete er. Eine Langwaffe habe man in einer Lade in einer Bettbank gefunden. Insgesamt besaß der Mann sechs Waffen.

Ein anderer Polizist sagte, er habe den Eindruck gehabt, dass die Frau „massive Angst hatte und sehr verstört war“. Gegenüber einem Rettungssanitäter habe sie angegeben, vergewaltigt worden zu sein. Das habe sie ihm gegenüber wiederholt, so der Polizist.

Sanitäter berichtete über Verletzungen des mutmaßlichen Opfers

Befragt wurde auch der Notfallsanitäter, der damals die Frau vor Ort erstversorgt hatte. „Sie hatte Würgemale am Hals und Rötungen an Armen und Oberschenkeln“, berichtete der Sanitäter vor Gericht.

Auf Nachfragen habe die Frau angegeben, sie sei im Schlaf vergewaltigt worden. Da sich der Zustand der Frau am Weg ins Spital verschlechterte, sie nur durch Schütteln wachzuhalten war und ihr Atem immer wieder aussetzte, wurde angenommen, sie stehe unter dem Einfluss von Benzodiazepinen.

„Es war offensichtlich, dass etwas nicht stimmt“, sagte der Rettungssanitäter.

Im weiteren Verlauf des Prozesses wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Videoaufnahme von der schonenden Einvernahme des mutmaßlichen Opfers gezeigt.

Opfer wurden 1.000 Euro zugesprochen

Der Schöffensenat kam schließlich zu dem Schluss, dass der 24-Jährige im Sinne der Anklage schuldig sei. Er wurde wegen versuchter Vergewaltigung und Bedrohung mit dem Tod zu 30 Monaten Haft, davon zehn Monate unbedingt verurteilt. An das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer muss er 1.000 Euro bezahlen.

Der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Auch seitens der Staatsanwaltschaft wurde eine Berufung angekündigt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Hilfe bei Gewalt

Das Gewaltschutzzentrum Burgenland erreichen Sie unter:

Telefon: 03352 31420

Informationen finden Sie unter: www.gewaltschutz.at